Schuhmarkt

Garant-Gläubiger stimmen Insolvenzplan zu

Die Gläubiger verzichten auf fast zwei Drittel ihrer Forderungen. Die Verhandlungen mit strategischen Investoren sind laut Insolvenzverwalter weit fortgeschritten.04.09.07

In der heutigen Gläubigerversammlung der Garant Schuh + Mode AG i.I. hat die Mehrheit der Insolvenzgläubiger dem von Insolvenzverwalter Friedrich W. Metzeler vorgelegten Insolvenzplan zugestimmt.

Dieses positive Votum ist der wesentliche Schritt auf dem Weg zur Aufhebung des Insolvenzverfahrens. Kernpunkte des Insolvenzplans sind neben einer angemessenen Befriedigung der Insolvenzgläubiger die Beseitigung der Überschuldung von Garant. „Die heutige Entscheidung der Gläubigerversammlung wird den baldigen Abschluss des am 1. Dezember 2004 eröffneten Insolvenzverfahrens zur Folge haben. Sie ist neben den von der Hauptversammlung am 8. März 2007 beschlossenen Kapitalmaßnahmen die entscheidende Voraussetzung für die nachhaltige Sanierung von Garant“, konstatiert Insolvenzverwalter Friedrich W. Metzeler.

Zur Wiederherstellung des Eigenkapitals haben die Gläubiger mit der Annahme des Insolvenzplans auf den nicht durch die Insolvenzquote abgedeckten Teil ihrer Forderungen in Höhe von 61,6 Prozent verzichtet. Denn der Plan sieht für die Insolvenzgläubiger eine Befriedigung ihrer Insolvenzforderungen in Höhe von 38,4 Prozent vor, und zwar durch eine „Barquote“ in Höhe von 14,7 Prozent und eine „weitere Quote“ in Höhe von 23,7 Prozent. Die „weitere Quote“ ergibt sich aus durchzusetzenden Anfechtungs- und Schadensersatzansprüchen gegen Schädiger und Organe des Unternehmens, aus dem Mehrerlös des den Ausgabekurs übersteigenden Verkaufspreises der neuen Aktien an strategische Investoren und dem Erlös aus dem geplanten Verkauf der Anteile an der NF-Bank.

Wie Metzeler erklärte, sind zwei Interessenten, die aus der Verbundgruppenszene kommen sollen, bereits in einem sogenannten „due dilligence“-Verfahren, das heißt der näheren Überprüfung der Geschäftsunterlagen, recht weit vorangeschritten. Der durch den Forderungsverzicht entstehende Sanierungsgewinn von 78,13 Mio. Euro wird mit den Verlustvorträgen von Garant verrechnet und stellt ein Eigenkapital in Höhe von 11,61 Mio. Euro wieder her. Ferner fließt der Gesellschaft bei Durchführung der von der Hauptversammlung am 8. März 2007 beschlossenen Kapitalmaßnahmen neues Eigenkapital durch die Ausgabe neuer Stammaktien von 11,48 Mio. Euro zu. Insgesamt wird sich das Eigenkapital mit Aufhebung des Insolvenzverfahrens nach Beendigung der Insolvenz auf mehr als 23 Mio. Euro belaufen.

Garant sieht die wirtschaftliche Lage als „gesund“ an. So steigerte sich das Zentralregulierungsvolumen nach einem Plus von 1,8 Prozent im ersten Halbjahr 2007 auf 4,5 Prozent nach Ablauf von acht Monaten im Vergleich zum Vorjahreswert. Die nachinsolvenzliche Finanzierung der Geschäftstätigkeit von Garant sei gesichert. Neben dem Eigenkapital in Höhe von 23 Mio. Euro stehen ausreichend Fremdmittel zur Verfügung.

Der Termin für die Bestätigung des Isolvenzplans durch das Amtsgericht Düsseldorf (Insolvenzgericht) ist auf den 14. November 2007 festgelegt worden. Wie Metzeler berichtete, gibt es bereits deutliche Aussagen des Gerichts aus der Vorprüfung, dass der Plan bewilligt wird. Nach Beendigung der Insolvenz wird Rechtsanwalt Dipl.-Kfm. Friedrich W. Metzeler, der das Garant-Verfahren als Insolvenzverwalter in den letzten drei Jahren begleitet hat, die Erfüllung des Insolvenzplanes überwachen. 04.09.07

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