Schuhmarkt

Shoe Time mit Ausstellerrekord

Spät in der Orderrunde zeugt die Shoe Time von guter Stimmung bei den Händlern. Vor allem der ostdeutsche Fachhandel orderte fleißig und hatte Spaß an der Mode. 08.10.07 Peter Ludwig

Spät in der Orderrunde zeugt die Shoe Time von guter Stimmung bei den Händlern. Vor allem der ostdeutsche Fachhandel orderte fleißig und hatte Spaß an der Mode.

„Eindeutig ja; es war wieder eine gute Messe“, bilanzierte das Management der Mitteldeutschen Schuh Messe zum Ende der Shoe Time. Der Hauptordertermin für Frühjahr/Sommer 2008 am Standort Mitteldeutsches Mode Center (MMC) in Leipzig-Schkeuditz besitzt mittlerweile überregionale Anziehungskraft. Davon zeugen nachweislich Einkäufer-Adressen aus beinahe allen Teilen der Republik, insbesondere aus dem Raum Berlin, Hannover, Göttingen, Kassel oder Nürnberg.

Bemerkenswert ist die erneut gestiegene Ausstellerzahl in Leipzig-Schkeuditz: Mit 352 Kollektionen von 282 Anbietern wurde ein neuer Höchststand markiert. Die mit 816 bezifferte Anzahl der als Fachbesucher registrierten Geschäftsadressen bewegte sich etwa auf dem Niveau des bisherigen Spitzenwertes aus dem Jahr 2001. Die Shoe Time hat sich als starkes Orderfinale gerade seitens des ostdeutschen Fachhandels erwiesen, der hier noch beachtliche Teile seines Vororder-Budgets vergab.

Von Vorteil war hier sicherlich, dass die Anbieter verlässliche Aussagen zu besonders abverkaufsstarken Modellen treffen konnten. Zudem, so heißt es, habe die zuletzt gute Stimmung im Handel das Orderverhalten positiv beeinflusst. Die Rede war von „bemerkenswerten Sofortbestellungen“ an modischen Halbschuhen, Ankleboots oder Stiefeletten. Stiefel und warm gefütterte Boots wurden „mengenmäßig geringer“ nachgezogen. Was die Vororder anbelangt, vermochten nicht alle Aussteller gleichermaßen von dem aus dem September-Umsatzplus herrührenden Stimmungs-Hoch zu profitieren.

Dem hiesigen Fachhandel und der Messe bereits über Jahre treue Lieferanten schnitten deutlich besser ab als Messe-Neueinsteiger. Derer traten diesmal über 20 an, darunter Mini Milano, Cellini, Café Noir, Vincenti, Candic Cooper, Luciano Barachini, X-travaganca, Montjola, Tommy Hilfiger, Robeez, Keen oder Maxam. In puncto modische Styles, Farben und Materialien bei Damenschuhne nähert sich der profilierte Fachhandel in den neuen Bundesländern im Einkauf dem Westniveau an, wie etliche Anbieter bemerkten. Einzig das Thema Lack stieß auf eine schwächere Resonanz. Auch mit dem Überangebot an Glanz und Glitzer hatten ganz offensichtlich viele Einkäufer ein Problem und suchten nach ruhigeren Modellen. Noch reichlich konservativ verlief der Einkauf bei Herrenschuhen. Insbesondere bei den kleineren Fachgeschäften fiel die noch starke Fixierung auf preisgünstige Ware auf, ungeachtet dessen, dass solche Angebote hinsichtlich modischer Attraktivität und Originalität, teils auch der Qualität bei kritischer Betrachtung unter betriebswirtschaftlichen Aspekten weniger gut abschneiden.

 

Handel ist Wandel

Die Shoe Time zeigte sich in Teilen umstrukturiert. In neuer Halle präsentierte sich der Bereich Shoe Specials, wo Anbieter modischer Damen- und Herrenschuhe, unter ihnen die zahlreich vertretenen Italiener, unter einem Dach zusammengefasst sind. Der Standortwechsel hatte zur Folge, dass Aussteller wie auch Besucher buchstäblich ausgetretene Pfade verlassen und neue Messewege beschreiten mussten.

Den Stellenwert als Hauptorderveranstaltung der Mitteldeutschen Schuh Messe unterstrich die Shoe Time durch ihr Rahmenprogramm: Schuhmodenschauen zeigten trendige Artikel in Verbindung mit Komplettoutfits. Die Trends Frühjahr/Sommer 2008 stellte Modeexpertin Marga Indra Heide vor. Mit viel Beifall bedacht wurde der außerordentlich gut besuchte Vortrag von Gabriele Brandau zu Fragen, wie man ein erfolgreicher Verkäufer wird. 08.10.07 Peter Ludwig

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