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FOC “wildern” in benachbarten Innenstädten

Factory-Outlet-Center haben doch einen erheblichen Einfluss auf den innerstädtischen Einzelhandel im Umkreis, stellte der Handelsverband BAG jüngst fest. 01.10.09 Peter Skop

Factory-Outlet-Center haben doch einen erheblichen Einfluss auf den innerstädtischen Einzelhandel im Umkreis, stellte der Handelsverband BAG jüngst fest.

Der Handelsverband BAG hat zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Besucherstrukturanalyse der bestehenden Factory-Outlet-Center (FOC) in Deutschland sowie der beiden FOC in Roermond (Niederlande) und Maasmechelen (Belgien) durchgeführt.

Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels: “Sowohl die Ergebnisse unserer ersten Analyse im Februar dieses Jahres als auch die aktuelle Untersuchung im August bestätigen die kritische Haltung des Verbandes zu diesen Centern. Die Ergebnisse zeigen, dass man FOC nicht bauen und gleichzeitig glauben kann, das bleibe ohne Auswirkungen auf die Innenstädte.“ Man wolle diese Vertriebsform nicht verhindern, doch dürfe es keine Wettbewerbsverzerrungen wegen Sonderbehandlung der FOC geben, so Pangels.

 

Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung sind: Mit Besucherzahlen von täglich 10 000 bis 15000 weisen die größeren FOC Besucherzahlen auf, die in etwa mit denen eines mittelgroßen Kaufhauses oder eines kleinen Einkaufszentrums in einer mittelgroßen Stadt vergleichbar sind. Gerade in den Ferienzeiten erweisen sich die FOC als Publikumsmagneten. Im Durchschnitt rekrutiert sich die überwiegende Mehrzahl der FOC-Kundschaft aus einem “Dunstkreis” von etwa 50 Kilometern um das jeweilige Center. Damit “wildern” die FOC eindeutig in unmittelbarer Nachbarschaft.

Die Anteile der Besucher und Kunden aus der unmittelbaren Nachbarschaft liegen im Durchschnitt bei 65 Prozent. Es handelt sich um relativ regelmäßige Besucher. Im Durchschnitt kommen weniger als ein Drittel der Besucher und Kunden von weiter her zum Einkauf in die FOC. Bei dieser Kundschaft kann nur von sporadischen FOC-Besuchen ausgegangen werden. Obwohl die Käuferquoten in den FOC im Allgemeinen niedrig sind, kann der innerstädtische Einzelhandel im näheren Einzugsgebiet der FOC dessen Auswirkungen hinsichtlich Besucher-/Frequenzverlusten, Umsatzeinbußen und Kaufkraftumlenkungen deutlich spüren. Die Besucherfrequenzverluste bewegen sich im Durchschnitt um rund zwölf Prozent, die Umsatzverdrängung in einer Spannbreite von drei bis sieben Prozent.

Besonders betroffen ist der innerstädtische Einzelhandel in Nachbarschaft der FOC Zweibrücken und Wertheim. Dort dürften Geschäftsaufgaben im bestehenden Einzelhandel im starken Maße auch auf die Konkurrenz durch die FOC zurückzuführen sein. Als nahezu ausschließliches Anreisemittel zu den untersuchten FOC dient der Pkw. Die prozentualen Anteile der Pkw-Besucher und Kunden liegen zwischen 93 und 98 Prozent. ÖPNV, Zu-Fuß-gehen oder das Fahrrad spielen kaum eine Rolle. Der Verband mahnt bei den anstehenden Diskussionen um die Erweiterungen bestehender FOC und Ansiedlung neuer FOC eine verantwortungsvolle Politik in den Ländern und den Kommunen an. 01.10.09 Peter Skop

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