Schuhmarkt

Garant Aktionäre stimmen Kapitalmaßnahmen zu

Weg aus der Insolvenz ist nun nach Ansicht der Führungsgremien geebnet. Bisherige Stammaktionäre werden keine Mehrheit mehr erlangen. Breite Mehrheiten trotz Kritik erzielt.. 06/07 Peter Skop

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Garant Schuh + Mode AG in Düsseldorf haben die Aktionäre den von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen zugestimmt. Nach Auffassung der Gremien sowie des Insolvenzverwalters Friedrich W. Metzeler stellen sie die Voraussetzung für die endgültige Sanierung des Unternehmens dar.

95,8 Prozent der anwesenden Aktionäre stimmten dem Plan zur Kapitalherab- und anschließenden Heraufsetzung zu. Auch die Vorschläge zur Aufhebung der Vinkulierung und zur Fortsetzung der Gesellschaft fanden mit 98,88 Prozent und 99,24 Prozent breite Mehrheiten. 44,49 Prozent des Kapitals waren vertreten, wobei sowohl Stamm- als auch Vorzugsaktionäre stimmberechtigt waren. Die Stammaktionäre stimmten in einer gesonderten Abstimmung zu fast 99 Prozent den Kapitalmaßnahmen zu. Sie waren zu 56,24 Prozent des Gesamtkapitals vertreten.

Nach den Maßnahmen verbleiben rund 24 Prozent des Kapitals der Gesellschaft im Besitz der Altaktionäre. Mit den Beschlüssen über die Kapitalmaßnahmen und die Fortsetzung der Gesellschaft ist der Weg aus der Insolvenz bereitet. Das Grundkapital des Unternehmens wird von 10 500 000 Euro auf 3 618 925,11 Euro herabgesetzt. Der auf die einzelne Aktie entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals verringert sich auf EUR 9,63. Gleichzeitig werden 1 191 754 neue Aktien ausgegeben und das auf 3 618 925,11 Euro herabgesetzte Grundkapital auf 15 095 516,13 Euro erhöht.

Die neuen Aktien werden zunächst von einer Treuhandgesellschaft des Insolvenzverwalters Friedrich Wilhelm Metzeler, der Ersten Amplificator GmbH, übernommen. Ein Bankenkonsortium unter der Führung der Commerzbank AG stellt der Treuhandgesellschaft ein Darlehen zur Verfügung, das es dieser ermöglicht, die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung zu zeichnen. Anschließend sollen die Aktien an einen oder mehrere strategische Investoren veräußert werden. Ein etwaiger Gewinn aus dieser Transaktion soll den Insolvenzgläubigern zugute kommen.

Ziel Metzelers ist, Investoren zu finden, die ihre Zentralregulierung über die Garant abwickeln wollen und den dementsprechenden Umsatz deutlich erhöhen sollen.

Zweite Gesellschaft geplant

Bedingung für die Anmeldung der Kapitalmaßnahmen zur Eintragung in das Handelsregister ist die Zustimmung der Insolvenzgläubiger zum Insolvenzplan sowie dessen rechtskräftige Bestätigung durch das Insolvenzgericht. Der Insolvenzverwalter geht davon aus, dass die Barquote 20 bis 30 Prozent des Nominalwertes der anerkannten Insolvenzforderungen betragen wird und dass sich die Quote nach Durchsetzung von Ansprüchen gegen ersatzpflichtige Verursacher der Insolvenz noch erhöhen wird. Deshalb ist der Insolvenzverwalter überzeugt, dass die Insolvenzgläubiger dem Insolvenzplan zustimmen werden.

Die Ansprüche sollen auf eine vom Insolvenzverwalter gegründete Gesellschaft, die Zweite Amplificator GmbH, übertragen werden. Die Aufgabe dieser Gesellschaft ist dann, sie geltend zu machen und durchzusetzen. Ansprüche bestehen laut Insolvenzverwalter gegen die früheren Aufsichtsratsund Vorstandsmitglieder, frühere Abschlussprüfer und Berater und eine niederländische Bank. Sodann gibt es Anspruchsüberhänge zu Gunsten der Garant aus den vom Insolvenzverwalter der Salamander-Schuhgruppe geltend gemachten Ansprüchen gegen die EnBW und des Insolvenzverwalters der Gamma Beteiligungen.

In einer späteren Hauptversammlung soll das Eigenkapital der Garant weiter erhöht werden. Die Zeichnung der neuen Aktien soll insoweit den Altaktionären vorbehalten bleiben, um ihnen eine teilweise Kompensation für den jetzt beschlossenen Bezugsrechtsausschluss zu gewähren. Allerdings wird es sich dabei lediglich um stimmrechtslose Vorzugsaktien handeln. Die Abstimmung über den Insolvenzplan wird voraussichtlich im Juli 2007 stattfinden, so dass das Verfahren danach vom Insolvenzgericht aufgehoben werden kann.

Lob und Tadel der Aktionäre

Problematisch für Metzeler, und von Aktionären kritisiert, dürfte eine Sperrklausel sein, die mit dem letzten Finanzinvestor vereinbart worden war, mit dem eine Einigung nicht zustande gekommen war. Sie besagt, dass bis zum 1. Juli 2007 nicht mit weiteren Investoren verhandelt werden darf. Metzeler erklärte sich für diese Klausel verantwortlich. Sie sei aber nicht mehr im Wege einer Verhandlung abwendbar gewesen, das Verhältnis zu diesem Investor sei zerrüttet. Kritische Fragen galten der Höhe der Beraterhonorare, der Vergütung des Insolvenzverwalters selbst und dem Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre. Letzteres sei letztlich auf die Forderung der Banken zurückzuführen, dem strategischen Partner 75 Prozent plus Eins der Stimmrechte zu verschaffen und eine Plansanierung durchzuführen. 06/07 Peter Skop

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