Schuhmarkt

Hoffen auf die Fußball-WM - Der Markt in den Regionen 12.04. – 28.04.06

Nachdem sich die Erwartungen vieler Schuhhändler an den Frühlingsanfang und die Osterzeit nicht erfüllt haben, ruht ihre Hoffnung nun auf der bevorstehenden Fußball-WM. 10/06

Nachdem sich die Erwartungen vieler Schuhhändler an den Frühlingsanfang und die Osterzeit nicht erfüllt haben, ruht ihre Hoffnung nun auf der bevorstehenden Fußball-WM.

Das sommerliche Wetter im jüngsten Berichtszeitraum veranlasste die Kundinnen hier und da zu Spontankäufen von Mokassins, Pantoletten, Sling-Pumps und Sneakern. Ein allgemeiner Trend konnte sich angesichts einer allzu gebremsten Kauflust jedoch auch jetzt noch nicht herausschälen.

Bremen

Die Bremer Schuhhändler mussten ein dickes Minus wegstecken. Hatten sich die Umsätze im vorherigen Berichtszeitraum auf ein Pari gerettet, so sackten sie jetzt wieder auf ein deutliches Minus ab. Angesichts der Tatsache, dass sich der gesamte April, und damit schon der zweite Monat in Folge, aus Händlersicht zu einer „echten Katastrophe“ entwickelt hat, ist es verständlich, dass die Bremer frustriert sind. Hauptursache der derzeitigen Situation sei eindeutig das Wetter: „Herbstwetter im Frühjahr und Frühjahrswetter im Herbst sorgen für Minuszahlen.“ Das spiegelt sich natürlich in den wenigen Paaren Schuhe wider, die die Läden verließen.

Die Bremer Kunden – sowohl Damen, Herren und Kinder – beschränkten sich auf Bedarfskäufe. Von Trends und modischen Spielereien ist man hier weit entfernt. Die Damen nahmen mal einen Stadtstiefel mit Keilabsatz mit, mal ein Paar Sandaletten oder Pantoletten. Letztere allerdings nur in den wenigen „lichten Momenten“ in denen sich der Frühling kurz blicken ließ. Robuste Halbschuhe bleiben deshalb bei den Herren der Renner. Im Kinderschuhbereich beschränkten sich die Abverkäufe auf Halbschuhe, die möglichst bunt sein sollten. ib

Niedersachsen

Die Zahlen in der Osterwoche konnten einmal mehr nicht so recht überzeugen. Die Umsätze waren dabei grundsätzlich schon in Ordnung, sie halfen allerdings in keiner Weise das bis dahin aufgelaufene Minus zu verkleinern. Nach Ostern lag man praktisch täglich über den Vorgaben. Aber auch diese erfreulichen Tagesergebnisse werden nicht ausreichen, den Monat wesentlich freundlicher zu gestalten.

In den Damenabteilungen verbesserten sich die Verkäufe bei Übergangsware noch einmal deutlich. Mokassins, Sneaker, Sportslipper und Ballerinen waren in der gesamten Angebotsbreite gefragt. Auch bei Pumps und Trotteurs war eine deutliche Aufwärtstendenz zu bemerken. Die Verkäufe bei Slings und Sabots, sowie Pantoletten und Sandaletten befriedigten nur an den wenigen Schönwettertagen. Die Zahlen bei Western hielten sich recht konstant. Wobei die Schwerpunkte eindeutig bei Modellen in konsumigen Preislagen lagen. Im Grunde sind nun doch hellere Töne gefragt. Rosé behielt seine Dominanz im gesamten Verkaufszeitraum.

