Schuhmarkt

Ende der Garant-Insolvenz in Sicht

Sollte die Übernahme durch einen Investor scheitern, soll mit Hilfe einer neu zu gründenden GmbH eine Eigenlösung gefunden werden. 13.09.06 Peter Skop

Mitte 2007 könnte die Insolvenz der Garant überwunden sein. Davon zeigte sich Insolvenzverwalter Friedrich Wilhelm Metzeler überzeugt. Seit dem 13. April diesen Jahres existiert ein „Letter of intend“ mit einem „Investor x“, der zur Fortführung der Garant bereit ist. Ein „plausibilisiertes Fortführungsmodell“ sei erarbeitet. Der Prozess sei lediglich dadurch unterbrochen, weil Auskünfte bei den obersten Finanzbehörden eingeholt werden müssten, um steuerliche Fragen zu klären. Der Investor wolle mindestens 95 Prozent der Anteile an der Garant Schuh + Mode AG übernehmen.

Sollte die Übernahme durch den Investor dennoch scheitern, so sei eine Eigenlösung zu erwägen, so Metzeler. Diese sieht eine Zuführung neuer Eigenmittel durch eine neu zu gründende GmbH vor. Metzeler würde dabei als Treuhänder fungieren, bis die Anteile von interessierten Investoren übernommen sind. Die Eigenlösung beinhaltet eine Kapitalerhöhung nach einer Kapitalherabsetzung um 76 Prozent, so dass die Aktionäre – mehrheitlich Fachhändler – weiterhin am Unternehmen beteiligt bleiben. Auch wenn der ungenannte Investor eintritt, werden Kapitalmaßnahmen nötig sein, also eine Kapitalherabsetzung und anschließende Kapitalheraufsetzung.

Metzeler rechnet mit einer Klärung der Investorenfrage in vier bis sechs Wochen. Die Eckpunkte dieser Maßnahmen, wie auch die Jahresabschlüsse 2002 bis 2005, sollen auf der ordentlichen Hauptversammlung am 7. November 2006 vorgestellt werden. Im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung, die nach vorläufiger Einschätzung im Januar 2007 stattfinden könnte, würden die Kapitalbeschlüsse zu fassen sein. Metzeler gab für die Garant eine positive Prognose ab. Die Restrukturierungen seien abgeschlossen, und ein etwaiger Jahresfehlbetrag für 2006 könne nur durch insolvenzbedingte Aufwendungen verursacht werden. Inzwischen liegt die Bilanz für das Geschäftsjahr 2004/2005 (1. Dezember bis 30. November) vor, die nun endgültig auf Grundlage der überprüften Bilanzen für 2002 und 2003 erstellt werden konnte.

Das Zentralregulierungsvolumen lag für 2005 bei 673,9 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse lagen bei 40,9 Mio. Euro und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bei minus 4,7 Mio. Euro. Der Jahresfehlbetrag verbesserte sich auf minus 4,1 Mio. Euro. Die neuerliche Prüfung und Feststellung der Abschlüsse für 2002 und 2003 habe ergeben, dass Garant 2003 schon kurz nach der Übernahme von Salamander überschuldet gewesen war. Salamander war der Auslöser der Insolvenz der Garant und selbst in die Insolvenz geraten. Wie Metzeler weiter mitteilte, werden er und der Insolvenzverwalter der Salamander Schuh GmbH, Hendrik Hefermehl, Ansprüche an den damals Salamander verkaufenden Mutterkonzern EnBW in Höhe von 90 bis 100 Mio. stellen. Es gehe um Verlustausgleich, Kaufpreis und Schuldenübernahme. EnBW habe angedeutet, dass man die Ansprüche ernst nehme. Auch hier solle geklärt werden, wie Steuerverluste beim Weg des Geldes zu Garant über mehrere Anspruchsebenen vermieden werden könnten.

Gegen Organe der Garant, sprich die damaligen Vorstände Benno Siebert und Ulrich Back sowie den Ex-Aufsichtsratschef Kurt Merse werde rechtzeitig Klage erhoben. Während Finanzvorstand Frank Schuffelen die Bilanz erläuterte, ging Vorstand Robert Natter auf die Situation des Schuhfachhandels im Allgemeinen ein und formulierte die Konsequenzen für Garant. So sollen neue Fachhandelskonzepte umgesetzt, eine neue Form der Zusammenarbeit mit den Lieferanten gefunden und ein schnellerer Kollektionswechsel erreicht werden. Dazu soll es für den Fachhandel professionelle Managementunterstützung geben. 13.09.06 Peter Skop

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