Schuhmarkt

Schuhimporteure enttäuscht, aber kompromissbereit

Der Europäische Schuhgroßhändlerverband Fair könnte mit den Vorschlägen der EU-Handelskommission zu einer Abschwächung der Antidumpingmaßnahmen auf chinesische und vietnamesische Schuhe leben. 12.07.06 Peter Skop

Der Europäische Schuhgroßhändlerverband Fair könnte mit den Vorschlägen der EU-Handelskommission zu einer Abschwächung der Antidumpingmaßnahmen auf chinesische und vietnamesische Schuhe leben.

Die Vereinigung reagierte mit einer Stellungnahme auf die Überlegungen von Kommissar Peter Mandelson, eine abgeschwächte Zollpflicht einzuführen. Demnach würden bestimmte Mengen an Lederschuhen aus China und Vietnam zollfrei bleiben. „Obwohl die Regelung, die jetzt auf dem Tisch liegt, eine ernsthafte Handelsbeschränkung darstellt, wäre dieser Vorschlag für uns unter Umständen akzeptabel“, so Paul Verrips, Geschäftsführer des Verbandes der europäischen Schuhimporteure und -händler (Fair).

Nach Fair-Informationen sei für China ein Schwellenwert von 140 Millionen und für Vietnam 95 Millionen Paar Schuhe genannt. Die Grenzwerte entsprächen 80 Prozent der 2005 aus China importierten Schuhe und 100 Prozent der vietnamesischen Importe des Jahres 2005. Bei Überschreiten dieses Importvolumens würden 23 Prozent auf alle weiteren chinesischen Schuhe und 29,5 Prozent auf Schuhimporte aus Vietnam fällig. Das so genannte Delayed Duty System (DDS) würde sich an die vorläufigen Strafzölle anschließen, die schrittweise auf 19,4 Prozent für China und 16,8 Prozent für Vietnam steigen und bis Oktober gelten.

Enttäuscht ist der Verband insbesondere über das Kappen der Importmenge aus China auf 80 Prozent. Auch werde in dieser Regelung keine jährliche Überprüfung der Importmengen erwähnt. Außerdem hält Fair es für unsinnig, dass die Einfuhrkontingente 2006 auf „first come, first served“-Basis vergeben werden sollen. Dies Verfahren sei intransparent und führe zu Ungerechtigkeiten. Ohnehin sei ab 2007 geplant, die Anteile auf Basis bisheriger Importdaten zu bestimmen, wobei zehn Prozent des Importvolumens für neue Marktteilnehmer reserviert seien.

Aus Sicht des Verbandes erübrige sich durch die neue Regelung auch das Einziehen der bisherigen provisorischen Strafzölle, da sich die beiden Regelungen im Kern widersprächen. „Entweder sind die Importe bis zum genannten Volumen zollfrei oder nicht“, erläutert Verrips. „Natürlich sind wir enttäuscht, dass sich die Kommission nicht zu einem vollständigen Verzicht auf protektionistische Maßnahmen hat durchringen können“.12.07.06 Peter Skop

 

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