Schuhmarkt

Pronto Moda

Die Terminkollision internationaler Messen an einem einzigen Wochenende hat auch die Taschenmesse Mipel tangiert: Es fehlten die Besucher. An interessanten Trends hat es der Messe zwar nicht gefehlt, doch wandern immer mehr Topmarken in ihre Showrooms ab. 07/08 Karin Grabner

Die Terminkollision internationaler Messen an einem einzigen Wochenende hat auch die Taschenmesse Mipel tangiert: Es fehlten die Besucher. An interessanten Trends hat es der Messe zwar nicht gefehlt, doch wandern immer mehr Topmarken in ihre Showrooms ab.

Den Hickhack um Messe-Termine an einem einzigen Wochenende hat auch die Taschenmesse Mipel (28.2. bis 2.3.) zu spüren bekommen. Nur zwei Messetage, Donnerstag und Freitag, fielen gemeinsam mit der Micam zusammen. Die Mipel blieb auf ihrem bewährten Wochenendplatz, während die Micam ihren Termin unter die Woche vorverlegte. Die Rechnung der Messeorganisation Aimpes, die hoffte, nationale und internationale Einkäufer dazu zu bewegen, das Wochenende nach der Micam auch für Einkäufe auf der Taschenmesse zu nutzen, ging nicht auf. Am langen Einkaufsmesseabend am Freitag, wo die Mipel bis 22.30 Uhr offen hatte, waren leere Gängen zu beklagen.

Vintage und Synthetics

Die Besucherzahlen der Mipel werden offiziell mit 18.251 angegeben – davon fallen 9.871 auf internationale Besucher, der Rest auf italienische Händler. Ein leichter Rückgang, wie die Messeorganisation Aimpes eingesteht. Doch immer mehr hochkarätige Firmen sagen der Mipel adieu. Showrooms in der Stadt sind für Einkäufer leichter zu erreichen. Zudem fällt das Einkaufen zu einem derart frühen Zeitpunkt in der Saison, Ende Februar/Anfang März, nicht nur dem italienischen Handel schwer.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

07/08 Karin Grabner

MIPEL, MAILAND Schaufenster von Fendi in Mailand Schuhmarkt 7-2008 21 Februar/Anfang März, Gingen die Geschäfte in der abgelaufenen Herbst- /Wintersaison schleppend, lässt die Initialzündung für ein lohnendes Frühlingsgeschäft noch auf sich warten. Ohne die konsumstarken Länder wie Russland und Japan wäre es um die italienische Taschenindustrie noch schlechter bestellt. Hofiert in einer eigenen VIP Lounge, werden die internationalen Gäste verwöhnt. Die Aimpes gibt das Besucherwachstum der russischen Einkäufer mit 11 % und das der Japaner mit 5,4 % bekannt. Zählen in Russland große italienische Designernamen, so sind für Japaner authentische Produkte in bester Qualität von Bedeutung. Vintage und Synthetics Der Bereich der Vintage Area ist auf ein Vielfaches ausgeweitet worden. Secondhand- Produkte, vom Koffer bis zu Schuhen, sowie Kleidung aus vergangenen Jahrzehnten fanden trotz modrigen Geruchs, regen Zuspruch. Manchmal sogar mehr als die neuen Kollektionen. Wer genügend Geld dabei hatte, fand auch mal eine altes Toplabel. Setzen kleine italienische Taschenmanufakturen auf der Mipel immer mehr auf Qualität und hochwertige Handwerkskunst, sehen sich die Lizenznehmer großer Marken zunehmend gezwungen, kommerzielle und bezahlbare Produkte anzubieten. Synthetik ist das Lieblingsmaterial der meisten Zweitmarken – wenn nicht in Lederoptik, dann in Textil oder Nylon. Die Kluft zwischen handwerklicher Qualität und Konsum driftet immer mehr auseinander. Chinesische Hersteller Andrea Mabiani Gherardini Sequoia Vintage Area Braccialini Romeo Gigli Sequoia 22 Schuhmarkt 7-2008 MO D E den auf der Mipel, um „Made in Italy“ nach China zu verlagern, was aufgrund der Preisentwicklung für viele italienische Hersteller einladend wirkt. Die italienische Taschenindustrie ist bemüht, alles zu tun, um einen wirtschaftlichen Aufschwung zu bewirken. Kreativforen auf der Mipel, Preisauszeichnungen für innovative Produkte oder die Förderung junger Talente reichen nur leider für einen schnell wirkenden Gegentrend nicht aus. Die Taschentrends zum Winter setzen auf Extravaganz und weiche Formengebung. Krokolederprägungen, Patchwork, Samt, glänzendes Nylon, Nubuk, Filz, Lackleder und feinste Nappas sind die Favoriten. Neu sind Echtfelltaschen. Zu den gut georderten Looks gehören Oversized-Modelle in weichen Formen mit weichen Trageriemen sowie kleine Clutchbags in Glattleder oder edlen Reptiloptiken. Winter 08: Öko wird Trend Grau, Schwarz und Braun sind typische Order-Basics. Gut besprochen sind auch gedeckte Farben wie Lila, Bordeaux, Dunkelgrün, sowie mittlere Brauntöne, Rot, Blau und noch immer Metallicfarben. Firmenlogos werden kunstvoll geprägt oder auch gestickt. Viele aufwendige Stickereien finden sich wieder auf den Taschen. Kaum eine Tasche, die auch ohne dekorativen Anhänger auskommt. Das Thema Natur und Ökologie hat auch die exquisite Taschenfirma Braccialini beschäftigt. Die von Braccialini neu gegründete Marke Amazon Life verwendet ausschließlich natürlich gewonnene Rohstoffe, wie Latex, Baumwolle, Holz - alles mit ökologischem Anspruch. Amazon Life bietet im neuen Programm modisch vielseitige und unkomplizierte Taschenmodelle. Ein Trend, der für neue Taschen Maßstäbe setzt. Karin Grabner Mazzini Donini Amazon Life Messestand von Gabs Fabi Killah Campomaggio Gaetano Navarra

PDF Artikel Download für Abonnenten:

Verwandte Themen
Deloitte Weihnachtsgeschäft Einzelhandel
Laut Deloitte darf sich der Einzelhandel auf Weihnachten freuen weiter
IFH Services im Online-Handel Studie
Online-Handel: Kleine und mittlere Händler haben Nachholbedarf weiter
OrthoExtra by SchuhMarkt Leserumfrage
OrthoExtra: Ihre Meinung ist uns wichtig! weiter
Dr. Dominik Benner ist jetzt auch digitaler Dienstleister für den Verbund der GMS-Händler.
GMS schließt digitale Partnerschaft weiter
Oliver Schroll, neuer Director of Sales and Marketing bei Bree
Oliver Schroll steigt bei Bree ein weiter
Matthias Linn
Neuer Geschäftsführer bei Hagemeyer weiter