Das Herrengeschäft hatte sich leicht verbessert. Die Typen sind eigentlich die gleichen geblieben. Nur dass nun auch recht ordentliche Paarzahlen erzielt wurden. Das galt für Sneaker, Mokassins und auch schon für Flechtslipper. Eine deutliche Steigerung gab es auch bei Sandaletten, Pantoletten, Sabots und Slings. Den wohl stärksten Sprung machte das Kinderschuhgeschäft. Obwohl die Zahlen bei Großkindern immer noch wesentlich besser ausfielen als in den kleinen Größengängen. Ballerinen, Sneaker, Sandaletten und Slings wurden für Mädchen, Skater und Turnschuhe für Jungen verlangt. Mit Basketball-Typen wurden ebenfalls sehr ordentliche Zahlen erreicht. gi

Ruhrgebiet

Allmählich bessern sich Wetter und Laune der Händler. Allerdings hatten die Tagesumsätze eine große Bandbreite. In der Karwoche war oft die große Osterreisewelle zu spüren, dann nahm die Lust auf neue Schuhmode insbesondere bei den Damen zu.

Das zeigte sich vor allem bei Anbietern mit dem Schwergewicht auf Konsumpreislagen. Bei Mokassins holen Veloursledermodelle mit Noppensohle auf. Naturtöne sind weiterhin gefragt. Pastelltöne spielen bei Ballerinen und Slippern unverändert eine Rolle. In diesem Bereich wie bei jungen Slings gewinnt Weiß an Bedeutung. Feminine Galanterie bis zu mittelhohen Sprengungen verkauft sich bei Pumps allmählich besser, während die Paarzahlen bei Slings schwanken. Farblich dominiert dabei die Skala der Naturtöne. Weiß fällt kaum ins Gewicht. Kaum Bewegung war bisher beim gesamten Sandalen- und Sandalettenangebot, selbst nicht am ersten Sommertag in der Berichtszeit. Unterschiedlich bewertet der Handel seine Verkäufe im Komfortschuhbereich.

Herren zeigen sich noch immer recht zögerlich beim Schuhkauf. In erster Line geht es um sportliche Modelle, vorrangig um Sneaker und mit leicht steigener Tendenz bei funktionellen Sportschuhen. Hier hofft der Handel auf einen Aufschwung durch die Fußball-WM. In der Kinderabteilung war es während der Osterferien ruhiger. Konstant dagegen blieb die Nachfrage für Lauflernmodelle. Im übrigen Bereich sorgte der Schulbeginn für einen kurzen Nachfrageschub. Langsam ist bei Jungen wachsendes Interesse an Schuhen im „Fußball-Styling“ erkennbar. hl

Stuttgart

Sobald es eine schöne Wetterlage gab, waren die Händler mit den Umsätzen zufrieden. Es herrscht allerdings immer noch eine Kaufzurückhaltung, in erster Linie in den Vorortgeschäften. Die Citygeschäfte waren vollauf zufrieden, nachdem ein riesiges Einkaufszentrum hinter dem Königsbau seine Pforten öffnete. Die großen Kreisstädte melden konstante Umsätze, Tendenz steigend.

Die Damen wollten bequemes modisches Schuhwerk. Flache Slipper und vor allem Mokassins waren in unterschiedlichen Farben gefragt, Schwerpunkt waren Pastelltöne einschließlich der Noppensohlen. Stark waren nach wie vor Ballerinen, die vielfach mit Schleifchen und anderen Applikationen ihre Abnehmer fanden. Pumps liefen unterschiedlich in den Farben Schwarz und Weiß. Dagegen waren Sneaker und Turnschuhtypen ausgezeichnete Umsatzbringer, wobei es hier sehr farbig zuging. Die Zeit für Sandaletten dürfte erst in den kommenden Wochen aktuell werden, die Angebote sind sehr stark.

Die Herren sahen sehr auf die Preise, mit Ausnahme ab 300 Euro aufwärts. Gefragt waren sportliche Halbschuhe, hauptsächlich als Schnürer in Velours und in Naturfarben. Sneaker und turnschuhähnliche Typen kamen recht gut an, die Modelle werden farbiger, sodass Orange und Grün zum Zuge kamen. Klassiker konnten die Vormachtstellung halten und kennen kaum eine Preisgrenze, Schwarz und Brauntöne hatten die besten Chancen. Cowboystiefel liegen nach wie vor im Trend. Immer noch war es in den Kinderabteilungen zu ruhig. Größere Jungen nahmen Halbschuhe und Sneakers mit Klettverschluß. Die Mädchen nahmen lieber Ballerinen mit verschiedenen Applikationen, auch Mokassins waren gefragt, nach wie vor war Rosé eine der wichtigsten Farben. Im Lauflernbereich lagen Stiefelchen mit Klettverschluss vorn. tz

