Schuhmarkt

Mit Events begeistern

Mit ihren rahmengenähten Budapestern liegt die Manufaktur Dinkelacker weit vorn im Trend der neuen Klassik. Beim Kunden wird die Begeisterung für den langlebigen Schuh bei Wein- und Whiskyproben entfacht. 08/07 Maria Schneidewind

Mit ihren rahmengenähten Budapestern liegt die Manufaktur Dinkelacker weit vorn im Trend der neuen Klassik. Beim Kunden wird die Begeisterung für den langlebigen Schuh bei Wein- und Whiskyproben entfacht.

Geht es in Deutschland um rahmengenähte Schuhe, fällt schnell der Name Dinkelacker. Es ist eines der wenigen Unternehmen, das Herrenschuhe komplett in Handarbeit fer tigt. Im Durchschnitt stellt jeder der rund 30 Mitarbeiter in Ungarn pro Tag maximal einen Schuh her. In der Firmenzentrale in Bietigheim-Bissingen sind lediglich Administration und Abwicklung untergebracht.

Die Übernahme durch Ex-IBM-Manager Norbert Lehmann und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking rettete die Traditionsfirma. Ex-Salamander-Vorstand Hermann Hoste, von Wiedeking und dem geschäftsführenden Gesellschafter Lehmann als Berater mit ins Boot geholt, ist die treibende Kraft, wenn es gilt, neuen Ideen konkrete Taten folgen zu lassen.

„Natürlich freuen wir uns darüber, dass der Trend bei Herren in Richtung Klassik geht“, sagt Hoste, „und es gibt deutliche Anzeichen für ein verstärktes Interesse unserer Kunden“. Aber das reiche nicht, um dem Verbraucher Hauptpreislagen von rund 500 Euro akzeptabel zu machen. Man müsse den Handel „mit Aktionen begeistern und den Verbraucher mit Events wecken, um klarzumachen, was ein rahmengenähter Schuh an Qualität und Langlebigkeit bedeutet“.

Seit zwei Jahren organisiert Dinkelacker zu diesem Zweck „Men’s Days“ im Handel: Veranstaltungen mit Wein- oder Whiskyproben, bei denen die Schuhe vorgestellt und die einzelnen Schritte ihrer Herstellung erklärt werden. Zu diesem Zweck bekommt der Handel von Vertriebsleiter Jens Falkenreck ein Paket geschnürt mit Einladungsschreiben für die Kunden, Pressetext und Anzeigenmotiven für die lokalen Medien; dazu 60 Paar Schuhe und einen Dinkelacker-Mitarbeiter, der die Verkäufer schult. So werden pro Event zehn bis 20 Paar Schuhe verkauft.

Das Qualitätsbewusstsein habe deutlich zugenommen, meint Hoste, und fügt scherzhaft sein Motto an: „Das Leben ist zu kurz, um schlechte Schuhe zu tragen!“ Die Kollektion der Budapester, Oxforder und Pennyloafer ändert sich in ihrer Kernaussage nicht, und doch wurden zur GDS einige neue Modelle vorgestellt, die dem Zeitgeist folgen. Schlichter und glatter heißt die Devise im klassisch-eleganten Bereich (Onecut-Schnürer auf Karreeleisten aus ebenmäßigem Leder) und rustikaler im klassisch-sportiven Bereich (flexible Vibramsohle, wahlweise dreifach, Obermaterial aus wasserabweisendem Gallusser-Juchtenleder in gefetteter Optik).

Deutlich angezogen hat die Nachfrage bei Cordovan-Pferdeleder: Dank der Belieferung mit den hochwertigen Produkten aus der Horween Leather Company in Chicago ist die Qualität garantiert. Rund 10 000 Paar Schuhe hat Dinkelacker 2006 verkauft und einen Umsatz von etwa zwei Millionen Euro gemacht. Besonders freut man sich über die Resonanz aus Japan. Dort gibt es viele Pferdeleder-Fans, und die Dreifachsohlen sind sehr beliebt. Hier und da wird auch schon mal eine Einzelbestellung aufgegeben für Spitzenbeschläge aus Sterlingsilber: Die kosten zwar 800 Euro pro Paar, klappern dafür aber schön leise und dezent. 08/07 Maria Schneidewind

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