Schuhmarkt

Italiens Schuhhersteller wollen weiter Schutzzölle

Italiens Schuhhersteller fordern die Verlängerung der Schutzzölle gegenüber den Einfuhren von Lederschuhen aus China und Vietnam um weitere fünf Jahre. Der Präsident des italienischen Schuhherstellerverbandes Anci,Vito Artioli, bestätigte während der Hauptversammlung des Verbandes in Mailand entsprechende Forderungen.

Die werden politisch unterstützt: Staatssekretär Adolfo Urso bestätigte, dass diese Forderung bereits in Brüssel vorliege. Die Aussichten für eine Verlängerung der Schutzmaßnahmen seien günstig. Anci will aber nicht nur eine Fortsetzung der Einfuhrbeschränkungen von Lederschuhen aus China und Vietnam, sondern auch das Reziprozitätsprinzip. Die Italiener verhandeln bereits mit Brasilien, damit dort die 35-prozentigen Einfuhrbarrieren gegenüber italienischen Schuhen gelockert würden. „Die Kooperation mit Brasilien, das im Rahmen der Expo Riva Schuh Ehrengast ist, ist hervorragend“, unterstrich Artioli gegenüber dem Schuhmarkt.

Der ehemalige Anci-Präsident Rossano Soldini wurde vom Fachverband zum Sprecher in Brüssel ernannt, um ein weiteres Anliegen der italienischen Modeindustrie voranzutreiben: Die Einführung der obligatorischen Ursprungsbezeichnung auf EU-Ebene. Noch habe Italien nicht die Mehrheit der nötigen Stimmen dafür. Die Chancen, während der französischen EUPräsidentschaft – die zur Jahresmitte startet – mit dem Anliegen voranzukommen, werden in Mailand als günstig angesehen. „Wir müssen diese Chancen nutzen“, so Artioli. Großbritannien habe abgewinkt; deutsche Verbraucherschutzvereine, aber auch einige Händler, unterstützten die Forderung, hieß es. „Der Verbraucher hat das Recht zu wissen, woher sein Produkt stammt“, unterstrich der Präsident des Europäischen Textilfachverbandes Paolo Zegna.

Nach fünfjähriger struktureller und konjunktureller Krise mit Stilllegung von rund 700 Branchenunternehmen ist seit 2007 eine Trendwende im italienischen Schuhsektor zu verzeichnen. Die Produktionsmenge stagnierte im Vorjahr, die exportierte Menge stieg. In den ersten zwei Monaten 2008 setzte sich nach Verbandsangaben der positive Trend fort. Die Exporte erhöhten sich um weitere 8%.Aber auch die Einfuhrmenge stieg, während die wertmäßigen Importe stagnierten.

Marktentwicklung der italienischen Schuhbranche 2006/07 (Menge in Mio. Paar, Wert in Mio. Euro)

 

 

 

 

 

2006

 

 

2007

 

 

Veränd. In %

 

 

 

 

Produktion

 

 

Menge

 

 

244,0

 

 

241,9

 

 

-0,8

 

 

 

 

 

Wert

 

 

7.198

 

 

7.470

 

 

3,7

 

 

 

 

Export

 

 

Menge

 

 

243,6

 

 

245,3

 

 

0,7

 

 

 

 

 

Wert

 

 

6.480

 

 

6.880

 

 

6,2

 

 

 

 

Import

 

 

Menge

 

 

363,6

 

 

390,0

 

 

7,3

 

 

 

 

 

Wert

 

 

3.193

 

 

3.202

 

 

0,3

 

 

 

 

Außenhandelsbilanz

 

 

Menge

 

 

-119,9

 

 

-144,7

 

 

n.v.

 

 

 

 

 

Wert

 

 

3.287

 

 

3.678

 

 

11,9

 

 

 

 

Inlandskonsum

 

 

Menge

 

 

192,8

 

 

199,4

 

 

3,5

 

 

 

 

 

Wert

 

 

3.542

 

 

3.733

 

 

5,4

 

 

 

 Quelle. ANCI auf Basis Daten Istat

10.06.08 Thesy Kness-Bastaroli

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