Schuhmarkt

Editorial 26/06: Zusammenhalten

„Wer allein bleibt, ist blöd.“ Sollte man eine derart provokante Aussage wirklich stehen lassen? Ulrich Eggert hatte den Satz gesagt, als er nachdrücklich darauf hinwies, dass Kooperationen für den Einzelhändler heute wichtiger denn je sind. Und ohne die Leistungen derer zu schmälern, die es tatsächlich als Einzelkämpfer schaffen, weil sie besonders gute Ideen oder Ideen besonders gut umsetzen, muss an dieser Einschätzung wohl auch etwas dran sein.

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

„Wer allein bleibt, ist blöd.“ Sollte man eine derart provokante Aussage wirklich stehen lassen? Ulrich Eggert hatte den Satz gesagt, als er nachdrücklich darauf hinwies, dass Kooperationen für den Einzelhändler heute wichtiger denn je sind. Und ohne die Leistungen derer zu schmälern, die es tatsächlich als Einzelkämpfer schaffen, weil sie besonders gute Ideen oder Ideen besonders gut umsetzen, muss an dieser Einschätzung wohl auch etwas dran sein.

ANWR-Vorstand und ZGV-Präsident Joachim Siebert zitiert gerne eine Studie, die belegt, dass die Wahrscheinlichkeit in Schwierigkeiten zu geraten für Mitglieder von Verbundgruppen geringer ist als für Nichtmitglieder. Natürlich müssen die Verbundgruppen dafür auch etwas tun. Aber ich glaube, das haben die Kooperationen der Schuhbranche auch schon längst begriffen. Als ich die BBE-Studie von Eggert noch einmal rauskramte, fiel mir auf, dass – in unterschiedlicher Intensität – doch schon einige der Thesen Eggerts umgesetzt oder zumindest auf den Weg gebracht waren.

So sehen sich die meisten Verbundgruppen schon längst nicht mehr nur als reine Wareneinkaufsgemeinschaften, auch wenn die Ware wichtige Grundlage des Geschäfts bleibt.Verkaufsfördernde Maßnahmen und die Unterstützung des Handels, damit sich dieser auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann, rücken in den Vordergrund. Die Stärkung der Dienstleistungskompetenz wird von den Gruppen forciert. Dies funktioniert auch durch Auslagerung. Diese bietet den Vorteil, dass Leistungen, die nicht eng mit der eigenen Gruppe verknüpft sind, auch anderen angeboten werden können.

So profitieren beispielsweise G-Lord-Mitglieder vom Sabu-Wareneinkauf, aber ihnen bleiben die Exklusivmarke Andiamo oder die Vertriebskonzepte logischerweise verschlossen. Die Bank der ANWR, die DZB, bietet ihre Zentralregulierungskompetenz oder Finanzierungsmodelle auch anderen Gruppen an. Muss man bei aller Ökonomie das Menschliche innerhalb der Verbundgruppen aus den Augen verlieren? Reine Vertragsbeziehungen propagiert Eggert. Das ist im Prinzip richtig. Doch auch ein menschlicher Umgang miteinander ist förderlich für das Geschäft. Denn nicht nur gute Verträge sondern auch Zusammenhalt macht stark.

Ihr Peter Skop

 

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