Schuhmarkt

Marktforschung: Wie Kinder kaufen

Dazugehören ist alles. Anerkennung ist für Kinder, die noch keine ausgeprägte eigene Persönlichkeit haben, das wichtigste. Also wollen sie das, was bei Freunden als cool gilt. Das besagt die aktuelle Studie des Münchner Marktforschungsinstituts iconkids & youth. 04/08 Kirsten Rein

Dazugehören ist alles. Anerkennung ist für Kinder, die noch keine ausgeprägte eigene Persönlichkeit haben, das wichtigste. Also wollen sie das, was bei Freunden als cool gilt. Das besagt die aktuelle Studie des Münchner Marktforschungsinstituts iconkids & youth.

Kinder wollen das, was in ihrem Freundeskreis und in der Schule angesagt ist. Und Mütter wollen ihre Kinder glücklich sehen, demnach kommen sie den Wünschen der Kinder meistens nach. „Intergenerative Harmonie“ nennt das Ingo Barlovic, Geschäftsführender Gesellschafter von iconkids & youth, München, dem größten auf junge Zielgruppen spezialisierten Markt- und Meinungsforschungsinstitut.

Neuesten Studien zufolge kaufen 42 Prozent der Mütter das, was ihre Kleinen wollen, in 37 Prozent der Fälle sind sich Kinder und Mütter einig. Deshalb gilt: Verkäuferinnen von Kinderschuhen sollten möglichst viel über die Wünsche der Kinder herausbekommen. Das sei nicht schwer zu lernen, so die Meinung des Markt- und Kinderforschers. Gehe es doch bei Kindern in erster Linie darum, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Und die seien weniger wechselhaft, als man annimmt.

Geborgenheit muss sein

Zu den Grundbedürfnissen von Kindern gehören laut Barlovic Geborgenheit, Orientierung und das kindliche Spaßhaben. Kinder definieren sich noch über Eltern und Freunde, besondere Fähigkeiten wie Fußballspielen und über den Besitz von Dingen, die als cool und damit erstrebenswert gelten. Mädchen interessieren sich für Romantisches und soziale Zusammenhänge, Jungs für Aktion, Computer, Fußball und wie ihre Alltagswelt funktioniert.

Die große Herausforderung für Verkäuferinnen, die mit Kindern zu tun haben, ist es, die Interessensprünge der Kinder in verschiedenen Altersstufen zu realisieren. Einem achtjährigen Mädchen sei die Liebe noch egal, einem elfjährigen hingegen nicht mehr. In einer ihrer letzten Umfragen wollten die Marktforscher von Kindern im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren wissen, was sie sich am meisten wünschen. Jungs bleiben dabei relativ konstant mit Autos, Lego, Playmobil für die Sechs- bis Achtjährigen, dasselbe plus Spielkonsole und Sportgerät für die Achtjährigen und Auto, Spielkonsole und Fahrrad für die Zehn - bis Zwölfjährigen. Kleine Mädchen stehen auf Puppen, Kleidung und Playmobil, für größere Mädchen werden Gesellschaftsspiele, Computer, Kleidung und immer noch eine Puppe wichtig. Da geht es in Deutschland noch recht kindlich zu.

In anderen europäischen Ländern, wo Kinder Ganztagsschulen besuchen und sich offenbar sehr an Älteren orientieren, stehen mit sieben Jahren schon Handy und Computer auf dem Wunschzettel. Um in die Welt der Kinder einzutauchen, empfiehlt Barlovic einen Blick ins Kinderfernsehen und auf aktuelle Medien. Dazu zählen Wickie und Spongebob ebenso wie Bravo, Sportbild, Tokio Hotel und Rihanna. „Das sind Vorbilder für die Kinder. Wer das akzeptiert, hat eine gute Kommunikationsgrundlage. Barlovics Empfehlung: „Kinderkanäle sehen und den Kids in der U-Bahn zuhören.“

5 TIPPS FÜR DEN SCHUHVERKAUF

1. Kinderwünsche sind einfach: Es geht um das Erfüllen von Grundbedürfnissen. Das wichtigste Grundbedürfnis ist Anerkennung.

2. Kinder kann man leicht glücklich machen. Erleben Kinder in Ihrem Geschäft Momente des Glücklichseins? Sorgen Sie dafür!

3. Eltern wollen ihre Kinder glücklich sehen und erfüllen deshalb gern ihre Wünsche. Schauen Sie deshalb immer darauf, was die Kinder mögen.

4. Achtung Altersfalle: Einen Neunjährigen muss man anders ansprechen als einen Sechsjährigen. Das gilt natürlich auch für Mädchen.

5. Bleiben Sie im Bild. Am meisten über Kinder erfahren Sie in deren eigener Welt. Zehn Minuten Spongebob pro Woche kann Kommunikationsmauern einreißen.

04/08 Kirsten Rein

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