Schuhmarkt

Unternehmenssteuerreform Zumutung für Handel

Am 7. November beriet sich der Bundesfinanzausschuss zu Nachbesserungen der im Frühjahr beschlossenen Unternehmenssteuerreform. 13.11.07 Swantje Francke

Am 7. November beriet sich der Bundesfinanzausschuss zu Nachbesserungen der im Frühjahr beschlossenen Unternehmenssteuerreform.

Im Einzelhandel wird das Ergebnis mit Sorge beäugt. Wie es in einer Pressemitteilung des HDE heißt, habe sich die große Koalition auf eine Korrektur der Unternehmenssteuerreform von 75 auf 65 Prozent der auf Finanzierungsanteile von Miete, Pacht und Leasing angerechneten Gewerbesteuer geeinigt. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser kommentierte die Nachbesserung mit Unmut: „Die jetzt von der großen Koalition vorgeschlagenen Nachbesserung der Unternehmenssteuerreform ist nichts als ein Placebo. Die Existenz vieler deutscher Einzelhandelsunternehmen steht weiter auf Messers Schneide.“

Die Absenkung der Hinzurechnung für Miete, Pacht und Leasing auf 65 Prozent sei reine Kosmetik und brächte den von hohen Steuerlasten bedrohten Einzelhandelsunternehmen keine nennenswerte Entlastung. Als weiteren Kritikpunkt nannte Sanktjohanser die von der Nachbesserung ausgenommene, zahlreichen Händlern drohende Substanzbesteuerung. Im Einzelhandel werden nun Forderungen nach einer erneuten Nachbesserung laut.

Claus Seppel, Inhaber von acht Schuhgeschäften in verschiedenen Innenstädten in Nordbaden und Österreich erklärt verärgert: „Gerade wir mittelständischen Familienunternehmen haben uns auf die Zusagen der Koalition verlassen, die Rahmenbedingungen endlich zu verbessern. Hier werden uns aber neue Hürden in punkto Kosten und Bürokratie aufgebaut, die das Handeln erschweren. Übrigens nicht nur für bestimmte Unternehmen, auch Existenzgründern wird mit der neuen Steuer der Start erschwert.“

Bereits im Vorfeld der Ausschussberatungen hatte auch der Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen (ZGV) den Stopp der Unternehmenssteuerreform gefordert. ZGV-Präsident Wilfried Hollmann kritisierte: „Der Finanzierungsanteil, der zur Berechnung der Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer anteilig herangezogen wird, darf 25 Prozent nicht überscheiten.“ Zusammenfassend bilanzierte Hollmann: „Unser Steuersystem ist in einer strukturellen Schieflage. Statt Erträge zu besteuern, werden Kosten hinzugerechnet. Das wird sich spätestens rächen, wenn die Erträge sinken, die Substanzbesteuerung aber bleibt.“ Eine Ausbalancierung zwischen Eigenkapital und Fremdkapital dürfe nicht erfolgen durch eine Erhöhung der Substanzbesteuerung, denn gerade die führe zu einer abermaligen Belastung des Eigenkapitals. 13.11.07 Swantje Francke

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