Schuhmarkt

Markt mit Potenzial

Eine Änderung im Kaufverhalten der Herren scheint sich anzudeuten. Für den Schuhhandel könnte sich dadurch durchaus noch Potenzial ergeben. So sehen es jedenfalls zahlreiche Lieferanten, die SchuhMarkt befragte. 08/06 Peter Skop

Eine Änderung im Kaufverhalten der Herren scheint sich anzudeuten. Für den Schuhhandel könnte sich dadurch durchaus noch Potenzial ergeben. So sehen es jedenfalls zahlreiche Lieferanten, die SchuhMarkt befragte. Viele der von SchuhMarkt befragten Hersteller sind der Meinung, dass im Herrenschuhmarkt noch reichlich Potenzial vorhanden ist. Das Herrenschuhgeschäft sei nicht schwierig, zeigt sich zum Beispiel Andreas Schaller, Marketingleiter bei Lloyd Shoes, Sulingen, überzeugt. „Wir stellen eine Belebung im Herrenschuhmarkt fest, was wir auch aus Marktpaneldaten entnehmen“, sagt Heiner Terbuyken, Geschäftsführer von Camel active by Gabor, Rosenheim. Es gebe sogar eine Verschiebung der Anteile zugunsten der Männerschuhe. Wie Terbuyken spricht auch Hans-Joachim Janotta, Geschäftsführer der Waldi-Schuhfabrik FinnComfort, von Zuwachs in diesem Segment. Der Erfolg stellte sich nicht nur im unteren oder mittleren Preissegment ein, auch Marken wie Santoni („plus 40 Prozent“) oder Dinkelacker („2005 war das beste Jahr seit langem“) verbuchten Zuwächse. Allerdings sehen die meisten auch, dass der Mann in Deutschland prinzipiell ein „anspruchsvoller Konsument“ ist, wie Tim Little von Grenson sagt. Sie kauften hohe Qualität, unabhängig von der ökonomischen Situation. „Wenn man nahe am Markt arbeitet, zuverlässig ist und den Zeitgeist beachtet, kann man Erfolg haben“, sagt Peter Haertel von Pegaso Textil, dem Santoni-Vertrieb für Deutschland. Zur Qualität, für die Männer bereit sind, auch etwas mehr auszugeben, kann auch Funktion gehören. „Alle Modelle der Herrenkollektion sind mit Zusatznutzen versehen“, heißt es aus dem Haus Marc Shoes, Hess. Oldendorf. Einen Marktimpuls hat die „Casualisierung“ des Herrenoutfits gebracht. Davon profitiert haben Anbieter wie Ecco, Camel active oder auch Geox. „Der Anzugträger trägt Semisportschuhe“, sagt Terbuyken, der damit die Weiterentwicklung der Sneaker zu Business-Sneakern im Auge hat. Dr. Franz G. Greif, Girza: „Im Herrenschuhmarkt müssen wieder vor allem für europäische Produkte höhere Durchschnittspreise realisiert werden. Die Herren kaufen bedarfsbezogen und anders ein als die Damen. Nur niedrige Preise stimulieren noch keinen stärkeren Konsum. Ist ihr Bedarf gedeckt, kaufen sich Herren kein weiteres Paar Schuhe, auch wenn es noch so günstig ist. Über niedrige Eckpreislagen geht dem Segment real Umsatz verloren. Die Durchschnittspreise sollten über Qualität und Innovationen angehoben werden.“Eine zunehmende modische Orientierung geschieht in Deutschland durch ein „langsames Herantasten an neue Trends“, wie Markus Struzyna von Fly London den Modemut der Herren beschreibt. Von SchuhMarkt befragt, was der Handel tun könne, um das Herrenschuhgeschäft zu forcieren, wird mehr oder minder deutliche Kritik geäußert. Der Verbraucher werde von Seiten des Handels nicht gefordert und rücke als Kunde immer mehr in den Hintergrund, sagt zum Beispiel Schaller. Lloyd versuche mit zahlreichen Aktionen wie Prämienaktion für das Verkaufspersonal oder Schuhputzevents, den Herrenschuh mehr ins Blickfeld zu rücken.Auch andere Hersteller wie Dinkelacker stehen dem Handel bei, zum Beispiel mit „Men’s days“ in ausgewählten Fachgeschäften, die von Dinkelackermitarbeitern vor Ort unterstützt werden, wie Berater Hermann Hoste erklärt. „Den Mann und seine Wünsche mehr in den Mittelpunkt stellen“, rät Schaller. Herrenschuhe fänden sich zunehmend im Keller oder bestenfalls im Obergeschoss. Umgestaltungen gingen an der Herrenabteilung vorbei und das Verkaufspersonal stünde nur auf Anfrage bereit, überspitzt er zur Verdeutlichung. Der Mann solle schon im Eingangsbereich angesprochen werden, zumindest mit einer Modellpräsentation. Eine Erkenntnis, die Salamander beim neuen Ladenbaukonzept derzeit berücksichtigt. „Vielfalt zeigen und mutiger ordern“, ermutigt Marcel Schmidt von Ecco den Handel. Josef-Seibel-Verkaufsleiter Klaus Emser meint, der Handel vernachlässige seine eigentliche Aufgabe des Verkaufens im Sinne von Bedienen und Service bieten. Die Befragten betonten durch die Bank weg auch die wichtige Rolle des Verkaufspersonals. 08/06 Peter Skop

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