Schuhmarkt

Bescheidene Umsätze im Juni - Der Markt in den Regionen 23.06. – 06.07.06

Hochsommerliche Temperaturen regten die Kunden zum Kauf offener Ware an. Doch andererseits war es wieder zu heiß, als dass sie Lust zum Shoppen gehabt hätten.

Hochsommerliche Temperaturen regten die Kunden zum Kauf offener Ware an. Doch andererseits war es wieder zu heiß, als dass sie Lust zum Shoppen gehabt hätten.

Die Fußballweltmeisterschaft sorgte zudem für Ablenkung. Die Masse der WM-Besucher in den Städten kam nicht zum Einkauf. Zeitweise waren die Städte wie leergefegt. Heftige Reduzierungen, mit denen versucht wurde die Verbraucher in die Läden zu locken, sorgten ebenfalls dafür, dass die Umsätze im Jahresvergleich mager ausfielen.

Berlin

Die Umsätze in der heißen Phase der Fußball- WM blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Gepackt vom Fußballfieber stand den Menschen nicht der Sinn nach Shopping, man traf sich lieber schon früh in den Strandbars und Biergärten. Da halfen auch die längeren Öffnungszeiten wenig.

Das Wetter mit überdurchschnittlicher Hitze wirkte sich ebenfalls hemmend aus. Freiheit für die Füße lautete die Devise bei den Damen. Je weniger Schuh, desto besser. Immerhin, die sehr gut nachgefragten Zehengreifermodelle durften gern aus Leder sein. Flacher Auftritt und Ethnothemen waren praktisch ohne Konkurrenz. Ornamentale Prägungen und Stickereien vermittelten afrikanisches Feeling, viele bunte und glitzernde Steinchen bewirkten glänzende Effekte der orientalischen Art. Letzteres galt durchaus auch für Pantoletten. Poppige Badelatschen waren bei dem Wetter natürlich auch ein Thema, brachten aber nicht viel Geld in die Kassen. Sandaletten durften sich in höheren Dimensionen bewegen. Keilabsätze in Bastoder Korkoptik fanden Zuspruch. Slippertypen, etwa Mokassins in Sabotform, ließen sich über Reduzierungen an die Frau bringen.

Bei den Herren ging es ebenfalls luftig zu. Mutige, zumeist junge Kunden trauten sich einen Zehengreifer zu. Lederpantoletten mit Quer- oder Kreuzbandagen ließen ebenfalls aufhorchen. Erdige Braunnuancen besaßen dabei die größten Anteile. Sportive Trekkingsandaletten konnten sich gleichfalls gut in Szene setzen. Bei den Kindern dominierte Ersatzbeschaffung, an erster Stelle Sandaletten sommerlicher Optik für den bevor stehenden Urlaub. sk

Niedersachsen

Auch an den letzten Tagen des Juni wurden keine überragenden Umsätze erzielt. Meistens dümpelte man in etwa auf der Höhe der Vergleichszahlen herum. Die Monatsergebnisse fielen recht unterschiedlich aus. Vom leicht zweistelligen Plus bis zum erträglichen Minus reichte die Skala. Die Vorteile lagen nicht immer bei den größeren Orten, wobei die besseren Zahlen eigentlich aus kleineren und mittleren Orten gemeldet wurden.

Der Juli begann mit etwas erfreulicheren Tageskassen. Da lag man immerhin über den Vorjahreswerten. In den Damenabteilungen war die Nachfrage klar auf Sommerware ausgerichtet. Wobei Pantoletten und Dianetten deutlich vorn lagen. Von ganz flach bis zu Keilen war im Grunde die gesamte Angebotsbreite gefragt. Das galt mit leichten Abstrichen auch für Sandaletten, wobei besonders mit Agotypen gute Zahlen erreicht wurden. In diesen Warengruppen halten sich die Reduzierungen auch in Grenzen. Das gesamte übrige Saisonangebot konnte nur, über schon jetzt kräftige Preisnachlässe, verkauft werden. Die Nachfrage im gesamten Leinenbereich hätte eigentlich etwas besser sein können. Besonders Esdadrilles mit Keilen sind an sehr enge Preisgrenzen gebunden.

