Schuhmarkt

Editorial 16/07: Wo kauft die Jugend?

Eigentlich ist die obige Fragestellung von vornherein fragwürdig. Denn gibt es d i e Jugend überhaupt? Eher nein. Wenn man sich mit dem Thema Young Fashion beschäftigen will, kommt man schon recht bald auf die Frage, welche Jugendkultur man denn nun näher betrachtet.

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

Eigentlich ist die obige Fragestellung von vornherein fragwürdig. Denn gibt es d i e Jugend überhaupt? Eher nein. Wenn man sich mit dem Thema Young Fashion beschäftigen will, kommt man schon recht bald auf die Frage, welche Jugendkultur man denn nun näher betrachtet.

Wo ist die Avantgarde, die der allgemeinen Massenmode voraus ist? Da gibt es die jungen Strebsamen und Angepassten genauso wie die Punkszene, Skateboarder wie auch Gothic-Anhänger, Biker oder die Umweltbewußten. Wobei Letztere Umweltbewußtsein sicher nicht für sich allein gepachtet haben. Jugendkulturen sind lebendig in der Abgrenzung zur Erwachsenenwelt. Dabei stört es nicht, wenn die Jugendlichkeit im Laufe der Jahre zurückgeht. Auf das Zugehörigkeitsgefühl kommt es an. Die sich abgrenzenden brauchen und produzieren ihr eigenes Ding. Sprache, Benehmen oder auch Mode.

Einen guten Einblick gab und gibt die Bread & Butter, die nun nur noch in Barcelona stattfindet. Eine kleine aber feine Messe, die wiederholt und mit steigender Tendenz in Frankfurt veranstaltet wurde, ist die Bright. Hier versammelte sich vor allem die Sport-, genauer gesagt die Boardsportszene. Sie hat nicht unerheblichen Einfluss auf Schuhanbieter, die auch beim breiten Jugendpublikum ankommen. Denn eines hat unsere Mitarbeiterin Swantje Francke auch feststellen können, als sie das Thema Young Fashion mehr und mehr einkreiste: Die Käufer von sportinspirierter Kleidung oder von trendigen Schuhen üben den Sport häufig gar nicht selbst aus.

Worum es geht, ist, als Teilnehmer oder Sympathisant dieses Umfelds wahrgenommen zu werden. Wo bleibt dabei der Schuhhandel? Was den harten Kern der Jugendkulturen angeht, dürfte er wenig Chancen haben und er führt deshalb viele der speziellen Jugendmarken erst gar nicht. Die Insider haben ihre eigenen Nischengeschäfte. Aber der Schuhfachhandel muss aufpassen, dass er die Trends richtig erkennt und deren Übersetzungen in den Massengeschmack mitbekommt.

Ihr Peter Skop

 

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