Schuhmarkt

Kindermarkt hat Potenzial

Positive Signale setzen die Ergebnisse der jüngsten BBE-Studie über Baby- und Kinderausstattung. Immerhin weisen über die Hälfte der untersuchten Segmente für 2005 ein Wachstum aus. 02/07 Kirsten Rein

Positive Signale setzen die Ergebnisse der jüngsten BBE-Studie über Baby- und Kinderausstattung. Immerhin weisen über die Hälfte der untersuchten Segmente für 2005 ein Wachstum aus.

Grundlage aller Umfragen und Untersuchungen der Kölner Unternehmensberatung war der Bedarf von Kindern bis zwölf Jahren. Wobei – so stellt das BBE gleich zu Beginn fest – auch diese Gruppe von Kindern äußerst differenziert zu betrachten ist. Sie werden nochmals in die Altersgruppen Kleinkinder,Vorschulalter und Schulalter unterteilt. Erst mit zunehmendem Alter werden die Kinder selbst zu Konsumenten.

Zunächst sind es die Eltern, die auf Angebote aufmerksam gemacht werden müssen, weshalb der Branchenreport auch das Kaufverhalten der Eltern eingehend analysiert. Insgesamt beträgt das Marktvolumen für Baby- und Kinderausstattung über 5 Mrd. Euro. Davon entfällt etwa die Hälfte auf Bekleidung. Hier hat der Markt seit dem Jahr 2000 zwar 19,4 Prozent verloren, der Negativtrend aber hat sich zuletzt deutlich verlangsamt. Bei Kinderbekleidung bis Größe 98 konnte 2005 sogar ein Plus von 2,5 Prozent verzeichnet werden.

Innerhalb der Kinderbekleidung wird das meiste Geld für Strickwaren und Shirts ausgegeben. Die Kinderkonfektion wird immer erwachsener und konnte über die vielen modischen Impulse 2005 mit minus 0,4 Prozent ein nahezu unverändertes Marktvolumen halten. Offenbar geben also Eltern,Tanten und Großeltern für die Kleinen gerne Geld aus, während bei den Größeren etwas gespart wird. Dennoch sorgten auch hier neue Modetendenzen und das steigenden Modeinteresse sowohl der Kids als auch der Eltern für neue Impulse. Außerdem zeichnet sich ein deutlich geringerer Absatz von Schnäppchen und Niedrigpreis-Produkten ab.

Die Textilumsätze bei Aldi sind extrem rückläufig. Das ist in der Masse der Aktionen begründet. Der Verbraucher schlage nur zu, wenn er glaubt, dass ein Schnäppchen wirklich einmalig ist und nicht so bald wiederkehrt. In der Schuhbranche bewegt sich etwas. Zwar hat der Gesamtmarkt seit 2000 13 Prozent an Volumen verloren, aber der Rückgang hat sich in 2005 mit minus 0,6 Prozent auf 8,19 Mrd. Euro deutlich verlangsamt. 2006 war sogar wieder eine leichte Belebung festzustellen. Der Kinderschuhmarkt hat laut Studie einen besonders harten Verdrängungskampf in den vergangenen Jahren durchstehen müssen, in dem vor allem der Wettbewerb der Discounter stark zu spüren war.

Gegenwärtig aber hat die Situation sich etwas entspannt. Zwar hatte der Umsatzrückgang die Kinderstraßenschuhe am heftigsten ergriffen, doch 2005 hat sich ein leichtes Plus von 1,6 Prozent ergeben. Zudem haben Straßenschuhe vor den Sportschuhen immer noch den höchsten Marktanteil. Bei Sandalen und Hausschuhen ergab sich zuletzt ein Marktvolumen von 249 Mio. Euro.

Auch wenn die Konkurrenz durch Discounter eklatant sei, so die BBE-Studie, nimmt das frühe Marken- und Modebewusstsein der Kinder Einfluss auf die Eltern. Da wiederum bietet sich ein guter Ansatzpunkt für den Fachhandel. Zum Konsumverhalten stellt die BBE fest, dass in unterschiedlichen Einkommenssituationen deutlich anders eingekauft wird. Insgesamt hat das Durchschnittseinkommen in Familien in den letzten Jahren zugenommen.

Nach wie vor bleibt bei Familien mit Kindern zu 90 Prozent der Vater der Haupteinkommensbezieher. In der Regel kaufen Familien für ihre Kinder unter 14 Jahren alle drei Monate ein. Je kleiner die Kinder sind, desto häufiger. Alle Einkommensgruppen erwarten Spaß und Unterhaltung beim Einkauf. Während die Besserverdienenden Wert auf Markenbekleidung und Qualität legen, geht es denjenigen mit weniger Einkommen hauptsächlich um die modische Aussage. Hier werden auch gerne Sonderangebote gekauft. 02/07 Kirsten Rein

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