Schuhmarkt

„Zeigt her Eure Füße“

Der Wettbewerb Premium WMS zeichnete drei Schuhgeschäfte und ihr Erfolgsrezept in puncto Service und Sortiment aus. Im Fokus der Jury: kompetente WMS-Beratung. 01.12.06 Kirsten Rein

Der Wettbewerb Premium WMS zeichnete drei Schuhgeschäfte und ihr Erfolgsrezept in puncto Service und Sortiment aus. Im Fokus der Jury: kompetente WMS-Beratung.

An die hundert Einsendungen habe es gegeben, sagte Philipp Urban, Vorsitzender und Hauptgeschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Schuhe/Leder. Im Januar 2006 war der Wettbewerb Premium WMS ausgeschrieben worden. Die Fachjury, Presse sowie Vertreter aus Industrie und von Verbänden prämierten jetzt die stolzen Gewinner.

Da jedes Geschäft auf etwas andere Art überzeugte, habe man sich entschieden, nicht einen ersten, zweiten und dritten Platz zu vergeben, sondern alle drei Geschäfte mit ihren überzeugenden Konzepten als gleichwertige Gewinner auszuzeichnen, so Urban anlässlich der Feierstunde im Deutschen Ledermuseum in Offenbach.

Die erste Laudatio richtete sich an Schuh Schämann in Haltern am See. Christiane Schroer und ihr Mann betreiben das Fachgeschäft für bequeme Schuhe bereits in der zweiten Generation. Angefangen hatte Wilhelm Schämann 1950 mit einem Ladenlokal im elterlichen Haus. Die engagierten Einzelhändler schaffen es, mit Kinderschuhen bis zu 40 Prozent ihres Umsatzes zu erwirtschaften. Deutscher Durchschnitt sind 12 Prozent. Mit zahlreichen Aktionen bindet Schuh Schämann bereits die Kleinsten an sich. Zweimal jährlich findet eine Messaktion statt, für die in Kindergärten und Schulen geworben wird.

Besonders erfolgreich ist die Zusammenarbeit mit einem Arzt und einem Physiotherapeuten unter dem Motto „Zeigt her Eure Füße“. Das beeindruckte die WMS-Jury besonders, mache es doch das Geschäft zum echten Kompetenzcenter. Preise träten bei so viel Beratung in den Hintergrund.

Das Schuhhaus Nestel in Reutlingen geht etwas andere Wege. Das Klettergerüst im Eingang, persönlicher Service und gutes Sortiment wurden hervorgehoben. Das Geschäft, das 1898 gegründet wurde und anfangs handgefertigte Schuhe verkaufte, stellte nach dem Krieg auf industriell gefertigte Modelle um. Die Betreiber Dagmar Krause und Hans-Georg Nestel sind beide „im Schuhkarton groß geworden“, so Annette von Czarnowski in ihrer Lobrede. Die Kompetenz im Einkauf, Engagement und Fingerspitzengefühl im Verkauf seien beim Schuhhaus Nestel der Garant dafür, dass wirklich jeder Fuß den passenden Schuh findet.

Nicht minder interessant ist das Konzept von Natur & Bequemschuhe Berg in Trier. Rudolf Berg und seine Frau Josephine betreiben ihr Geschäft mit vollem Einsatz. Auch Sohn und Tochter sind involviert. Die 14-jährige Jana sei wohl die jüngste Inhaberin eines WMS-Diploms, hieß in der Laudatio. So trägt das Geschäft im Titel auch den Zusatz „Schuhe zum Leben“. Auf gekonnte Weise präsentieren die Bergs Natur- und andere Schuhe in einer Ladeneinrichtung aus Naturkork. Sogar die Aushilfen sind WMS-geschult. Hier finden Kinder schon heute jeden Schuh in drei Weiten. In Zukunft soll die Kinderabteilung sogar noch ausgebaut werden. 01.12.06 Kirsten Rein

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