Schuhmarkt

Ara setzt stärker auf Mode

Der Langenfelder Schuhanbieter Ara hat die Kollektion für Frühjahr/Sommer 07 aufgefrischt. Die Preise wurden gehalten, doch das Werk in Feldkirchen muss schließen. 08.09.06 Peter Skop

Sowohl die Ara- wie auch die Jenny-by-Ara-Kollektion wurde kräftig verjüngt. Nicht ohne Stolz präsentierten Marketingleiterin Jenny Zimmerer und Verkaufsleiter und Prokurist Karsten Bolle SchuhMarkt die neue Kollektion. Modische Ballerinas, Mokassins, Slingpumps oder Sandaletten kommen in den neuen Trendfarben daher. Viele Naturtöne, Weiß, Beige, ein bisschen Gold lauten die Schlagworte.

Schmuckelemente wie Schnallen oder Nieten setzen dezent Akzente. Angenehme Absatzhöhen und Keile entsprechen dem Trend. Besonderen Wert legte Ara auf eine hochwertige Ausstattung. So werden nur noch Schuhe mit Vario-Fußbett und Lederfutter angeboten. Zwar sind bei Jenny die Formen ähnlich aufgebaut, doch haben sich die Langenfelder bemüht, Überschneidungen zu vermeiden.

In zwei Gruppen wurden die Sommerschuhe bei Ara mit Gore Tex XCR ausgestattet, was dem Klimakomfort dienen soll. Die Schwerpunktpreislage liegt bei 69,90 Euro, der offene Bereich beginnt bei 49,90. Jenny liegt im Schnitt bei 49,90 Euro. Ein kompletter Lederschuh ist aber auch ab 39,90 zu haben. „Wir haben die Mehrwertsteuer komplett umgesetzt“, erklärt Bolle. Soll heißen, die Preislagen werden gehalten, ohne dass dies zu Lasten des Handels geht.

Dies hat auf Produktionsseite allerdings seinen Preis: Das Ara-Werk in Feldkirchen macht zum Ende des Monats dicht (siehe unten). Die Produktion in Österreich wird dem Unternehmen zu teuer. Profitieren werden die Auslandswerke in Portugal, Rumänien und Indonesien. Ara ist dennoch ein expandierendes Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2005 konnten 275 Mio. Euro in der Gruppe erwirtschaftet werden, 2004 waren es 272 Mio. Euro (SchuhMarkt berichtete). Wachsen will Ara verstärkt mit den Ara-Shops, einem Erfolgsmodell, das nun auch in kleinere Städte und in 1a-Lagen gehen wird. „Die Standortanalysen sind erstellt“, kündigt Bolle indirekt weitere Eröffnungen an. Vor allem in den Stores stellten die Langenfelder – stärker als im Schuhfacheinzelhandel selbst – die Attraktivität der Marke auch für eine jüngere Zielgruppe fest, was ein Grund für die beschriebene Verjüngung ist.

Das Sortiment der Shops besteht zu rund 70 Prozent aus den gleichen Artikeln, die der Fachhandel führt. Ein weiteres Expansionshilfsmittel wird die verstärkte Investition in Werbung sein, die zum Teil mit Partner Gore zusammen stattfindet. Im Herbst wird Ara-Werbung den Herbst-Winter-Katalog des Reiseveranstalters DER-Tour schmücken. Auch in Publikumszeitschriften wie Bunte oder Gala sind Streifen geplant. Mit ihrer Hilfe werden Kundenadressen gesammelt, die den Schuhhändlern zur Verfügung gestellt werden. Die City-Light-Werbung im März sei gut angenommen worden, so Bolle, eine Wiederholung somit nicht auszuschließen.

Aus für Feldkirchen

Das Ara-Werk im österreichischen Feldkirchen wird zum Ende September seine Produktion einstellen. Betroffen sind 172 Arbeitnehmer. Begründet wird die Schließung mit dem hohen Lohnniveau. Die Schuhproduktion wird in die preiswerteren Länder Portugal, Indonesien und vor allem nach Rumänien verlagert.

Der Standort wird jedoch nicht völlig geschlossen. „Es werden 60 Mitarbeiter der Logistik beschäftigt bleiben“, erklärte Ara-Österreich-Geschäftsführer Herbert Lininger der österreichischen „Kleinen Zeitung“. Schuhe aus dem Ausland würden dort verpackt und zu den Kunden geschickt. 08.09.06 Peter Skop

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