Schuhmarkt

Komfort mit Mode

Der Bequemschuhanbieter Fritz Keyl, besser bekannt unter dem Markennamen Meisi, hat seine Kollektion behutsam modernisiert. Auch eine Auslagerung von Teilen der Schaftfertigung ins europäische Ausland ist kein Tabu. 17/07 Peter Skop

Der Bequemschuhanbieter Fritz Keyl, besser bekannt unter dem Markennamen Meisi, hat seine Kollektion behutsam modernisiert. Auch eine Auslagerung von Teilen der Schaftfertigung ins europäische Ausland ist kein Tabu.

Bis Ende 2006 wurde noch ausschließlich in Rinteln beziehungsweise in Deutschland produziert. Auch heute noch wird 90 bis 95 Prozent des Gesamtvolumens vor Ort gefertigt. Einen Teil der Schäfte lässt man jedoch inzwischen in Osteuropa vorproduzieren. Die maßvolle Anpassung an die Notwendigkeiten ist symptomatisch für den bodenständigen, noch immer in Familienbesitz befindlichen Komfortschuhspezialisten Fritz Keyl GmbH & Co. KG im westfälischen Rinteln, dessen Marke Meisi im Handel geschätzt wird.

Auch bei der Kollektion hat man eine moderate Modernisierung eingeleitet, die schon bei der aktuellen Herbstkollektion sichtbar wurde. „Passform und Bequemlichkeit bleiben jedoch oberste Priorität“, erklärt Verkaufsleiter Uwe Pfeifer. Doch auf die modische Anpassung habe der Handel regelrecht gewartet,weiß er auch zu berichten. Der Anklang ist in Form gestiegener Aufträge nachweisbar. Rund 70 Prozent der Produktion geht an Bequemschuh- und Orthopädiegeschäfte, denn der Verkauf von Komfortschuhen ist beratungsintensiv. Meisi fördert daher auch die Weiterbildung des Verkaufspersonals im Fachhandel. Meisi hat damit begonnen, den gesamten Auftritt und die Corporate Identity (CI) aufzufrischen beziehungsweise zu erneuern. Ein neues Meisi-Logo steht für diese Frische.

Dazu gehört aber auch die ganze Palette der Werbe- und Dekomittel, Flyer und Prospektaufmachung. Die Homepage wird derzeit komplett neu gestaltet. Neben einem Händlerportal wird sie auch einen Bezugsquellennachweis für die Endverbraucherin enthalten. „Hier bitten wir um Unterstützung durch unsere Kunden, damit wir auch deren Händleradressen nennen dürfen und entsprechende Links einbauen können“, sagt Pfeifer. Die Zielgruppe 60 Plus zeichnete sich bisher durch einen gewissen Konservatismus aus. Aber das Bild ändert sich. „Viele Junggebliebene sprühen vor Lebensfreude. Dieses Gefühl wollen wir mit unserer Kollektion rüberbringen“, erklärt Geschäftsführer Kurt G. Herrmann, der seit Anfang des Jahres die Leitung übernommen und auch frischen Wind in das Unternehmen eingebracht hat. Zuvor war Herrmann als Geschäftsführer bei Marc und als kaufmännischer Geschäftsführer bei Lloyd tätig.

Auch das Auslandsgeschäft möchte man ausweiten. Dass das „made in Germany“ dabei ein wichtiges Argument ist, davon ist Herrmann überzeugt. „Der Standort Deutschland wird im Ausland sehr geschätzt. Die Kunden – auch im Inland – sehen uns als leistungsfähigen Anbieter.“ Mit ein Grund für die Einhaltung der Qualität sind die rund 100 erfahrenen, langjährigen und gut ausgebildeten Mitarbeiter, die aufgrund ihrer „Schuh“-Erfahrung vielfältig einsetzbar sind und so Engpässe im Ablauf vermeiden. Zwischen 600 und 1000 Paar Schuhe fertigen sie am Tag. Herrmann sieht die Antidumping-Maßnahmen der EU eher skeptisch: „Alles Regulier te ist auf lange Sicht schlecht. Die andere Seite muss sich eben auch öffnen. Wir stellen uns dem Wettbewerb“, sagt er selbstbewusst.

Meisi-Komfortschuhe kosten – trotz überwiegend deutscher Produktion – den Endverbraucher zwischen 79 und 149 Euro, im Winter bis 159 Euro. Sandalen können 119 Euro erreichen. Meisi legt Wert auf hochwertige Materialien wie italienische Leder. Überhaupt hält Keyl eine Vielzahl von Ledern vor wie Sporting Nubuk, Nappa oder Lammnappa.. Zu 90 bis 95 Prozent wird mit Leder gearbeitet. An Weiten bietet der Bequemschuhspezialist alles zwischen F und K, daneben unterschiedliche Sprengungen und vor allem Einlagenschuhe. „Der Trend geht im Handel zu wechselbaren Einlagen“, sagt Pfeifer. Luftpolster und Schockabsorber gehören sozusagen zum Standard. „Mit speziellen Ausstattungen wie Leichtkorkeinlagen und im Zusammenspiel mit den Macharten besitzen unsere Bequemschuhe Trageeigenschaften, die Hausschuhen nahe kommen“, erklärt Pfeifer. Keyl verfügt über eine hohe Fertigungstiefe.Verschiedene Macharten wie Ago, California, Halbcalifornia (hinten gezwickt), Mokassin, Strobel, Sandalen und Sandaletten können in der Produktion parallel durchlaufen.

Die alte Dame nicht vernachlässigen

Keyl hat die Modellpalette gestrafft. Es handele sich um eine Gratwanderung zwischen Traditionellem und Weglassen, meint Pfeifer. „Wir wollen die alte Dame nicht vernachlässigen, doch werden wir zukünftig auch die anspruchsvolle jüngere Kundschaft mit unseren neuen Modellen ansprechen.“ Die Kollektion umfasst nun 120 Artikel Damenstraßenschuhe und teilt sich in drei Bereiche: modifizierte bewährte Modelle, Neuentwicklungen und neue Modelle, die mit dem bewährten Meisi-Fußbett ausgestattet sind. Die ersten Resonanzen des Handels zeigten deutlich, dass die Erneuerung der Marke Meisi ein absolut richtiger Schritt sei. 17/07 Peter Skop

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