Schuhmarkt

Kostenexplosion in Asien

Schuhimporteure geraten derzeit von mehreren Seiten unter Druck: Frachtkosten steigen, Chinas Steuererstattungen sinken und der Kurs des Renminbi geht hoch. HDS bestätigt Anziehen der Preise. 11.07.07 Peter Skop

Von einer katastrophalen Situation spricht Silke Gößling, Logistikspezialistin beim Schuhgroßhändler Idana Schuhe GmbH, Hagen, wenn die Rede auf die Verteuerung der Frachtkosten aus China kommt. Um rund 40 Prozent hätten sich die reinen Containerkosten seit Anfang des Jahres verteuert.

Auch vietnamesische Frachtkosten legen um diesen Prozentsatz zu. Grund ist die Warenmenge, die aus China hinausdrängt und die laut Gößling „künstliche Verknappung des Schiffsraums.“ Die Reeder seien derzeit in einer starken Position. Vor den Häfen bilden sich kilometerlange LKW-Schlangen.

Zu den „normalen“ Containerkosten kommen verschiedene Aufschläge wie Peek-Season oder Heavyweight dazu. Ebenso Währungsausgleichs- oder Kraftstoffzuschläge. Steve Mak, Geschäftsführer von HSM, Shenzhen macht die Rechnung auf: „Wenn derzeit ein Container 2400 US-Dollar kostet, so kommen für Kraftstoffzuschläge 590, und für Handling-Kosten noch einmal 200 Dollar hinzu, macht eine Verteuerung auf 3200 Dollar.“ Darüber hinaus gäbe es keine Garantie, dass die Container die Häfen rechtzeitig verlassen, womit Lieferzusagen an die deutschen und internationalen Kunden gekoppelt sind.

Teure Schuhe aus China

Zwei weitere Preistreiber benennt Frederik van der Velde, Geschäftsführer HSM Schuhmarketing, Hattingen. Zum einen steige der Kurs der chinesischen Währung im Verhältnis zum US-Dollar. Zwar ist der Kurs staatlich festgelegt, bewege sich aber nach oben. So war bis vor etwa zweieinhalb Jahren ein US-Dollar noch etwa 8,26 Renminbi wert, heute sind es 7,6. Das heißt, chinesische Waren verteuern sich derzeit für die Importeure, da alles in Dollar gerechnet wird. Die Gegenstrategie, sich mit Dollar zu bevorraten, die Tim Piepmeyer, Verkaufsleiter bei Idana nennt, kann dabei langfristig auch nicht helfen. Allerdings schaffe „der starke Euro für deutsche Importeure einen gewissen Ausgleich“, wie Walter G. Weichhart vom Schuhgroßhändler Supremo-Oriental in Hongkong bemerkt.

Als weiterer Teuerungsfaktor kommt die Herabsetzung der chinesischen Steuererstattungen für 2831 Produkttypen hinzu. Bei Schuhen sinkt sie von 13 auf 9 Prozent, bei Lederwaren von 13 auf 5 Prozent. Das bedeutet, Schuhfabrikanten in China bekommen vier Prozent weniger für ihre Produkte. Bei Idana will man von Preiserhöhungen nicht reden. Langfristig könnte jedoch der Trend bei China-Schuhen nach oben gehen. Van der Velde kündigt Preiserhöhungen von mindestens zehn Prozent schon für die nächste Sommersaison an. „Es ist das erste Mal, dass eine Preissteigerung komplett aus China auf uns zukommt“, so der HSM-Chef.

HDS bestätigt Preisauftrieb (Ergänzung nach Redaktionsschluss von SchuhMarkt 14/07) „Die Preise ziehen derzeit an“, bestätigt Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des HDS aufgrund eigener Recherchen. Um fünf bis zehn Prozent gehe es derzeit für Importware nach oben, jedoch nicht in allen Bereichen. Eine gewisse Kompensation sei durch den starken Euro gegenüber dem Dollar möglich. 11.07.07 Peter Skop

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