Schuhmarkt

Editorial GDS-Special 09/05: Messe-Wunder

Wirtschaftswunder, Fräuleinwunder – die Welt war voller Wunder in den fünfziger Jahren, als sich eine Handvoll Menschen entschloss, die erste große Schuhmesse nach dem Krieg auszurichten. Es sei an der Zeit, das Angebot zusammenzufassen und dem Handel eine Modeorientierung zu geben, meinten die tatkräftigen Händler und Hersteller. Aus dieser Idee wurde die GDS geboren, wuchs und gedieh, wurde zur größten Schuhmesse der Welt, die halbjährlich über 50 000 Menschen nach Düsseldorf zog.

Dagmar Rees Chefredakteurin Wirtschaftswunder, Fräuleinwunder – die Welt war voller Wunder in den fünfziger Jahren, als sich eine Handvoll Menschen entschloss, die erste große Schuhmesse nach dem Krieg auszurichten. Es sei an der Zeit, das Angebot zusammenzufassen und dem Handel eine Modeorientierung zu geben, meinten die tatkräftigen Händler und Hersteller. Aus dieser Idee wurde die GDS geboren, wuchs und gedieh, wurde zur größten Schuhmesse der Welt, die halbjährlich über 50 000 Menschen nach Düsseldorf zog. Im Herbst 2006 ist die Zeit der Wunder vorbei. „Die große Depression“ heißt der griffige Titel eines Films, der wenige Tage vor GDS und Bundestagswahl in die Kinos kommt. „Die Deutschen klagen immer, egal wie gut es ihnen geht“, beschrieb eine Autorin, die reisenden Amerikanern das deutsche Wesen erklären will, schon vor dreißig Jahren die urdeutsche Befindlichkeit. Sei’s drum. Leiden ist immer relativ. Auch imaginäres Leiden hat reale Folgen. Übrigens waren auch die fünfziger Jahre nicht ohne Konflikte. Importe aus dem Ausland bereiteten Sorgen, Liefer-Rhythmen und Zuverlässigkeit der Lieferanten wurden diskutiert – manch Leitartikel (oder sollte ich schreiben Leid-Artikel?) aus den fünfziger Jahren klingt sehr vertraut. Liegt das Leidwesen vielleicht in der Berichterstattung? Uns Redakteurinnen und Redakteuren des Schuhmarktes wird oft vorgeworfen, wir schrieben zu negativ über unsere Messe. Aber können wir von Besuchermassen schreiben, wenn Besucherzahlen zurückgehen? Sollen wir es verschweigen, wenn ein wichtiger Aussteller nicht mehr zur Messe kommt? Verbundenheit muss auch Kritik vertragen können und die Darstellung der Dinge, wie sie sind. So kann ich heute auch aus vollem Herzen sagen: Ich freue mich auf die 100. GDS. Ich bin davon überzeugt, dass die Schuhmesse in Düsseldorf eine unverzichtbare Orientierung für den Schuhhandel bietet. Ich freue mich darauf, all die Kollektionen im Vergleich sehen zu können, neue Aussteller zu entdecken und mich mit den Menschen und Machern der Branche auszutauschen. Ich bin der Messe Düsseldorf dankbar für kürzere Wege und rechne es ihr als Größe an, dass sie bereit ist, auf Kritik aus der Branche schnell zu reagieren. Ich finde es gut, dass der Zutritt für die meisten Händler wesentlich billiger geworden ist, dass die Showrooms vernünftig mit eingebunden werden, dass sich Aussteller mit Modeschauen, Parties und Events engagieren – kurz, dass sich etwas bewegt. In diesem Sinne bin ich gespannt auf eine wunderbare 100. GDS. Wenn Sie uns treffen wollen: Wir sehen uns in den Gängen, an den Ständen, bei den Parties oder jeden Tag zwischen 17 und 18 Uhr am SchuhMarkt- Stand in Halle 11, A 11.

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