Schuhmarkt

Zurück zu den Wurzeln

Nicht nur High Heels malträtieren unsere Füße. Auch flache Sohlen sorgen für schmerzhafte Ballen. Was tun? Jenseits von Einlage und Gelpolster lässt sich noch viel Gutes für gesunde Füße tun. Zum Beispiel auf Kopfsteinpflaster laufen und Gymnastik machen. 09/08 Ilona Sauerbier

Nicht nur High Heels malträtieren unsere Füße. Auch flache Sohlen sorgen für schmerzhafte Ballen. Was tun? Jenseits von Einlage und Gelpolster lässt sich noch viel Gutes für gesunde Füße tun. Zum Beispiel auf Kopfsteinpflaster laufen und Gymnastik machen.

Mit den Schuhen steht und fällt jedes Outfit. Sie sind das Tüpfelchen auf der Komposition und Abrunder des Gesamtkunstwerks. Für Schuhe tun wir manches Opfer, ob die Füße da mit wollen oder nicht. Dass Füße Freiheit und Bewegung brauchen, ist klar. Doch es sind nicht allein Pumps mit Killerabsätzen, die für alle Fußprobleme verantwortlich sind, auch Joggingschuhe Marke Nike, Adidas und Puma können den Fuß tüchtig tyrannisieren. Grund: sie werden oft viel zu lange getragen.

Obwohl die Anbieter nahezu im Monatstakt Innovationen wie Gelkerne, Fersenstabilisatoren, Luftkissen und ähnliches einbauen, sind schmerzende Achillessehnen, Knie- und Hüftbeschwerden an der Tagesordnung. Die immer komplexeren High-Tech-Schuhe bieten so viel Struktur, dass der Fuß gar nichts mehr leisten muss, und eine geschwächte Muskulatur begünstigt Gelenk- und Knochenverletzungen.

Kopfsteinpflaster laufen

Mit seinen 19 Muskeln, 31 Gelenken, mehr als 107 Bändern und 28 Knochen ist der Fuß anatomisch auf harte Arbeit ausgerichtet. Sportphysiologen empfehlen daher ein tägliches Routine-Workout wie zum Beispiel eine halbe Stunde über Kopfsteinpflaster laufen oder einfach nur ein Tuch oder einen Gegenstand mit den Zehen aufheben. Auch Balanceübungen mit geschlossenen Augen oder die langsamen statischen Bewegungen beim Tai-Chi trainieren den Fuß. In jedem Alter.

Ein Balance-Training ist im weitesten Sinne auch das, was MBT mit seinen Schuhen bewirkt. Bei älteren Menschen bringt ein Spaziergang über unwegsameres Gelände dreimal so viel Gesundheitseffekt wie über glatten Boden zu laufen, belegen medizinische Studien. Hilfreich ist auch eine Übung, die Balletttänzer gerne anwenden, um die Fußmuskeln zu trainieren: Mit dem Ballen auf eine Treppenstufe stellen und die Ferse so tief wie möglich sinken lassen. Anschließend wieder anheben, und alles mehrfach wiederholen.

Yoga mit gespreizten Füßen

Keine andere Philosophie des Körpers ist so sehr den Füßen – als unserer Verbindung zur Erde – verpflichtet wie Yoga. Da sind sich Orthopäden mit Yogalehrern einig. Ihre Erkenntnis ist, dass sich sämtliche Störungen in unseren Füßen über den ganzen Organismus bis in den Nacken fortsetzen. Alle vertikalen Yoga-Figuren basieren daher auf der soliden Stellung mit gespreizten Zehen, wo das Gewicht gleichmäßig auf alle vier „Ecken“ des Fußes verteilt wird. Also öfter mal den „Helden“ machen. Wirkt wahrhaft Wunder.

Für alle, die ständig auf den Beinen sind und keine Zeit für ihre Füße haben, gelten die sechs Fußdrills des amerikanischen Sportarztes Russ Ebbets, schrieb kürzlich das Magazin Vogue: Je 25 Meter barfuß auf der Außen- und der Innenseite laufen, dann mit einwärts gedrehten Füßen und anschließend mit nach außen gedrehten Füßen gehen. Schließlich noch rückwärts auf Zehenspitzen. Danach in Schuhen eine Runde auf den Fersen laufen – und schon bewegen wir uns wie eine Raubkatze, selbst auf wildesten High Heels. 09/08 Ilona Sauerbier

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