Schuhmarkt

Wachsen in Grenzen

Der Kinderschuhmarkt in Deutschland ist nicht einfach. Zum einen musste sich der Handel mit dem Wegfall traditioneller Marken arrangieren. Zum anderen schrumpft die Zahl der kleinen Kunden. 14/06 Peter Skop

Der Kinderschuhmarkt in Deutschland unterliegt einem starkem Wettbewerb beziehungsweise Verdrängungsprozess. „650 000 prognostizierte Neugeburten lassen einen Hersteller nicht unbedingt jubeln“, erklärt Kickers-Verkaufsleiter Bernd Galonska.

Dennoch ist den meisten der von Schuh-Markt befragten Herstellern von Kinderschuhen nicht bang. Einige Marken wie Ricosta, Richter, Superfit oder Naturino haben von der Lücke profitieren können, die der Wegfall von Elefanten hinterlassen hatte. Deren Verlust hat der Fachhandel längst verschmerzt und er zeigt wenig Bereitschaft, sich auf das Angebot von Deichmann einzulassen, eine eigene Fachhandelslinie Elefanten-Kinderschuhe zu führen (siehe "Fachhandel verzichtet auf Elefanten").

Auch für ausländische Hersteller wie Primigi ist der deutsche Markt zunehmend von Bedeutung. Er ist für das Unternehmen der wichtigste ausländische Markt und entsprechend wird auch in Publikumswerbung investiert. Den Kinderschuhanbietern ist angesichts der geringen Geburtenrate, der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sowie des Konsumentenverhaltens in Deutschland klar, dass es hier kein quantitatives Wachstum des Marktes geben kann. Sie setzen daher auf qualitatives Wachstum.

„Nach unserer Auffassung wird der Markt für qualitative Kinderschuhe wachsen. Ein Grund dafür ist die zunehmende Aufklärung beim Thema Fußgesundheit“, erklärt Marcel Schmidt, der bei Ecco Deutschland für das Marketing zuständig ist. Dies bedeutet zum einen notwendigerweise verschärfter Wettbewerb. Nicht zuletzt weil neben die klassischen Anbieter von Kinderschuhen solche aus dem Sport- und Lifestylesegment hinzukommen,wie das Mitglied der Ricosta-Geschäftsführung Jörg Ertl bemerkt.

 

„Die Chancen liegen in der klaren Positionierung unserer Marken, in der zielgerichteten Kommunikation und in der Fachhandelsbetreuung“, erklärt zum Beispiel Alf Netek, Geschäftsführer der Ferdinand Richter GmbH, Leonding, und Mitinhaber der Shoe-&-Shirt-Gruppe. Mit den Premiumprodukten Richter und Steiff sowie Jela im Preiseinstiegssegment sieht man sich für den Markt gut gerüstet. Qualitatives Wachstum wollen die Hersteller aber auch durch „Innovation, Qualität, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit“ (Ricosta) erzielen. Dabei wird von den führenden Kinderschuhherstellern viel Geld für Forschung und Entwicklung in die Hand genommen, um die neuesten wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnisse in die Produktion einfließen zu lassen.

Bei Ricosta fließen die Ergebnisse beispielsweise in die Artikelgruppe Func (SchuhMarkt berichtete), Richter setzt bei seinen Wasserdichtmodellen auf eVent und im Segment „Natürlich Richter“ auf Sisal-Wechseleinlagen. Legero hat seine Superfit-Schuhe von 530 Ärzten und Orthopäden testen lassen. Fast 97 Prozent von ihnen haben den Gesamteindruck mit der Bestnote bewertet, gibt das Unternehmen als Ergebnis bekannt. Wenn die Hersteller auf qualitatives Wachstum setzen, bedeutet das auf der anderen Seite, dass Qualitätsprodukte nur von kompetenten Händlern und deren Personal verkauft werden können. Und in der Tat setzt die überwiegende Mehrzahl der Befragten auf den Fachhandel. 14/06 Peter Skop

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