Schuhmarkt

Van Bommel rockt

Die neunte Van-Bommel-Generation ist vor drei Jahren angetreten. Seitdem wird der niederländische Herrenschuhspezialist modischer, ohne die traditionellen Werte über Bord zu werfen. Die einzelnen Linien Van Bommels sollen zukünftig noch schärfer konturiert werden.

Floris van Bommel ist nicht nur der Name des Marketing-Direktors der Schoenfabriek Wed. J.P. van Bommel B.V., Moergestel, Niederlande, sondern auch der jüngsten Schuh-Linie des Unternehmens. Floris ist 30 und vor fünfeinhalb Jahren in das Unternehmen eingestiegen. Vor drei Jahren haben er und sein zweiunddreißgjähriger Bruder Reynier die Verantwortung für das Unternehmen von ihrem Vater Frans übernommen. Neben den Schuhen gehört Floris’ Leidenschaft der Musik, speziell der Rockmusik.

Floris rockt selbst. Für einen TV-Werbespot, der die Sneaker-Kollektion dieses Sommers bekannt machen sollte, war er zum ersten Mal ins Aufnahmestudio gegangen und hatte einen eigenen Rocksong aufgenommen. Der Gitarrist und Sänger knüpft dabei an beste Hardrock-Traditonen an. Im Spot nun sieht man Floris van Bommel im Tonstudio, durch einen Supermarkt streifend, in der Disco und abends müde ins Bett fallend. Wie in einem Comic wird immer wieder ein weißer Pfeil und der Schriftzug „Floris van Bommel“ eingeblendet, der abwechselnd auf Floris’ Kopf und auf seine Sneaker zeigt.

Der dreißigsekündige Spot, der zwei Wochen lang täglich im niederländischen Musiksender MTV und im belgischen DMF in the box lief, schlug ein und Händler verzeichneten eine gesteigerte Nachfrage nach den Sneakern. Das grüne Modell, das Floris trug, avancierte zum meistgekauften Schuh der Marke. Die Sendung RTL Boulevard brachte einen Vierminutenbeitrag, interviewte Floris und stellte das Musik-Video vor. „Wir haben Floris ganz klar in den Mittelpunkt gestellt“, erklärt Reynier van Bommel, der kaufmännische Direktor des Unternehmens. Und Floris ergänzt, dass die Linie mehr Aufmerksamkeit benötige als seinerzeit die klassischen Van-Bommel-Schuhe.

Leider sei der Marketingaufwand in Deutschland so nicht möglich, da zu teuer. Dennoch komme die neue Sneaker-Linie auch in Deutschland sehr gut an. Positive Resonanz wurde zum Beispiel aus den Häusern Roland in Düsseldorf und der Edelbekleidungskette Sør berichtet. Auch die beiden Karstadt-Häuser in Hamburg und Berlin (KaDeWe), mit denen eine Kooperation vereinbart ist, verzeichneten gute Abverkäufe, so Reynier. Keineswegs seien die Käufer nur in einer jugendlichen Altersschicht zu finden. Vielmehr griffen 14- bis 60-jährige nach den Sneakern. 08/05

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