Schuhmarkt

Standort Deutschland

Zwar konnte der Hauptverband der Deutschen Schuhindustrie noch keine exakten Daten für das erste Halbjahr 2006 vorlegen, doch das erste Quartal zeigt einen Rückgang bei der Produktion von Straßenlederschuhen. 22/06 Peter Skop

Auf der traditionellen GDS-Pressekonferenz legte der Vorsitzende und Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie (HDS) Daten zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Schuhindustrie vor.

Zwar lagen die Produktionszahlen des ersten Halbjahres 2006 noch nicht vor, doch war bereits im ersten Quartal des Jahres zu erkennen, dass die Produktion von Straßenschuhen mit Lederoberteil um 8,5 Prozent zurückgegangen war, und zwar von 2,63 Mio. Paar auf 2,4 Mio. Paar. Zurückzuführen ist dies vor allem auf einen starken Rückgang bei der Produktion von Herrenschuhen um fast 25 Prozent.

Rückläufig war zudem die Herstellung von Sandalen, Sandaletten und Hausschuhen. Positiv heben sich die Bereiche Sportschuhe und Sicherheitsschuhe ab, die Zuwächse von rund 35 Prozent beziehungsweise 2 Prozent zu verzeichnen hatten. Insgesamt rechnet der HDS mit einem Rückgang der Produktion um bis zu 3 Prozent im ersten Halbjahr.

War im Jahr 2005 die Zahl der Betriebe der Schuhindustrie noch konstant geblieben, gab es im ersten Halbjahr 2006 einen Rückgang um 6,7 Prozent von 102 auf nunmehr 95 Betriebe. Die Zahl der Beschäftigten blieb mit 13 108 nur geringfügig (–1,7 %) unter der Vorjahreszahl (13 334). Die Herstellungspreise für Schuhe erhöhten sich in Deutschland um 0,9 Prozent, während die Verbraucherpreise für Schuhe im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent sanken. Die Umsätze der deutschen Schuhindustrie erhöhten sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2005 um 2,6 Prozent auf 1,522 Mrd. Euro. Während die Umsätze mit Abnehmern im Inland mit 1,105 Mrd. Euro (–0,8 %) nahezu konstant blieben, konnten die Umsätze mit ausländischen Kunden um 13 Prozent auf 417 Mio. Euro gesteigert werden. Der Anteil der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz stieg somit um 2,5 Prozentpunkte auf rund 27,5 Prozent. Die Schuheinfuhren hatten 2005 mit 464 Mio. Paar ein Rekordniveau erreicht. Im ersten Halbjahr 2006 beruhigte sich die Entwicklung ein wenig. Die Einfuhren verringerten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 7 Mio. Paar, das sind 2,9 Prozent, auf 228,4 Mio. Paar.

Dabei stiegen die Durchschnittspreise um 15,8 Prozent auf 9,20 Euro. Der Wert der Einfuhren stieg um 12,5 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Geprägt wurde der Preisanstieg durch die stark gestiegenen Durchschnittspreise der Einfuhren aus China. Bei einem Rückgang der paarzahlmäßigen Importe um 4,5 Prozent auf 101,9 Mio. Paar stieg der Wert der Einfuhren um 19,5 Prozent. Der Durchschnittspreis chinesischer Schuhe stieg um über 25 Prozent an.

Noch gravierender fiel die Steigerung bei Lederschuhen aus. Sie verteuerten sich um 37,4 Prozent auf nunmehr 9,55 Euro. Dies könne noch kein Effekt der Antidumpingzölle sein, so Urban.Vielmehr hänge dies mit den stark gestiegenen Lohnkosten in China zusammen. Der Anteil chinesischer Schuhe an der gesamten Einfuhr beträgt nach Paarzahlen 44,6 Prozent, dem Wert nach 24,9 Prozent. An zweiter Stelle der Importe liegt das Herkunftsland Vietnam. Mit 36,5 Mio. Paar stiegen die Einfuhren leicht um 1,5 Prozent. Der Wert der Einfuhr erhöhte sich um 18,3 Prozent. Auffällig ist ein genereller Anstieg der Durchschnittspreise der eingeführten Schuhe um 15,9 Prozent. Schuhe aus Asien verteuerten sich um 19,4 Prozent, aber auch für Ware aus den EU-Ländern mussten 11,7 Prozent mehr bezahlt werden. Das Durchschnittspaar aus Asien kostete im ersten Halbjahr 6,42 Euro, aus Europa 15,71 Euro.

Spielte nur der Preis eine Rolle, müsste Polen das Mekka der Schuhindustrie sein. Der durchschnittliche Einfuhrwert polnischer Schuhe belief sich auf 5,14 Euro. Der östliche Nachbar erreicht paarzahlmäßig aber nur einen Einfuhranteil von 1,4 Prozent. Leicht angestiegen ist der Import aus Italien – erstmals seit fünf Jahren – um 1,4 Prozent auf 21 Mio. Paar. Spanien hatte mit noch 4,5 Mio. Paar 20,9 Prozent weniger nach Deutschland ausführen können. Die Slowakei konnte die Iberer mengenmäßig überholen und steigerte ihre Ausfuhr nach Deutschland um 61,4 Prozent auf nun 4,6 Mio. Paar.

Die Schuhexporte aus Deutschland verringerten sich von 72,8 Mio. Paar im ersten Halbjahr 2005 um 6 Prozent (4,4 Mio. Paar) auf 68,4 Mio. Paar im ersten Halbjahr 2006. „Vergleicht man diesen Rückgang mit dem Umsatzzuwachs der deutschen Schuhindustrie im Exportbereich, wird deutlich, dass die Exportverluste ausschließlich zu Lasten der reinen Importeure gegangen sind“, erläuterte der HDS-Vorsitzende.Wertmäßig stiegen die Exporte um 9,4 Prozent auf 981,9 Mio. Euro. Der Durchschnittspreis stieg von 12,33 Euro auf 14,35 Euro, das sind 16,4 Prozent.

An erster Stelle der Abnehmerländer steht Österreich mit 13,8 Mio. Paar. Der Zuwachs betrug 30,3 Prozent. Der Ausfuhranteil liegt nun bei 20,2 Prozent. An zweiter Stelle der Statistik folgt Polen, das nach einer Zunahme von 47,5 Prozent nun 9,8 Mio. Paar aus Deutschland einführte. Insgesamt sei festzuhalten, dass die Ausfuhrrückgänge des ersten Halbjahrs fast ausschließlich EU-Länder betrafen (–8,7 %), während die übrigen europäischen Länder und Asien 20,8 Prozent beziehungsweise 7,2 Prozent mehr Schuhpaare aus Deutschland bezogen. Einmal mehr habe sich Russland als Exportland hervorgetan mit einer Steigerung auf 1,86 Mio. Paar, was ein Mehr von 36,7 Prozent bedeutet. Hauptexportgruppe der Deutschen sind Schuhe mit Lederoberteil mit 32,59 Mio. Paar (+5,5 %), wovon 20,85 Mio. Paar Straßenlederschuhe waren (+10,1%). 22/06 Peter Skop

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