Schuhmarkt

Schuhe aus dem Netz

Der Unternehmer Michael Wollenschein hat mit shoes.de eine erfolgreiche Verkaufsseite für Schuhe im Internet aufgebaut. Nun lockt ein lukratives Angebot. 08.08.07 Peter Skop

Der Unternehmer Michael Wollenschein hat mit shoes.de eine erfolgreiche Verkaufsseite für Schuhe im Internet aufgebaut. Nun lockt ein lukratives Angebot.

Die Bestellungen laufen gut. So gut, dass ein Investor einen siebenstelligen Betrag für das beliebte Portal shoes.de bietet.Detaillierte Einblicke in Zahlen und Fakten vermeidet Wollenschein. Doch das Angebot scheint so attraktiv, dass der 37jährige nicht mehr arbeiten müsste. Dies ist für den engagierten Internethändler allerdings völlig indiskutabel: „Ich liebe meinen Job und arbeite parallel bereits an einem weiteren Internetprojekt!“

 

Der stationäre Schuhfachhandel wurde ihm in die Wiege gelegt. Seit 1900 sind die Wollenscheins eine feste Größe im Schuhbusiness des Rhein-Erft-Kreises. Der Senior hatte zu Spitzenzeiten vier Läden in Köln und Umgebung. Junior Michael übernahm diese vor sieben Jahren, 2002 kam der Versand hinzu. Ende Juli diesen Jahres wurde die letzte stationäre Filiale nun geschlossen – das Stammhaus in Bergheim.

„Selbst starke Nerven und gute Ideen reichen heute nicht mehr aus“, meint Wollenschein auf die Frage, warum der stationäre Handel für ihn keine Perspektive mehr bietet. „Wir haben über die Jahre alles versucht, die Läden zu halten: Mailing-Aktionen, Kundenkarten, Rabattaktionen, Treue-Prämien, sogar der King of Late Night, Harald Schmidt, erklärte das Schuhhaus Wollenschein live in seiner Show offiziell zum Kultladen (das Video gibt’s auf der Presseseite von shoes.de) - die Umsätze sind dennoch stetig gesunken.“

Offizieller Verkaufspunkt

Die Entwicklung des stationären Handels sieht Wollenschein eher düster, seine Zukunft sei das Internet. „Viele große Filialisten unterschätzen das Potential, das in der virtuellen Einkaufswelt tatsächlich steckt“, sagt Wollenschein. Doch es lasse sich längst nicht alles über das Web verkaufen warnt der Schuhspezialist: „Das Angebot muss Mainstream sein, Marken, die bekannt sind und im Trend liegen“. Entsprechend findet man unter shoes.de Brands wie Lacoste, Tommy Hilfiger, Jette Joop, Clarks, Kowalski, um nur wenige zu nennen. „Wir verkaufen nicht über den Preis, sondern über Trends und Qualität. Wir sind ein offizieller Verkaufspunkt. Jeder Lieferant, der mit der Zeit geht, sieht hier keine Probleme.

Bereits 1996 hat er sich das heutige Goldstück, den Namen shoes.de, gesichert. Als er vor fünf Jahren aus einer Laune heraus ein paar Schuhe ins Netz stellte, ahnte er nicht, dass ihm nur wenige Jahre später ein größeres Vermögen für einen Domain-Namen geboten würde. Bis dato ist shoes.de keine bedrohliche Konkurrenz für den Fachhandel. Dies könnte sich allerdings schnell ändern, sollte Wollenschein sich zum Verkauf entscheiden. „shoes.de ist der beste Domainname, den man für einen Schuh-Webshop haben kann. Legt hier ein Konzern mit dem entsprechenden Marketing-Budget Hand an, ist das Umsatzpotential unermesslich. Daher auch das hohe Angebot, welches bereits das zweite seit Bestehen von shoes.de ist“, erklärt Wollenschein und fügt augenzwinkernd hinzu: „Eine Idee von dem, was möglich ist, sehen Sie in Amerika unter shoes.com“. Ob er dem Reiz des Angebotes erliegen wird, bleibt offen. Fakt ist, dass der sympathische Internetunternehmer an seinem „Baby“ hängt und sicherlich im Zuge der rasanten Entwicklunn zukünftig noch einigen Versuchungen ausgesetzt sein wird. 08.08.07 Peter Skop

 

Verwandte Themen
Jamaika gescheitert DIHK HDE Der Mittelstandsverbund
Jamaika ist gescheitert – das sagt die Branche weiter
Benci Brothers Flagshipstore Zürich
Benci Brothers eröffnet Flagshipstore in Zürich weiter
Junge Unternehmer der ANWR vor der Amsterdamer Solebox dem Kultobjekt Sneaker auf der Spur.
Junge ANWR-Unternehmer in Amsterdam weiter
vl.: HDE-Geschäftsführer Stefan Genth, Tagesschausprecherin Judith Rakers, das Gesicht des Handels Marcus Werner und HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.
Das Gesicht des Handels 2017 kommt aus Cottbus weiter
Handelskongress bestärkt die digitale Welt weiter
Sabu Laufgut Lerch Zusa
Erstes Laufgut-Geschäft in der Schweiz kommt weiter