Schuhmarkt

Editorial 19/07: Wieviel Farbe darfs sein?

Die Tasche war der Hit. Neulich auf dem Foto in der Bunten. Da stand sie in der Promi-Loge des Fußballstadions: Victoria Beckham. Mit großer dunkler Sonnenbrille, schlichten schwarzen High Heels, pinkfarbenem Etuikleid und einer Kroko-Birkin von Hermès in demselben Pink. Perfekt!

 

 

Ilona Sauerbier, stv. Chefredakteurin

Die Tasche war der Hit. Neulich auf dem Foto in der Bunten. Da stand sie in der Promi-Loge des Fußballstadions: Victoria Beckham. Mit großer dunkler Sonnenbrille, schlichten schwarzen High Heels, pinkfarbenem Etuikleid und einer Kroko-Birkin von Hermès in demselben Pink. Perfekt!

Nun schauen wir auf unseren natürlich gealterten, braunen Shopper, den wir schon länger mit uns rum schleppen, und da kommt sofort dieses Gefühl des Auch-haben-wollens hoch. Nun heißen wir nicht Beckham, unser Ehemann verdient keine 35 Mio. Euro im Jahr, und wir wären auch mit einer Tasche, die etwa 30 000 Euro kostet, etwas überfordert, doch lässt sich die Lust auf Farbe auch mit kleineren Budgets realisieren. Zum Sommer 2008 kommt Farbe. Ein ganz klares Signal: Von den Trendbüros, aus der Industrie, von den modischeren Händlern.

Nach einem Winter, der sehr schwarz und grau angefangen hat und wahrscheinlich schwarz und grau enden wird, könnte im Februar der Wunsch nach Farbe besonders ausgeprägt sein. Doch, wie viel Farbe verträgt ein Schuhsortiment? Wie viel Farbe ein Taschensortiment? Eine Frage, die sich im Moment viele in der Branche stellen. Auch wenn die Sommertrends recht übersichtlich und plakativ daherkommen: auf der einen Seite Noncolours und ein bisschen Metall, auf der anderen Sonnengelb,Tomatenrot, Royalblau, Lila, so ist diesmal doch ein hohes Maß an planerischem Fingerspitzengefühl angesagt.

Farbe ist ein Segen, Farbe kann aber auch ein Fluch sein. Schuhsortimente vertragen vielleicht etwas mehr Farbe, so es frische leichte Riemchenmodelle und Ballerinas sind,Taschen etwas weniger. Für beide Produktbereiche gilt: Im unteren Preisbereich ja, ganz oben bei den Beckhams sicher auch, in der Mitte mit Maßen. „Wir machen auf jeden Fall bei Farbe mit, gehen aber vorsichtig an zu knallige Töne“, sagt Reinhard Sander von Horstmann & Sander in Hannover. Und Peter Herkenrath von Herkenrath in Köln ergänzt. „Wir brauchen gute Farben, tragbare Farben. Keine Eyecatcher fürs Schaufenster.“

Ihre Ilona Sauerbier

 

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