Schuhmarkt

Editorial GDS-Ausgabe: Höher, weiter, schneller

Um sich einige Zentimeter mehr Länge zu verschaffen, trippelt das Pavianweibchen auf den Zehenspitzen, wenn es paarungswillig ist: Ungeachtet größter Anstrengungen, denn den Männchen imponiert es nun mal. Auch die Menschenweibchen stöckeln wieder. Zuletzt in Berlin auf dem vielgeliebten „Stiletto Run“, der diesmal doppelt so viele Schaulustige anzog.

 

 

Ilona Sauerbier, stv. Chefredakteurin

Um sich einige Zentimeter mehr Länge zu verschaffen, trippelt das Pavianweibchen auf den Zehenspitzen, wenn es paarungswillig ist: Ungeachtet größter Anstrengungen, denn den Männchen imponiert es nun mal. Auch die Menschenweibchen stöckeln wieder. Zuletzt in Berlin auf dem vielgeliebten „Stiletto Run“, der diesmal doppelt so viele Schaulustige anzog.

Absatzschwierigkeit mit Hacken aller Art scheint es im Moment nicht zu geben, denn Pumps haben sich nach langen Sneaker- und Stiefelphasen wieder im Umsatz-Olymp angesiedelt. Doch nicht nur Heels gehen nach oben. Mit der Tendenz zu mehr Qualität und neuer Galanterie kursiert das Wort Trading-up in der gesamten Branche. Alles wird wertiger: Leder, Dekors, Styling – Warenpräsentationen. Die Anspruchshaltung der Kunden steigt, heißt es. „Die klassischen Fachhändler müssen ein Trading-up vornehmen, sonst verlieren sie Umsatzanteile an Discounter und Filialisten“, sagte uns kürzlich Harald Neisser, Warenvorstand bei der ANWR. Denn preisaggressive Discounter und Filialisten peilen immer mehr nach guten Marken. Doch keine Bange, Profilierung nach oben muss nicht über Gucci und Prada passieren.

Trading-up kann auch besseres Marketing sein: Eine kompetente Modeberatung zum Beispiel, damit die Kundin weiß, welcher Schuh wozu passt. Oder ein perfekter Schuhservice, der die abgeschrabbten lederbezogenen Absätze wieder richtet, die im nächsten Sommer für gelegentlichen Stress sorgen könnten. Aufwertung ist aber auch eine stimmige Präsentation, wie sie neuerdings Marc über Merchandiser seinen Handelspartnern zukommen lässt, oder hochwitzige Kampagnen, wie sie Gisy in Hannover mit „Schweigen für Schuhe“ erreicht hat. Und Trading-up ist, immer frische Mode und häufiger wechselnde Programme anzubieten:Warenfaszination also. Eine neue Saison steht vor der Tür. Die Stimmung ist gut. Die Branche verzeichnet Umsatzzuwächse um 30 Prozent und hat zwei erfolgreiche Saisons hinter sich. Behalten Sie diesen Optimismus auch für Sommer 2008. Es steckt wieder Musik in der Schuhbranche.Wir wünschen Ihnen interessante und ergiebige Messen. Ordern Sie mutig und setzen Sie schöne Highlights.

Ilona Sauerbier

 

 

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