Schuhmarkt

Internationale Schuhkompetenz hat ihr Zentrum in Pirmasens

Im März ist Baubeginn für das „International Shoecompetence Center – ISC – Pirmasens“. Es wird ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsangebot für die Schuhbranche bieten. 06.02.07 Fred G. Schütz

Im März ist Baubeginn für das „International Shoecompetence Center – ISC – Pirmasens“. Es wird ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsangebot für die Schuhbranche bieten.

Ziemlich genau zwei Jahre sind vergangen, seit die rheinland-pfälzische Schuhbranche in einem sogenannten „Round-Table”-Gespräch erstmals öffentlich über das Schuhkompetenzzentrum Pirmasens debattierte.

Aus dem Arbeitstitel „World Shoe Center” ist nun „International Shoecompetence Center - ISC - Pirmasens gGmbH (i.Gr.) geworden, und voraussichtlich Anfang März sollen die Bagger rollen.

Was sich im März 2005 andeutete, im Juni desselben Jahres als wünschenswert proklamiert wurde, zwischenzeitlich zur Hängepartie mutierte, ist nun Fakt: Das Prüf- und Forschungsinstitut, Pirmasens (PFI) wird mit einem 90-Prozent-Anteil Hauptgesellschafter, sein Leiter, Dr. Gerhard Nickolaus, vorerst Geschäftsführer und der Hauptverband der Deutschen Schuhindustrie (HDS) und die Stadt Pirmasens sind mit je fünf Prozent ebenfalls als Gesellschafter mit im Boot.

Die auf „maximal” 5,9 Millionen Euro bezifferte Gesamtinvestition wird mit 3,6 Millionen Euro aus Mitteln des Wirtschafts- und des Innenministeriums des Landes Rheinland-Pfalz großzügig bezuschusst. Wie hoch das Projekt ISC-Pirmasens bei der Landesregierung aufgehängt ist, dokumentierte sich wohl auch in der Anwesenheit des Landeswirtschaftsministers Hendrik Hering und des Innen-Staatsekretärs Roger Lewentz bei der Verkündigung der guten Nachricht in Pirmasens. In knappen Stichworten beschreiben sich die Aufgaben des künftigen ISC-Pirmasens so: Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, Aufbau von internetbasierenden Datenbanken, Querschnittstransfer, Musterproduktion und Netzwerkbildung.

Das hauptsächliche Augenmerk der Schuhindustrie dürfte sich allerdings auf das Thema Aus- und Weiterbildung richten, für die, wie in beinahe allen übrigen Aufgabenfeldern, Ressourcen des PFI, der Fachhochschule Pirmasens und der Deutschen Schuhfachschule gebündelt werden sollen. Das ISC-Pirmasens werde, so Nickolaus, die Lücken in den Aus- und Weiterbildungsangeboten schließen, die DSF und FH lassen. Das ISC stehe sowohl für die eintägige Weiterbildung zur Verfügung und sei Bestandteil eines kompletten FH-Studiums. Das ISC-Pirmasens soll zunächst mit rund neun Mitarbeitern in Betrieb gehen, in fünf Jahren sollen es dann rund 20 sein. Erklärtes Ziel des Geschäftsführers Gerhard Nickolaus ist, das ISC-Pirmasens so schnell wie möglich auch wirtschaftlich auf Erfolgskurs zu bringen.

Das in diesem Sinne bereits erfolgreich agierende PFI biete dem ISC eine entscheidende Starthilfe, so Nickolaus in einer Presseerklärung. „Das Zentrum kann auf Vielem bereits aufsetzen und seine Startphase stark verkürzen”. „Ich bin überzeugt, dass die Branche dieses Zentrum braucht”, sagte Nickolaus. Das Zentrum werde das Wissen der Branche bündeln und verfügbar machen. Angesprochen seien alle Sparten der Schuh- und Lederwarenindustrie, des Schuh- und Lederwarenhandels und aller Arten von Industrien im Umfeld der Branche. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hering erwarte „neue Impulse für die weltweite Entwicklung der Schuhindustrie”. Das ISC füge sich in die bisherigen konversionspolitischen Maßnahmen des Landes Rheinland-Pfalz für den Standort Pirmasens. „Der Erfolg hängt davon ab, in welchem Umfang die Industrie diese Möglichkeiten nutzt”, sagte Hering.

Der neue HDS-Geschäftsführer Manfred Junkert verwies auf die nach wie vor große wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Schuhindustrie, wo mit 14000 Beschäftigten jährlich drei Milliarden Euro umgesetzt würden. Die Akzeptanz des ISC-Pirmasens durch die Industrie hänge allerdings maßgeblich von dessen Angeboten ab. Dr. Peter Neumann, Geschäftsführer des Verbandes der rheinland-pfälzischen Schuhindustrie wertete das ISC für Land und Region „als Leuchtstern, der über die Branche hinaus wirken wird. Es ist ein großer Vertrauensbeweis in den Standort”. Der Pirmasenser Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis wertete es als Erfolg, dass es trotz „unterschiedlicher Interessenlagen, die es zu integrieren galt”, gelungen sei, das ISC nun ins Werk zu setzen. 06.02.07 Fred G. Schütz

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