Schuhmarkt

SMI 26/06: SchuhMarkt-Index auf Jahrestief

Der Geschäftsklimaindex des Schuh- Marktes erreicht mit 71,7 Punkten den schlechtesten Wert dieses Jahres. Schuhhandel im Osten ist besonders pessimistisch. Peter Skop

Allen positiven Stimmungsmeldungen über die anziehende Konjunktur zum Trotz hat sich die Stimmung im Schuhfacheinzelhandel erheblich eingetrübt. Offensichtlich sehen die Händler dem nächsten Jahr mit weniger als mit gemischten Gefühlen entgegen.

Der SchuhMarkt-Index, den die BBE-Unternehmensberatung monatlich im Auftrag des SchuhMarktes ermittelt, ist auf 71,7 Punkte, somit auf ein Jahrestief, gesunken. Während in den westlichen Bundesländern ein Wert von 77,8 ermittelt wurde, kommen für die östlichen Länder lediglich 51,1 Punkte zusammen. Mit den Geschäften der Vergangenheit, das heißt den Umsätzen im Oktober, die bei der Novemberbefragung ermittelt werden, kann dieses Stimmungstief nicht zusammenhängen.

Immerhin konnten 43 Prozent der Befragten ein Umsatzplus gegenüber Vorjahresmonat für sich verbuchen (Vormonat: 29 %) und 27 Prozent immerhin Gleichstand, 29 Prozent hatten dagegen weniger in der Kasse als im Jahr zuvor (Vormonat 47 Prozent). Fast nicht mehr notwendig zu erwähnen, dass Ostschuhhändler schlechter abgeschnitten haben als Westhändler. Die Lage der Branche und die des eigenen Unternehmens wird jedoch erheblich schlechter als noch im Vormonat beurteilt. Wobei die Lage der Branche noch einen Tick schlechter gesehen wird, als die des eigenen Unternehmens.

Sahen im Vormonat noch 30 Prozent der Befragten das eigene Unternehmen in einer guten oder sehr guten Lage, so bejahten dies im November nur 16 Prozent. Dies und die deutlich gesunkenen Prognosen für das nächste halbe Jahr bezüglich Umsatz, Kundenzahl, Gewinn und Ausgabefreudigkeit der Verbraucher, sind sicher Gründe genug, die Stimmung nach unten rauschen zu lassen.

Es scheint geradezu, als ob die Händler jetzt erst erfasst hätten, dass die Mehrwertsteuererhöhung schon bald für Kaufzurückhaltung sorgen könnte. Glaubten im Vormonat noch 46 Prozent, dass die Ausgabefreudigkeit in den nächsten sechs Monaten niedriger sein wird, so glauben dies im November bereits 59 Prozent. Besonders in Ostdeutschland gehen gerade einmal 17 Prozent von einer gleichbleibenden Konsumlust aus, der Rest, 83 Prozent nimmt an, dass sie niedriger (74 %) oder viel niedriger ausfällt. Da hilft auch nicht viel, dass die Konjunkturaussichten sich minimal gebessert haben, was sich jedoch kaum positiv auf die regionale und bundesweite Arbeitsmarktentwicklung auswirkt. Peter Skop

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