Bei den Herren war nun doch mehr Schwung zu spüren. Das lag an den recht ordentlichen Umsätzen, die man mit Sandaletten und Pantoletten machte. Auch hier war durchaus nicht immer der Preis entscheidend. Sommerliche Slipper, sowie das übrige Angebot fand dagegen nur über den Preis Gefallen. Kindersandaletten, Pantoletten und bei Kindern auch mit Abstrichen Leinenartikel, liefen weiterhin in guten Paarzahlen. Hier wiederum ist der reduzierte Preis ein Muss. gi

Ruhrgebiet

Wetter und WM beeinflussten weiterhin den Umsatzverlauf. Fast täglich versuchte der Schuhhandel durch Aktionen den Umsatz in Schwung zu bringen. Was nur teilweise gelang. Events und die WM lockten in erster Linie Fans in die Städte. Die Masse der Besucher kam nicht zum Einkauf. An den fußballfreien Tagen besserte sich das stundenweise, denn ab mittags war die Hitze eine starke Bremse jeglicher Einkaufslust. Nur mäßig waren die Umsätze am Sonntagnachmittag. Der Spätverkauf am 2. Juli ließ manche Händler fast ausflippen, wurde er doch meist zum Flop.

Alle Sonderangebote offener Sommerschuhe interessierten die Damen. Stimmte der Preis, war das Modell weniger wichtig. So hatten Zehengreifer endlich ihre Chance. Zuvor noch gefragte geschlossene Ware lief nur noch über den Preis und oft in spürbar gesunkenen Paarzahlen. Das galt in der Herrenabteilung auch bei Sneakern und Turnschuhen. Renner dagegen waren sportive Sandalen, insbesondere im Trekking-Design und jede Art von Pantoletten. Mit Beginn der Sommerferien wurde es in der Kinderabteilung spürbar ruhiger. Es kam fast nur zu Ersatzkäufen mit reduzierter Ware, vorrangig Sandaletten und Sandalen. hl

Stuttgart

Auch wenn der letzte der vier verkaufsoffenen WM-Sonntage der beste in der City war, konnten die Vorjahreszahlen für den Monat Juni insgesamt kaum erreicht werden. Die Ausnahme bildeten die großen Kreisstädte, die zumindest Parizahlen erreichten.

Die „Hitzetage“ bereiteten den Händlern große Schwierigkeiten, auch in den Damenabteilungen, wo nur in den Vormittagsstunden Umsätze mit leichtem Schuhwerk verzeichnet wurden. Trotz roter Preis-Aktionen blieben die Kundinnen sehr zurückhaltend. Chancen hatten Sandalen, vielfach in flachen Ausführungen und in vielerlei Farben, wo Weiß besonders gefragt war. Pantoletten und auch Zehengreifer liefen gut, darin gab es die ersten Engpässe, dies galt auch für Holzclogs, die mit Stickereien und sonstigen Verzierungen ausgestattet sein mussten. Mokassins bis zu Sling-Pumps waren alle vor allem reduziert gefragt. Konstant blieb die Nachfrage nach Sneakern in vielerlei Farben und Lederarten. Im Bequemschuhbereich waren Sandalen und sportliche Slipper, meist in hellen Farben gefragt.

Die Herren kauften in der Hauptsache Sandalen und sportliche Slipper, meist in hellen Farben. Sandalen und Pantoletten sollten am liebsten reduziert sein. Auch Zehengreifer wurden verlangt, wo es aber Engpässe gab. Sportive Halbschuhe bis hin zu Leinenschuhen hatten Chancen, letztere waren in Marine und Weiß beliebt. Jüngere Kunden nahmen Sneaker- und turnschuhähnliche Typen, auch leichte Mokassins und am liebsten mit Ledersohlen. Insgesamt lautete der Tenor: preiswerte Ware. In den Kinderschuhabteilungen lief es unterschiedlich. Für größere Mädchen wurden Sandalen und Zehengreifer verlangt, wichtig dabei war die Farbe Rosé mit viel Glitzer, während die Jungs sich mehr für Brauntöne entschieden. In allen Fällen achteten die Kunden bereits auf reduzierte Ware. Dies galt nicht so sehr im Lauflernbereich. tz

Sachsen/Thüringen

Nach zwei Wochen bei echt hochsommerlichen Temperaturen und zeitweise richtigen Hoch- Zeiten für die Sommerware, zeigte sich das Geschäft bis zuletzt von seiner besseren Seite. Davon dürfte allerdings der auf höherwertige Markenware fixierte Facheinzelhandel etwas weniger profitiert haben als die Filialisten mit konsumigsten Angeboten. Auch Reduziertes sei schon „sehr gern genommen“ worden. Derartige Rot-Preis-Aktionen – teils schon bis 50 Prozent – waren in der sächsisch-thüringischen Schuhhandelslandschaft jedenfalls nicht zu übersehen.

