Schuhmarkt

Urban kämpft weiter gegen Zölle

Der HDS-Vorsitzende bekräftigt seine Ablehnung der Antidumpingmaßnahmen. Schuhindustrie berücksichtigt Mehrwertsteuererhöhung in der Kalkulation. 07.03.06 Peter Skop

Der Vorsitzende des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie, Philipp F. Urban, hat auf der traditionellen GDS-Pressekonferenz seine Ablehnung der von der EU geplanten Antidumpingzölle bekräftigt. „Die Maßnahmen bringen keinen Arbeitsplatz zurück“, sagte Urban. Und die Einnahmen aus den Zöllen würden auch nicht in die Umstrukturierung der Schuhindustrie gesteckt, so die weitere Kritik. Urban warf der Kommission vor, mit falschen Zahlen zu operieren. So sei der Importpreis seit dem Quotenfall um 25 Prozent zurückgegangen, werde von interessierter Seite behauptet. Die Zahl der Importe in die EU aus China sei zwar um 42 Prozent von Januar bis Oktober 2005 gewachsen, der Durchschnittspreis aber um 12 Prozent gestiegen. Zudem warf Urban die Frage auf, was die Kommission tue, wenn aus Polen Sandalen für Männer mit Lederoberteil 5,17 Euro, aus Spanien 6,89 Euro und aus Vietnam lediglich 6,97 Euro kosteten oder Halbschuhe aus Polen für 7,12 Euro auf den deutschen Markt gelangten, die aus Vietnam immerhin 12,23 Euro kosteten. „Wo bleibt da die Gleichbehandlung“, so Urban. Er sei dafür, sich gegen Dumping zu wehren, doch diese Maßnahmen seien der falsche Weg. Als weitere, die deutschen Schuhanbieter belastendende Maßnahmen, nannte Urban die möglichen Wirkungen des von der Türkei eingeleiteten Safeguard-Verfahrens sowie die zum 1. Januar 2007 in Kraft tretende Mehrwertsteurererhöhung um drei Prozent. Der HDS-Vorsitzende zeigte Verständnis für den Wunsch des Handels, diese Erhöhung nicht alleine ihm zu überlassen. Kein Verständnis zeigte er jedoch für Versuche, eine nachträgliche Preisreduzierung für am 31. Dezember 2006 noch vorhandene Ware in den Filialen zu erzwingen. Laut der Vorsitzenden des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels, Brigitte Wischnewski, gibt es mit der Industrie mehrheitlich einvernehmliche Lösungen. So werde die Herbst-/Winterware im Verhältnis 60 zu 40 nach alter und neuer Kalkulation angeboten. Dies spiegele die Abverkaufsquoten wider und sei ein faires Angebot der Industrie. „Ausreißer“ nach oben und unten (neue Kalkulation auf die gesamte Kollektion H/W oder erst für Sommer 2007) gebe es daneben auch. Die Mehrwertsteuererhöhung sollte auf drei Schultern getragen werden. Dem Verbraucher werde klar sein, dass er ebenfalls um höhere Preise nicht herum komme. Doch müsse das Thema von Seiten des Handels sensibel angegangen werden, um Situationen wie bei der Euroumstellung zu vermeiden, als der Verbraucher eine höhere Teuerung „fühlte“, als sie tatsächlich nachweisbar war. Als globaler Einkäufer lehnt der Handel Importbeschränkungen für China ab, so Wischnewski. Es wäre, nach der Mehrwertsteuererhöhung, die zweite „politische Preiserhöhung“, die der Handel als Erfüllungsgehilfe durchsetzen solle, erklärte die BDSE-Vorsitzende.07.03.06 Peter Skop

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