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„Seniorenmarketing gibt es nicht“

Seit Beginn der Debatte 50plus ist über Seniorenmarketing heftig diskutiert worden. 13/06 Anja Weiffen

Seit Beginn der Debatte 50plus ist über Seniorenmarketing heftig diskutiert worden.

Abgesehen davon, dass niemand sich als alt outen will und Seniorenmarketing an manche Empfindlichkeiten rührt, ist auch aus ganz rationalen Gründen eine höhere Sorgfalt bei diesem Thema geboten. Provokant behauptet Alexander Wild, Gründer des Senioren-Webtreffs Feierabend. de: „Seniorenmarketing gibt es nicht!“ Die große und heterogene Zielgruppe 50plus müsse individueller angesprochen werden, meint er und rät dazu, seine Zielgruppe genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Zielgruppe 50plus setze sich nicht nur von allen jüngeren Zielgruppen ab, sondern zeichne sich auch innerhalb der Gruppe durch ein breitgefächertes Publikum aus. Dies habe laut Wild zwei Gründe: Zum einen sei dieser definierte Lebensabschnitt sehr lang. Mit 50plus können ein noch im Beruf stehender Mittfünfziger oder ein pflegebedürftiger 80-Jähriger gemeint sein.

 

„Niemand würde 15- und 35-Jährige mit denselben Produkten und Botschaften über dieselben Medien ansprechen“, nennt Wild ein Gegenbeispiel. Zum anderen können in dieser Zielgruppe viel größere Unterschiede aufgrund der unterschiedlichen Lebensweise und Lebenserfahrung auftreten, auch wenn vom Alter her keine große Differenz bestehe. „Im Gegensatz dazu ist Kinder- und Jugendmarketing ein Spaziergang. 15- oder 20- Jährige sind im Vergleich zu 70-Jährigen eine traumhaft homogene Gruppe“, so Wild. 13/06 Anja Weiffen

„Jahrbuch Seniorenmarketing 2006/2007“

Die älter werdende Gesellschaft ist ein nicht mehr zu stoppender Trend. Die demografische Verschiebung verändert vielfach die Spielregeln, nach denen unsere Märkte funktionieren. Mag Alexander Wild Recht haben mit der Behauptung, Seniorenmarketing gebe es nicht, so sind doch einige Dinge beim Umgang mit den reiferen Menschen zu beachten. Nicht zuletzt Wild selbst berücksichtigt dies in einem Kapitel des Buches „Jahrbuch Seniorenmarketing 2006/2007“, das „Silver Surfer: Wie erfahrene Aktivisten ein interaktives Medium nutzen – und wie man sie erreicht“ überschrieben ist.

Senioren sind keine einfachen Kunden, die einfach ihr Geld abliefern. Ihre Ansprüche an Hersteller, Handel und Dienstleister sind häufig höher und differenzierter, als dies bei jüngeren Kunden der Fall ist. Der Band enthält Praxisbeiträge von Key-Playern im Wachstumsmarkt wie Miele oder Villeroy & Boch sowie grundlegende Beiträge von den Altersforschern Ursula Lehr und Bernd M. Michael.

Jahrbuch Seniorenmarketing 2006/2007, Dr. Hanne Meyer- Hentschel / Dr. Gundolf Meyer-Hentschel (Hrsg.), Deutscher Fachverlag, Frankfurt/Main, ISBN 3-87150-868-3, 98,– Euro

 

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