Schuhmarkt

Frauen wollen flitzen können

Nachdem die Designer ihre Passion für superflache Schuhe entdeckt haben, heißt es in der Mode: entweder extrem hoch – oder extrem flach. Flache, gemütlichere Flitzer machen im Moment das Rennen. 11/08 Maria Schneidewind

Nachdem die Designer ihre Passion für superflache Schuhe entdeckt haben, heißt es in der Mode: entweder extrem hoch – oder extrem flach. Flache, gemütlichere Flitzer machen im Moment das Rennen.

Zugegeben, bei Audrey Hepburn sahen sie phantastisch aus: superflache Ballerinas. Dazu Caprihosen und die obligate weiße Bluse, eng geknotet in der Taille: ein Bild für die Götter. Aber Audrey Hepburn war blutjung und schlank wie ein Reh mit ihren fabelhaft langen Beinen. Tausende stürzten sich in den 50ern auf die absatzlosen Treter – und so viel anders ist das heute nicht.

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11/08 Maria Schneidewind

MO D E Zwar wird, nachdem die Designer ihre Liebe zu flachen Schuhen entdeckt haben, die Verbraucherin bombardiert mit absatzlosen Römersandalen, Zehentrennern, Ballerinas und Mokassins, aber „richtig flach“, so Nina Catacchio, Einkäuferin bei Linda Schuhmoden in Frankfurt, „wird nur von Teenies oder allenfalls Frauen bis um die dreißig angefasst.“ Man muss schlank sein, gute Beine und gesunde Füße haben und am besten auch ein paar Jahre Ballettunterricht hinter sich, damit der Gang nicht watschelig wird. „Die Kundinnen wollen Flitzeschuhe“, berichtet Catacchio, „aber bitte nicht ganz flach, das schlägt auf Knie und Rücken.“ Positiver ist die Resonanz auf Modelle mit 0,8 bis zwei Zentimeter hohen Absätzen, die immerhin ein bisschen Halt geben: Die „gehen ab wie die Feuerwehr“, so Catacchio. Auch die letzten Frauen, die noch keine haben, hätten sich endlich welche angeschafft. Bemerkenswert sei dabei die Akzeptanz der erweiterten Farbpalette: „Rot geht eh, und die gelben und grünen Citrustöne, die wir zunächst mit Skepsis betrachtet haben, mussten wir schon nachordern.“ Ballerinaboom legt sich Im Schuhhaus Schaffner in Dillenburg sind die neuen Sandalen noch nicht gefragt – was Wunder, der April ist viel zu kalt!, wohl aber Ballerinas und Mokassins mit 0,8 bis ein Zentimeter hohen Absätzen und Sneaker mit relativ dünner Sohle. Bei Ballerinas erwartet Chefin Eva-Maria Schaffner „keinen Boom mehr wie im letzten Jahr, aber immerhin noch rege Nachfrage“. Bei Mokassins registriert sie verstärktes Interesse. Eine kürzliche Aktion „Schuhparty“ in ihren Geschäftsräumen, in deren Rahmen den Kundinnen die neuen Modelle vorgestellt wurden, bestätigte ihre Prognose: „Bei aller Liebe zur Mode: Gefragt sind nach wie vor auch mittlere Absatzhöhen plus-minus fünf Zentimeter.“ Stiefkind mittlerer Absatz Das bestätigt Alfred Stroh, Mitinhaber des Schuhhauses Vanilla in Frankfurt, und beklagt „die stiefmütterliche Behandlung des Schuhs mit vier bis fünf Zentimeter hohem Absatz im modischen Bereich“. Tatsächlich, räumt Stroh ein, ist es „schwierig, in dieser Größen- beziehungsweise Höhenordnung einen schönen Schuh zu machen“ – viel schwieriger, als Fetisch- Pumps oder neckische Sandalen zu entwerfen. Aber: „Die Hersteller schauen seit Jahren schon zu sehr auf die Mode“, meint Stroh, dabei komme der Allround-Schuh zu kurz, der der alten Wohlfühl-Formel Rechnung trägt: nicht zu hoch und nicht zu flach. Die Notwendigkeit, „tragbare“ Absatzhöhen nicht aus den Augen zu verlieren, wird jedoch auch bei den Herstellern registriert. Buffalo-Geschäftsführer Hans Michael Conradi verweist auf Modetrends jenseits der aktuellen Extreme: „Schauen Sie sich die neuen weiteren Hosen an, die schreien geradezu nach mittelhohen Schuhen“. Drei bis fünf Zentimeter hohe Pumps werden bei Buffalo derzeit vom Handel nachgekauft. Hier und da befürchtet man schon Engpässe. Maria Schneidewind Z KÖNNEN Hollywood Jette Lise Lindvig Via Uno Via Uno Lise Lindvig

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