Schuhmarkt

EU weitet Schutzzölle auf Macao aus

Die Europäische Union erhebt nun auch Schutzzölle auf Lederschuhe aus Macao. Bereits vor zwei Jahren waren Zölle auf Schuhe aus Vietnam und China als Antidumpingmaßnahmen verhängt worden.

Lederschuhe aus Macao werden einer Veröffentlichung der EU zufolge wie chinesische Lederschuhe besteuert, also zwischen 9,7 und 16,5 % auf den Einfuhrpreis. Die Maßnahme ist bereits zum 1. Mai 2008 in Kraft getreten. Umfangreichen Untersuchungen der Europäischen Kommission zufolge sei es erwiesen, dass Macao zur Umgehung der Zölle von chinesischen Schuhfirmen genutzt werde. Die Einfuhren nach Macao aus China und die Ausfuhren aus Macao nach Europa seien seit Einführung der Schutzzölle im April 2006 auffällig gestiegen. Demgegenüber sind die Einfuhren nach Europa aus China deutlich gesunken –wesentlich stärker allerdings als die Macao-Zunahme ausmacht.

Die Antidumpingzölle gegen China und Vietnam sind regulär bis zum 8. Oktober 2008 befristet. Bis zum 7. Juli haben Hersteller Zeit, einen Antrag auf Verlängerung bei der Kommission einzureichen. Der Hauptverband der Deutschen Schuhindustrie (HDS), der sich immer gegen Strafzölle ausgesprochen hatte, sieht gute Chancen, dass die Antidumpingmaßnahmen im Oktober auslaufen. „Die Südeuropäer verfolgen das Thema nicht mehr so vehement und konzentrieren sich lieber auf die Herkunftsbezeichnung ‚made in ...’“, erklärt HDS-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert. Im Markt würden die Maßnahmen gegen Macao wohl kaum spürbar sein, vermutet Junkert.

05.05.08 Peter Skop

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