Berlin

Etwas launisch, so wie das Aprilwetter, verhielt sich die Kundschaft zum Ende des Monats. Sonnenschein bewirkte Kaufimpulse. Geschäfte in Citylagen konnten darüber hinaus von einem hohen touristischen Aufkommen profitieren. Regen erwies sich dagegen als Hemmnis. Unter dem Strich blieb aber dennoch ein spürbarer Aufwind.

Die flachen Modelltypen behaupteten ihre Vormachtstellung in diesem Frühjahr. Veloursledermokassins, neben Braun auch in frischen Farben wie Grün oder Orange, und Ballerinas waren starke Warengruppen. Sling-Pumps zeigten sich oft in femininen schlanken Silhouetten, während Modelle mit geschlossener Ferse eher in verkürztem Leisten und mit verrundeter Spitze auftraten. Sling-Sandaletten gewannen an Bedeutung, Plateaus und Keile oder beides in Kombination übten dabei eine starke Anziehungskraft auf die Kundinnen aus. Ummantelungen sowie Kork- oder Bastoptiken interessierten unten herum, oben durften Schmuckelemente glänzen. Besonders gut kamen – speziell bei Pantoletten – markante Holzböden an. Sportive Bestager sowie Chucks und sportive Markensneaker, nicht selten im weißen Grundton für das jüngere Publikum, rundeten das Verkaufsgeschehen ab.

Bei den Herren blieb das sportive Thema dominant. In punkto Farb- und Materialkombinationen änderte sich gegenüber den vorigen Wochen wenig, „Bi“ lautete generell das Motto. Elegantes tat sich schwer. Für offene Ware war es noch nicht die Zeit. Letzteres galt auch für den Kinderschuhbereich. Sandaletten überzeugten nicht, dafür punkteten vermehrt Halbschuhe. sk

Nürnberg

Im Gegensatz zu den Wochen zuvor konnte der Fachhandel dieses Mal, vielleicht auch bedingt durch die Osterferien, zufriedenstellende bis gute Umsätze erzielen. Verantwortlich dafür war der gute Abverkauf von sowohl sommerlich-offener als auch sportlichmodischer Übergangsware.

Die Damen bevorzugten bei ihrem Einkauf Sandaletten mit Ethno-Motiven wie Muscheln und Blüten. Gut gingen zudem Pantoletten mit Keil-Plateau-Sohlen sowie Sling-Pumps. Bei den Farben dominierten Natur, Beige, Braun, Karamell, Weiß und Schwarz, dazu Rosé und Bleu. Nicht so gut lief der Abverkauf von Stiefeln im Cowboy-Look.

Die Herren griffen zu sportlich-modischen Sneaker-Typen, aber auch zu klassischen Straßenschuhen. Natur, Beige und Braun waren die Farben, die sie favorisierten. Parallel dazu waren Modelle in Farbkombinationen mit Gelb, Blau und Orange gefragt. Bei den Kindern gingen in erster Linie Sandalen, gefolgt von Ganzjahres-Halbschuhen. Während sich die Mädchen für verspieltere Modelle mit Blümchen und in Rosé, Lila, Bleu und Orange entschieden, griffen die Knaben zu rustikaleren Ausführungen in Braun, Natur, Grau und Schwarz sowie in Trekking-Optik. ng

München

Die Umsätze waren in der 16. Woche und 17. relativ gut, etwa pari zum Vorjahr. Durch die Osterferien war das Geschäft mit der Sommerware gut, nur etwas zäher bei den Herren. Freitag und am Samstag waren die stärksten Tage – unter der Woche war es zu ruhig.

