Schuhmarkt

Editorial 24/06: Shops oder Mix?

Revolution im Schuhregal“, titelte kürzlich die FAZ und betrachtete dabei die rasante Entwicklung der Markenshops. „Die Branche holt das nach, was der Textilhandel vorgemacht hat“, weiß dazu Hajo Gassenmeier, Geschäftsführer des Bundesverbandes des deutschen Schuheinzelhandels, zu berichten.

 

 

Ilona Sauerbier, stv. Chefredakteurin

„Revolution im Schuhregal“, titelte kürzlich die FAZ und betrachtete dabei die rasante Entwicklung der Markenshops. „Die Branche holt das nach, was der Textilhandel vorgemacht hat“, weiß dazu Hajo Gassenmeier, Geschäftsführer des Bundesverbandes des deutschen Schuheinzelhandels, zu berichten.

Stimmt. An jeder Ecke entstehen neue Schuh-Shops. Jeden Tag kommen neue Eröffnungen dazu: Gabor plant fünf pro Jahr, Tamaris will bis Dezember noch 12 haben. Hinzu kommen Boss, Geox, Camper, Clarks. Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Kürzlich hat in Stuttgart Evita Shoes eröffnet. Dahinter stecken zwei schwäbische IT-Spezialisten, die gar 50 Filial- und Franchiseshops binnen fünf Jahren planen. Sind Monomarken-Shops wirklich der Kick, den die Schuhbranche braucht? Wie sieht gleich der gehabte, biedere Schuhladen aus, den die FAZ beschreibt? Klein, muffig, dunkler Teppichboden, vollgestopft mit Schuhen in Schwarz, Braun, Bunt?

Natürlich gibt es sie noch reichlich – die weniger schönen Dinge. Aber es gibt sie zum Glück auch immer mehr, die schönen Dinge: Wo Pura Lopez neben K & S steht, wo sich Donna Carolina und Vic Matié vertragen, wo Latitude Femme und Gabor zusammen passen. Wo die Chefs einen schönen Sortimentsmix finden, und wo es als Kunde Spaß macht, neue Marken zu entdecken. Dass muffige Läden neuen, hellen, modernen Konzepten weichen müssen, ist gut und überfällig. Schuhe haben in den letzten fünf Jahren eine unglaubliche Entwicklung hinter sich. Trend- und Luxusmarken haben den Markt inspiriert und aufgemischt. Dass Görtz seine Flagshipstores nun zu Designerhäusern umbaut, kommt ja nicht von ungefähr.

Ich bin ein Fan guter inhabergeführter Geschäfte, in denen immer wieder neue, frische Marken überraschen. Es kann ja kein Zufall sein, dass ein spanischer Schuhhersteller den Namen Burresi geklaut hat, um damit eine neue Schuhmarke zu positionieren. Marco Burresi aus Wiesbaden hat das erfolgreichste topgenrige Schuh- und Accessoireskonzept im Rhein-Main-Gebiet. Es gibt noch viele Burresis in Deutschland. Und was machen die anders ? Sie stellen Sortiment und Ambiente auf Zeitgeist um. Ihr guter Name ist Marke geworden.

Ihre Ilona Sauerbier

 

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