Schuhmarkt

Keine Mehrheit für Schuh-Zölle

Die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten hat sich gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Antidumping-Maßnahmen ausgesprochen. 08.08.06 Peter Skop

Für EU-Kommissar Peter Mandelson könnte es knapp werden, will er die Antidumpingmaßnahmen gegen chinesische und vietnamesische Lederschuhimporte aufrechterhalten.

In der EU findet er bisher keine Mehrheit für seine Vorschläge. 14 Mitgliedsstaaten haben nun seine jüngsten Pläne für die Zeit nach dem 7. Oktober abgelehnt. Bis dahin gelten die provisorischen Maßnahmen vom April, die in der Endstufe 19,4 Prozent Strafzölle auf chinesische und 16,8 Prozent auf vietnamesische Schuhe vorsehen.

In erster Linie sind es die Nordeuropäer inklusive Deutschland und Großbritannien, die die Antidumpingmaßnahmen ablehnen, während den Südländer die Maßnahmen nicht weit genug gehen. Ihre Enthaltung würde wie Zustimmung gezählt, doch überwiegt die Nein-Fraktion. Der Verband der Schuhimporteure und Handelsketten Fair, in dem unter anderen Columbia, Clarks, Deichmann und Wortmann vertreten sind, hat die Ablehnung ausdrücklich begrüßt.

Fair-Geschäftsführer Paul Verrips fühlt sich in der Auffassung bestätigt, die Informationen, auf denen die EU-Kommissionsvorschläge basierten, seien hochgradig unzuverlässig. Da dies bereits der zweite Vorschlag war, hält Verrips es für schwierig, dass es der Kommission gelingt, einen neuen Vorschlag zu entwickeln. Auch der Präsident und Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie, Philipp F. Urban, betont, dass ein neuer Vorschlag bis zum 15. September vorliegen müsse, damit der Zeitplan eingehalten werden könne. „Wenn er schlau ist, stellt er das Verfahren ganz ein“, denkt Urban in Richtung Mandelson. Allerdings könnte es dann wiederum problematisch werden, die bisher erhobenen Zölle aufrecht zu erhalten, denn dafür fehle dann die Rechtsgrundlage. 08.08.06 Peter Skop

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