Dennoch: Es ging Sommerware in allen Preislagen; in den Damenschuhabteilungen sichtlich am besten. Was Kinderschuhe anbelangt, gaben sich die Abverkäufe weiterhin „total verhalten. Scheinbar wurde nur dringendster Bedarf an Sandalen gedeckt.“ Bei Damen-Sommerschuhen dominierte absolut offene Ware. Sandaletten aller Art machten das Gros der abverkauften Paarzahlen aus. Im Ranking ganz vorn Zehengreifer und Riemchensandalen, jeweils mit oder ohne Strass-Applikationen sowie bevorzugt in Weiß, Schwarz und Braun. Genauso nennenswert Sabots, Ballerinas in Textil und Sneaker in Farbkombinationen mit Klettverschluss. Von Espadrillen mit modisch hoher Keilsohle habe man sich mehr Umsatz versprochen, hieß es.

Bei Herrenschuhen machten vor allem Sandalen – herauszuheben die Trekking-Modelle in gefetteten Obermaterialien oder Nubuk -, Bio-Pantoletten und Zehengreifer sowie Sneaker in Farbe und Sportschuhe (Marken inklusive) von sich reden. Gut gegangen seien auch Sneakersocken und kühlende Einlegesohlen. Alles in allem soll es reine Sommerware im Herrenschuhbereich nun auf Umsatzanteile von 60 Prozent und mehr geschafft haben. Die „Verspätung“ habe mit dem in der Berichtsregion erst am 24. Juli beginnenden Schulferien zu tun. Insofern verspricht sich der Fachhandel auf allen Abteilungen hinsichtlich Kundenfrequenz und Kaufbereitschaft noch Reserven, die im Laufe dieser und der nächsten Woche mobilisiert werden könnten. pl

Bremen

Die Umsatzzahlen im Berichtszeitraum wurden durch Hitze und WM in den Minusbereich gedrängt. In den Vormittagsstunden konnte man in vielen Häusern noch einigermaßen zufrieden sein; danach kam die große Leere. Die Kunden haben keine Lust bei hohen Temperaturen einen Shoppingbummel zu starten. Man hatte in den vergangenen 14 Tagen einfach andere Interessen. An einigen Nachmittagen war die Hansestadt „wie leergefegt“.

Hauptsache luftig: Bei den Bremerinnen sind flache, bequeme, leichte Sommerschuhe Favoriten. Dafür wurde auch gerne der reguläre Preis gezahlt. Ansonsten gingen reduzierte sportliche Sandaletten und Pantoletten gut ab. Modischere Damen interessierten sich für Modelle mit Kork. Hohe Absätze waren ebenso wenig Thema wie geschlossene Schuhe, Schlupfmodelle und Schnürer. Bei sportlichen Slippern beziehungsweise Trotteurs wurden deutliche Rückgänge gemeldet.

Dunkelbraune Trekkingsandalen waren die Renner bei den wenigen Bremer Herren, die ein Schuhgeschäft betraten. „Hauptsache eine Sohle unterm Fuß“ – viel mehr interessierte die meisten Bremer nicht. Dementsprechend zeigte man sich wenig wählerisch. Modischere Kunden interessierten sich für Stoff-Leder-Kombinationen – gern gesehen bei Sneakern. Einige Herren wagten sich außer an Dunkelbraun und Schwarz auch an Weiß. Im Kinderschuhbereich gab es nur ein Thema: Sandalen für Jungen und Mädchen. Farbvorlieben kamen nicht zum Tragen. ib

Rhein-Main

Wo auch immer die guten Umsätze während der WM erwartet wurden, der Schuhhandel profitierte davon nicht. Nachdem der Juniumsatz des Vorjahres dennoch überwiegend erreicht wurde, es hier und da sogar für ein kleines Plus reichte, wurde man im Berichtszeitraum wieder mit Minuszahlen konfrontiert.

In den Damenabteilungen lief alles, was noch hochsommerlich oder mit einem günstigen Reduzierungspreis versehen war. Reguläre Ware hatte es vielerorts schon schwer, und so brachten die Verkäufe auf Grund der niedrigen Durchschnittspreise denn auch nicht viel Geld in die Kassen.

Die Herrenabteilungen lebten vom hochsommerlichen Wetter, was sich durch gute Umsätze im Sandalenbereich niederschlug. Trekking-, und Outdoortypen sowie Artikel aus dem bequemen Bereich retteten dort den Umsatz, der allein durch ein reduziertes Angebot im gesamten Warenbereich nicht erreicht werden konnte. In den Kinderschuhabteilungen kauften die Mütter gut Turnschuhe und Sneaker, sowie die Reste der Sandalen, nachdem sie kräftige Preisreduzierungen abgewartet hatten.

Nürnberg

Nein, zufrieden konnten die Fachhändler mit ihren Umsätzen im Berichtzeitraum nicht sein. Einige von ihnen mussten in bestimmten Segmenten ihres Sortiments sogar ein leichtes Minus hinnehmen. Selbst die ersten Preisnachlässe, die der Handel noch vor dem offiziellen Schlussverkauf-Start vorgenommen hatte, wirkten sich nicht spürbar positiv auf das Geschäftsergebnis aus.