Bei den Damen waren Sling-Pumps das Thema, bevorzugt in Naturtönen und Weiß. Im sportiven Bereich waren Sneakertypen umsatzstark, beliebt sind Material-Mix, und Farbkombinationen. Mokassins mit Noppensohle waren beliebt, in Naturtönen, gerne auch Bi-Color und mit Ziernähten. Junge Kundinnen griffen verstärkt zu Westernstiefeletten oder Sabots. Auch Zehengreifer gingen bereits gut, in den Farben Weiß, Schwarz und in Naturtönen. Bei Sandaletten und Pantoletten waren Keilabsätze und Bast sowie Holzsohlen ein Thema. Zudem waren Ballerinas, sportiv oder elegant, weiterhin beliebt. Auch ledersohlige Dianetten kamen schon gut an, hier im Ethno-Style in Brauntönen oder Weiß mit Applikationen. Der Bequemschuh-Bereich hat angezogen, besonders in der modischen Variante.

Umsatz brachte bei Herrenschuhen der Freizeitbereich: Sneakertypen in allen Farben von Orange bis Grün und Gelb, als Schnürer und Slipper waren beliebt. Im hochpreisigen Bereich kamen Reptildrucke und Materialmix sowie modische Schnürungen gut an. Auch atmungsaktive Schnürer waren für Herren interessant, in hellen Naturtönen sowie Braun. Bootsschuhe in Marine und Weiß waren ein Thema. Auch Mokassintypen wurden gut verkauft. Junge Kunden griffen zu ledernen Zehengreifern in Brauntönen. Im klassischen Businessbereich wählten die Kunden braune oder schwarze ledersohlige Schnürer. Das Kindergeschäft hat durch die Osterferien angezogen.

Gerade ab Größe 29 ging nur Klettverschluss bei den Übergangsschuhen. Mädchen bevorzugen Rot und Rosé, Jungen wollen Braun und Blau. Für Mädchen wurden Ballerinas gekauft, gerne auch sportivere Modelle mit Riemchen. Jungen wollen Sportschuhe, Soccer-Typen von Markenherstellern. Im Lauflernbereich kaufen Eltern verstärkt Drei-Spangen-Sandalen, für Jungen in Braun- Beige und Blau, für Mädchen Rose und Rot. Bei den kleinen Mädchen waren Glitzer und Strass-Applikationen beliebt. afs

Rhein-Main

Die letzten zwei Wochen waren endlich einmal ein Lichtblick für die geplagten Schuhhändler, obwohl es am Ende für einen guten April dennoch nicht ausreichte.Die Ergebnisse waren einmal mehr sehr unterschiedlich und reichten vom zweistelligen Minus bis zu einem dünnen Plus.

In den Damenabteilungen waren Slingpumps ein modisches Muss. Gefragt waren alle angebotenen Formen von schlank bis verrundet, der Absatz durfte nicht zu hoch sein. Die gewünschte Farbpalette reichte von hellen Naturtönen bis Braun und Schwarz. Auf der Käuferinnenliste nicht mehr so stark waren jetzt Mokassins und Ballerinen, dagegen erfreuten sich Sneaker und Turnschuhtypen – Weiß mit kräftigen Farben kombiniert – steigender Umsatzzahlen. Am Rande mit liefen Sabots und Sandaletten, konnten aber den Umsatz noch nicht entschieden voranbringen. Auch hier waren die Hauptfarben helle Naturtöne und Braun.

Bei den Herren mußte es wieder bequem sein. Die Favoriten waren einmal mehr Sneaker, Turnschuhtypen und sportive Halbschuhe mit leichten, flexiblen Gummisohlen. Die Farben waren Natur, Braun und Schwarz, bei den Sneakern durften es auch kräftige Farbkombinationen mit Weiß sein. Sommerliche Slipper, Mokassins sowie leichte Cityschuhe liefen weiterhin sehr zögerlich. Die Kinderabteilungen waren zufrieden. Neben Halbschuhen mit Klettverschlüssen verkauften sich auch Sandalen sehr gut. Die bevorzugten Farben der Mädchen waren Rosé, Bleu, Orange oder dann mit Weiß kombiniert. Die Jungen standen auf Braun und Schwarz mit Naturtönen kombiniert. 10/06

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