Schuhmarkt

Editorial 08/06: Orderzwickmühle

Frühjahr/Sommer 2006 begann mit einem Bibberstart. Viel zu kalt war es, als dass der Verbraucher oder die Verbraucherin wirklich Lust auf neue Mode bekommen hätten. Noch vor zwei Wochen gab es Kundenanfragen nach Winterstiefeln! Nur eine kleine Minderheit der Fashion-Victims konnte es gar nicht abwarten, neues Outfit an sich selbst auszuprobieren.

Peter Skop, ChefredakteurFrühjahr/Sommer 2006 begann mit einem Bibberstart. Viel zu kalt war es, als dass der Verbraucher oder die Verbraucherin wirklich Lust auf neue Mode bekommen hätten. Noch vor zwei Wochen gab es Kundenanfragen nach Winterstiefeln! Nur eine kleine Minderheit der Fashion-Victims konnte es gar nicht abwarten, neues Outfit an sich selbst auszuprobieren. Nach einem guten Wintergeschäft und ordentlicher Lagerräumung kam es im März deshalb zu einer erheblichen Umsatz-Delle. Die Nicht-Umsätze treffen vor allem die Übergangsware, die bei mittleren Temperaturen nun angesagt wäre. Folgt dem langen Winter aber jetzt eine rasche Erwärmung, steigen die Verbraucherinnen möglicherweise gleich bei der Sommerware ein. Die Folge: Übergangsware bleibt liegen. Das könnte schmerzliche Folgen haben, denn die Verkaufschancen im Herbst sind auch zweifelhaft. In der Damenmode Herbst/Winter 2006/2007 wird es einen spürbaren Wandel geben. Sie wird zurückhaltender, klarliniger, mit Reminiszenzen an die 60er Jahre. Schwarz, Weiß, Grau bestimmen das Farbbild, aufgelockert durch dunkle Grün- oder Brauntöne. Auch in der Schuhmode festigt sich der Eindruck einer neuen Sachlichkeit, einer Rücknahme überbordender Dekoration und einer Dämpfung der Farbigkeit. Ob die Übergangsware des Frühjahrs, die wesentlich verspielter und farbiger ist und je nach Wetterverlauf möglicherweise noch auf Lager liegt, noch Absatzchancen haben wird, ist fraglich. Keine leichte Entscheidung in diesen Tagen, wenn es um die letzte Order für Herbst/Winter geht. lhr Peter Skop

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