Wie bereits in den Wochen zuvor, hatte es den Damen die hochsommerliche Ware angetan – von Sandaletten über Zehengreifer bis zu Pantoletten. Bequem, leicht, schön und günstig mussten sie sein. Weiß, Beige und Brauntöne waren dabei die begehrtesten Farben. Folge: Zehengreifer waren bei einigen Händlern nicht mehr zu bekommen.

Dagegen haben die Herren beim Sandalenkauf enorm aufgeholt. Trotzdem kam der Abverkauf dieser Modelle immer noch nicht an die Zahlen bei den sportiven Halbschuhen im Sneaker- Look heran. Gefragt waren dabei vor allem Natur-, Beige- und Brauntöne. Gelaufen ist das Saisongeschäft nun offenbar endgültig bei den Kinderschuhen. Wenn etwas ging, waren es Sandalen als Bedarfs- beziehungsweise Ergänzungskäufe. Da aber die Regale in diesem Segment nach wie vor gut gefüllt sind, ist mit weiteren Preisreduzierungen bei Sandalen für die nächsten Wochen zu rechnen. ng

München

Die 25. und 26. Woche verlief vom Umsatz her nicht zufrieden stellend. Dieser brach wegen der Fußball-WM zum Teil im zweistelligen Prozentsatz ein. „Partygäste konsumieren nicht viel“, so ein Händler aus der Innenstadt. In der Fußgängerzone und in Einkaufszentren blieben die Läden leer, die Menschen schauten Fußball. Die längere Öffnungszeit bis 21 oder 22 Uhr brachte dem Schuhfachhandel nichts – einige Läden sperrten an machen Tagen früher zu.

Damen kauften offene Ware wie Pantoletten, Sandaletten, und Dianetten. Vereinzelt waren diese schon reduziert. Abverkauft wurden Pantoletten und Zehengreifer in Braun und Schwarz. Der Fußbettbereich ging sehr gut, besonders in der modischen Variante mit Pailletten oder Perlen verziert. Die Kundinnen interessierten sich auch für sportive Mokassins und Sneakertypen sowie Pumps. Auch Herbstware wurde schon begutachtet, einzelne Stiefel verkauft, bevorzugt in Braun.

Die Herren kauften Zehengreifer aus Leder, in Schwarz und Braun. Auch sportive Sandalen und Pantoletten aus Leder in Schwarz oder Braun kamen gut an. Elegante Schnürschuhe im Budapester-Stil in Karreform blieben verkaufsstark. Favoriten bei Herrenschuhen blieben leichte Sneaker sowie Mokassins. Auch die Herren interessierten sich für reduzierte Sandalen in Braun. Das Kindergeschäft war eher ruhig. Im Großkindbereich kauften die Eltern Sandalen und Zehngreifer sowie Fußbettpantoletten. Für Jungen waren auch sportive Sneaker mit Klettverschluss gefragt. Im Lauflernbereich gingen Sandalen in bunten Farben von Orange über Grün bis Rosé und Türkis. Gefragt waren auch Hausschuhe und Badeschuhe in allen Farben aus PVC-Material. Viele Größen bei Sandalen im Lauflernbereich waren schon abverkauft. afs

Verwandte Themen
Schuhe sind nicht neu bei Wilvorst, aber ein gutes Zusatzgeschäft, das in die Domäne des Schuhfachhandel eindringt. Bild: Wilvorst
Hochzeits-Outfit komplett von Wilvorst weiter
Wer einfach einen Black Friday Sale veranstaltet, ohne sich rechtlich abzusichern, begibt sich in unsicheres Fahrwasser. Bild: Thinkstock
„Black Friday“ markenrechtlich geschützt weiter
Creditreform Geschäftsklimaindex CGK Mittelstand
Bauboom und Exporte verleihen Mittelstandskonjunktur Flügel weiter
Gemessen an der Nutzerdichte rangiert Deutschland bei Zentrada unter den Beschaffungs-Spitzenreitern in Europa. Grafik: Zentrada Europe
Warenbeschaffung online auf dem Vormarsch weiter
Von der Faser bis zum Handel bescheinigt GOTS Birkenstocks Strümpfen ein hohes Maß an Nachhaltigkeit. Bild: Birkenstock
Birkenstock-Strümpfe erhalten GOTS-Siegel weiter
Deloitte Weihnachtsgeschäft Einzelhandel
Laut Deloitte darf sich der Einzelhandel auf Weihnachten freuen weiter