Schuhmarkt

Generationentreff in Troisdorf

Mit Passform-Schuhen für die ganze Familie ist das Podo-Linéa-Geschäft Ritter im Rhein-Sieg-Kreis erfolgreich. Mit individueller Beratung, kontinuierlicher Kundendatenpflege, profundem Fachwissen und viel Erfahrung hebt sich das Geschäft auch von größeren Mitbewerbern ab. 03/08 Ulrike Lach

Mit Passform-Schuhen für die ganze Familie ist das Podo-Linéa-Geschäft Ritter im Rhein-Sieg-Kreis erfolgreich. Mit individueller Beratung, kontinuierlicher Kundendatenpflege, profundem Fachwissen und viel Erfahrung hebt sich das Geschäft auch von größeren Mitbewerbern ab.

An manchen Tagen wird das Schuhhaus Ritter in Troisdorf zum Mehrgenerationenhaus: Da sitzt die 95-jährige Kundin neben dem Kinderwagen mit dem jüngsten Kunden im Alter von 10 Monaten. Und beide haben das gleiche Anliegen: Sie suchen einen Schuh, der sich optimal an die individuelle Form des Fußes anpasst. Der Weg zu diesem Ziel führt bei Reiner Ritter über die Mess-Station: „Sie ist die zentrale Säule unseres Geschäftes. Bei uns probiert kein Kunde einen Schuh an, bevor wir den Fuß vermessen haben.“ Für Ritter ist dies der erste und wichtigste Schritt der Kundenbindung. Er oder eine seiner geschulten Mitarbeiterinnen vermessen die Füße mit dem Heidermaß, dem Trittspurkasten oder per Computermessung.

Zum Erstaunen vieler Neukunden gibt ihnen das Analyse-Ergebnis oft erste Hinweise auf gesundheitliche Beschwerden der Kunden. Und natürlich auf den passenden Schuh mit geeigneter Passform. Für viele Kunden ist es neu, dass es nicht nur Längenmaße gibt, sondern auch acht verschiedene Weiten und viele weitere Passformdetails, die ihnen die Wahl des richtigen Schuhs erleichtern. Dass Rückenbeschwerden, Verspannungen und Kopfschmerzen damit zusammenhängen können, dass sie mit ungeeigneten Schuhen herumlaufen, erstaunt sie noch mehr. „Nicht selten kommen Kunden, die bei uns erstmals einen passenden Schuh gekauft haben, einige Wochen später vorbei und berichten, dass ihre Beschwerden deutlich weniger geworden sind“, freut sich Reiner Ritter.

Modisch statt „verstaubt“

Seit 1961 ist das Schuhhaus Ritter in der Troisdorfer Fußgängerzone. Während es früher ein „klassischer, etwas angestaubter Bequemschuh-Laden“ war, präsentiert sich das Geschäft heute im Außen- und Innenauftritt sowie in der Sortimentsgestaltung modisch und sportlich. Als einer der Ersten in Deutschland schloss sich Ritter vor 15 Jahren der Podo-Linéa-Gruppe an. „Mich hat die Idee, mit speziellem Fachwissen richtig passende Schuhe zu verkaufen, von Anfang an überzeugt.“ Etwa zur gleichen Zeit hat er auch seine Filiale in Siegburg eröffnet, die mit einer Verkaufsfläche von 115 qm um 45 qm größer ist als das Hauptgeschäft.

Das Konzept ist das gleiche: Das Sortiment besteht zur Hälfte aus Damenschuhen, zu 44 Prozent aus Kinderschuhen und zu 6 Prozent aus Herrenschuhen. Die wichtigsten Lieferanten sind bei den Erwachsenen Ganter, Finn Comfort, Think, Durea, Wolky, Theresia, Clarks und Footnotes. Bei der Auswahl neuer Lieferanten ist Ritter kritisch: „Es gibt wenige Firmen, die Schuhe mit 1/3–2/3-Leisten anbieten. Das ist aber wichtig, damit der Fuß genügend Schubraum hat.“ So manches Mal wünscht sich der 64-Jährige deshalb mehr Kollegen, die ähnliche Ansprüche haben, damit die Industrie auf den Nachfragedruck reagiert.

Im Kinderschuh-Sortiment gibt es Schuhe von Däumling, Ricosta, Legero und Geox. Mehr als die Hälfte des Angebots sind Schuhe mit schmaler Passform. Damit hat Schuh-Ritter ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Teilweise kämen Mütter sogar aus Trier, weil schmale Schuhe schwer zu finden sind. Und unter Beratungsaspekten schwer zu verkaufen. „Häufig werden Kinderschuhe zu weit und zu kurz verkauft, da die Kinder keine verlässliche Rückmeldung über die Passform geben.“ Deshalb gilt auch hier: Erst messen. Für ihr Bemühen um passende Schuhe für empfindliche Kinderfüße wurden er und sein Team vom Deutschen Schuhinstitut zum PREMIUM-Kinderschuhfachgeschäft ausgezeichnet.

Kundenpflege per Computer

Der Verkauf von Kinderschuhen macht Reiner Ritter nicht nur viel Spaß, sondern bringt auch Kunden ins Geschäft, die sich auf den ersten Blick vielleicht nicht von seinem Angebot angesprochen fühlten. „Häufig nutzen junge Mütter unser Angebot, ihre Füße genauestens vermessen und sich über die richtige Passform aufklären zu lassen.“ Individuelle Beratung ist neben dem Sortiment wichtigster Erfolgsfaktor: „Wir geben den Kunden das Gefühl, dass wir sie ernst nehmen und uns um eine optimale Lösung kümmern. Das unterscheidet uns zum Beispiel vom großen Filialisten in direkter Nachbarschaft.“

Die Kundendatei umfasst 3500 Adressen, die regelmäßig von Ritter angeschrieben und über Aktionen informiert werden. Selbstverständlich werden Analyseergebnisse und spezifische Probleme der Stammkunden gespeichert, so dass ein Beratungsgespräch nicht immer wieder bei Null anfängt. Stammkunden gebe es reichlich. Ihr Anteil liege bei 80 Prozent. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda helfen sie eifrig bei der Neukundenakquise. Außerdem profitiert er von der Gemeinschaftswerbung für „Ganter Aktiv“ in orthopädischen Patientenmagazinen sowie von Empfehlungen ortsansässiger Orthopäden und Fußpflegepraxen.

Sein Erfolg drücke sich in konstant steigenden Umsatzzahlen aus. Vor der Konkurrenz in den Oberzentren Köln und Bonn ist ihm nicht bange: „Ich stelle fest, dass sich die Kunden wieder mehr zu kleineren Städten und Fachgeschäften hingezogen fühlen, weil sie die persönliche Atmosphäre schätzen.“ Auch die Zukunft bereitet dem unverheirateten Unternehmer keine Angst. In seinem 33-jährigen Mitarbeiter Radomir Ivanov hat er bereits einen potenziellen Nachfolger gefunden, der nach seiner Weiterbildung an der LDT Nagold die Siegburger Filiale übernehmen wird. 03/08 Ulrike Lach

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