Schuhmarkt

Italien hat eine Schlacht gewonnen

„Wir haben eine Schlacht, aber noch nicht den Krieg gewonnen“, erklärte der Präsident des italienischen Schuhherstellerverbandes Anci, Rossano Soldini gegenüber SchuhMarkt. 06.10.06 Thesy Kness-Bastaroli

„Wir haben eine Schlacht, aber noch nicht den Krieg gewonnen“, erklärte der Präsident des italienischen Schuhherstellerverbandes Anci, Rossano Soldini gegenüber SchuhMarkt.

Natürlich sei er mit der Fortsetzung der Antidumping-Maßnahmen, die von der zuständigen EU-Kommission nun für zwei Jahre beschlossen worden sind, zufrieden. „Wir haben den Sieg schließlich auch dem Einsatz unserer Regierung, vorerst des Vizeministers Alfredo Urso und nun der Ministerin für internationalen Handel, Emma Bonino zu verdanken“, erkannte Soldini den vollen Einsatz der Regierungsmitglieder an. Allerdings gebe er sich mit der zweijährigen Fortsetzung der Antidumping-Maßnahmen nicht zufrieden.

 

„Wir müssen alles unternehmen, um unseren Sektor zu schützen“, meinte der Verbandspräsident und drängt auf die Einführung der obligatorischen Ursprungsbezeichnung, auf die Etikettierungspflicht. Soldini hat mit seinen Forderungen vom Schuhherstellerverband Anci volle Rückendeckung. Anci-Vizepräsident und aussichtsreicher Kandidat für den im Sommer 2007 vakant werdenden Präsidentenposten, Vito Artioli, kommentiert die Maßnahme ebenfalls positiv.

Die EU hat ein mit ihrer Entscheidung ein wichtiges Signal gesetzt und bewiesen, dass es eine EU-Wirtschaftspolitik gibt. Die Maßnahmen sind auch deshalb wichtig, weil dadurch an den Zollämtern strengere Kontrollen geübt werden“, sagte Artioli SchuhMarkt. Die Frage bleibt allerdings ob die zwei Jahre, für welche die Antidumping-Maßnahmen befristet sind, ausreichen, um den Sektor umzubauen und zu sanieren. „Zwei Jahre sind für all jene Firmen, die bereits mit der Restrukturierung begonnen haben, ausreichend“, erklärte Artioli. Sein Unternehmen stellt hochqualitative Schuhe in dem kleinen Städtchen Tradate (zwischen Mailand und Varese) her und ist vom China-Importboom kaum betroffen. „Jetzt geht es darum, unsere Kunden zu sensibilisieren“, kündigte Ariano Sartor von der Sportschuhfirma Stonefly die künftigen Konzernstrategie an.

Konsequenzen der China-Importzölle sind bereits vorhanden: Geox-Präsident und Firmeninhaber Moratti Polegato hat bereits die teilweise Produktionsauslagerung seiner Geox-Schuhe von China nach Indonesien angekündigt. 06.10.06 Thesy Kness-Bastaroli

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