Schuhmarkt

„50plus“ sagt nichts aus

Bequemschuh-Spezialist Carl Semler sieht beste Chancen rund um das Thema 50plus. Aber auch 30-Jährige gilt es an Komfortschuhe zu führen. In der Kundenansprache möchten die Pirmasenser jetzt mehr tun. Semler plädiert für einen sensibleren Umgang mit den Zielgruppen. 04/08 Fred Schütz

Bequemschuh-Spezialist Carl Semler sieht beste Chancen rund um das Thema 50plus. Aber auch 30-Jährige gilt es an Komfortschuhe zu führen. In der Kundenansprache möchten die Pirmasenser jetzt mehr tun. Semler plädiert für einen sensibleren Umgang mit den Zielgruppen.

„Wir schätzen das Thema 50plus als hochinteressant für unser Unternehmen ein”, sagt Semler-Geschäftsführer Jürgen Becker. Der Pirmasenser Bequemschuh-Spezialist beschäftige sich derzeit intensiv mit diesem Trend. „Allerdings halten wir die Antworten, die uns die Endverbraucher-Werbung derzeit für diese Zielgruppe gibt, für nicht wirklich angemessen.” „Selbst die Begriffsmarke 50plus verwenden wir nur der Einfachheit halber, tatsächlich aussagefähig ist sie nicht”, ergänzt Beckers Kollege in der Geschäftsführung, Stefan Markert. Auch Begriffe wie „Silver Ager”, „Best Ager” oder „Silver Customer” seien eher werbliche Notlösungen, die der tatsächlichen Zielgruppe nicht gerecht würden. „

Das biologische Alter der Konsumenten ist für sich genommen nur wenig aussagefähig”, sagt Becker. Faktoren wie Bildung, persönliche Lebensumstände, verfügbares Einkommen und das generelle persönliche Selbstverständnis der Konsumenten seien viel wichtiger.

Antworten für Verbraucher

„Zunächst geht es uns darum, mit unseren Produkten eine Antwort auf Verbraucherwünsche zu geben. Unsere Zielgruppe sind bislang Kundinnen, die nicht dem allerletzten Schrei hinterherrennen, die aber trotzdem einen bequemen, gleichwohl modischen Schuh wünschen”, so Markert. Besonders die „Select”-Kollektionen richtet sich an die Altersgruppe ab 30: Urban, mitten im Beruf, aber mit hohem Anspruch an Bequemlichkeit und Mode. „Uns ist klar, dass es nicht einfach sein wird, die beiden Zielgruppen, also die um 30-jährigen und die 50plus-Generation, adäquat anzusprechen. Doch wir nehmen jede Zielgruppe für sich ernst und versuchen ihr ein richtiges Profil zu geben und nehmen uns Zeit für die Recherche“, sagt Becker.

„Mit einer gut eingeführten Marke wie Semler müsse man sehr sensibel umgehen, „damit wir nicht Gefahr laufen, aus dem Blickfeld unserer bestehenden Kundinnen zu geraten.” Unabdingbar bei allen Aktivitäten ist der Schulterschluss mit den Partnern im Fachhandel. Becker: „Wenn wir eine tragfähige Diskussionsgrundlage erarbeitet haben, werden wir hier intensiv das Gespräch suchen. Ohne den Fachhandel kann es nicht gehen, wenngleich auch dort noch Arbeit zu leisten ist, um für das Thema zu sensibilisieren.”

Die Zielgruppe der 50plus-Konsumenten ist sehr heterogen. So besagt es die Studie des „Reifenetzwerks”, eines bundesweiten Kompetenz-Zirkels von Werbern und Marketingleuten. Hier hat man den Begriff der PEGGIs geprägt. Was Persönlichkeit, Erfahrung, Geschmack, Geld und Interessen markiert. Monika Prött, Mitinitiatorin des Reifenetzwerkes, wird mit den Worten zitiert: „Wir haben im Reifenetzwerk gesagt, wir teilen die heterogene Gruppe 50plus in zwei große Gruppen ein: die bis 75-Jährigen und die ab 75-Jährigen. Alle Umfragen haben gezeigt, erst Menschen ab 75 sind durchaus bereit, sich als Senioren zu sehen.” Für Markert und Becker sind das interessante Erkenntnisse. Stefan Markert: „In diesem Sinne liegt noch ein heftiges Stück Arbeit vor uns.“ 04/08 Fred Schütz

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