Schuhmarkt

Farbe für zu Haus

Eine überragende Rolle spielen sie im Handel nicht. Doch zur Abrundung des Sortiments möchte der Handel Hausschuhe nicht missen. Wer sich ein wenig Mühe gibt, kann der Konkurrenz durch die Discounter etwas entgegen setzen. 21/07 Peter Skop

Eine überragende Rolle spielen sie im Handel nicht. Doch zur Abrundung des Sortiments möchte der Handel Hausschuhe nicht missen. Wer sich ein wenig Mühe gibt, kann der Konkurrenz durch die Discounter etwas entgegen setzen.

Einen Umsatzanteil von 0,5 Prozent wies das Institut für Marktdaten (IfM) für Hausschuhe in der abgelaufenen Saison Frühjahr/Sommer aus. Der Saisonstart Herbst/Winter weist dagegen einen Umsatzanteil von 1,8 Prozent aus. Die Durchschnittspreise liegen für beide Saisons bei rund 25,40 Euro. Bei den Verkaufspreisen bestätigt sich auch bei den Hausschuhen eine Tendenz zu höheren Preislagen, die auch bei Straßenschuhen zu beobachten ist. Gewinner sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Preislagen bis 39,99 und bis 49,99.

Die Preislage bis 29,99 Euro macht zwar immer noch über 50 Prozent aus, doch liegt ihr Umsatzanteil fast drei Prozentpunkte niedriger als noch im Vorjahr. Blau ist die beliebteste Farbe, gefolgt von Schwarz und Rot, wobei letztere Umsatzanteile hinzugewonnen hat, wohingegen die beiden anderen leicht verloren haben. Für den Schuhfachhandel ist Rohde die Marke mit dem größten Einzelanteil. Mehr als zwei Fünftel der verkauften Hausschuhe kommen von den Schwalmstädtern.

Giesswein, Birkenstock und Romika folgen mit deutlichem Abstand, weisen die Marktforscher aus Neuss aus. Dass das Segment trotz seiner Kleinheit für den Handel interessant ist, zeigen die Stimmen aus dem Handel. So sieht Hans-Georg Nestel vom gleichnamigen Schuhhaus in Reutlingen in den Hausschuhen eine sinnvolle Abrundung des Angebots, das man nicht einfach übergehen könne. „Wir versuchen diesen Bereich zu pflegen“, meint er und stimmt darin mit seinem Wiesbadener Kollegen Gerhard Friedrich Schaefer überein.

„Viele Kollegen klemmen sich da nicht sonderlich dahinter. Für uns ist das eine Chance, ordentlichen Umsatz damit zu machen“, so Schaefer. Wenngleich die traditionellen Puschen weiter eine wichtige Rolle spielen, muss es doch immer öfter etwas Besonderes sein, wie man es bei Giesswein offensichtlich findet. Natürliche Materialien wie Schurwolle oder Filz seien stark gefragt, so Schaefer. Andererseits macht sich die Umstellung der Wohngewohnheiten bemerkbar, wie Nestel ergänzt: Während früher nur ein Raum beheizt wurde, kann man es sich heute eher leisten, die ganze Wohnung warm zu halten, was dazu führt, dass auch Fußbettpantoletten, beispielsweise von FinnComfort, Ganter oder Think, als so genannte Home-Shoes durchgehen. Ein Aspekt, der eine hohe Dunkelziffer vermuten lässt, was vom Verbraucher als Schuh fürs Haus angesehen wird.

Das sieht zum Beispiel auch ein Anbieter wie Woody so. „Viel zu wenig erkennen die Schuhhändler, dass Woodys ideale Hausschuhe sind“, meint deshalb Wolfgang Herrmann, der, was Preis- und Modellbild angeht, Verkrustungen beim Handel feststellt. „Gerade Hausfrauen sitzen am wenigsten am Kamin und haben ganztägige Fußbelastungen“, so der Woody-Marketing- und Vertriebsleiter. Ein Anbieter wie Birkenstock wird vielfach mit Hausschuhen in Verbindung gebracht, und auch bei Romika stellt man sich nicht nur auf die neue Farbenfreude, sondern auch auf „Bio“-Varianten ein, die die Verbraucher fürs Haus gebrauchen.

Die meisten Anbieter sehen Hausschuhe als Ganzjahresartikel, wenngleich die Materialien je nach Saison variieren. Jürgen Langensiepen, Geschäftsführer von Living Kitzbühel, ist sicher, dass die Verbraucher heute Lifestyleprodukte suchen, mit denen man auch mal Gäste empfangen kann. 21/07 Peter Skop

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