Schuhmarkt

Midec: Eine Messe im Umbruch

Die französische Schuhmesse Midec sucht nach neuen Wegen. Ein modernes Erscheinungsbild soll sie noch interessanter machen. 21/07 Stephan Kühmayer

Die französische Schuhmesse Midec sucht nach neuen Wegen. Ein modernes Erscheinungsbild soll sie noch interessanter machen.

Normalerweise hätte die Nachricht von der Veräußerung der Sepic, ein Ableger der französischen Schuhproduzentenvereinigung Fédération Française de la Chaussure (FFC), die Lautstärke einer Bombenexplosion gehabt. Doch die Verantwortlichen hüllten sich in Schweigen, die Information wurde so gut wie gar nicht kommuniziert. Kein Wort gab es hierzu vom Midec-Generaldirektor François Browne de Kilmain. Nur über verschlungene Pfade sickerte durch, dass der internationale Schuhmodesalon Midec sowie die Modamont, eine Orderplattform für Modezubehör, künftig von der britischen Tarsus-Gruppe organisiert wird.

Messe soll attraktiver werden

Das Unternehmen von der Insel gilt als renommierter Veranstalter von Messen und Veranstaltungen und verfügt zudem über einen eigenen Verlag. Erfahrungen im Bereich Schuhmode besitzt Tarsus allerdings nicht. Spekulationen zufolge könnte ein zu hoher organisatorischer und finanzieller Aufwand ein Grund von vielen gewesen sein. Die FFC dementierte, dass man kein Interesse mehr an der Midec habe. Im Gegenteil: Beim Verkauf ließ man sich die Fortführung der Messe zusichern. Ziel sei es, den Pariser Schuhmodesalon künftig noch attraktiver zu gestalten. Bei der aktuellen Midec, die vom 7. bis 9. September in Paris stattfand,standen die Zeichen daher eher auf Umbruch.

Keine Modenschau mehr

Gewohnte Einrichtungen, so etwa die Modenschauen, fielen dem Spargedanken zum Opfer. Ein verändertes, sehr modernes Standdesign kam allerdings gut an. Die räumliche Aufteilung in Themenbereiche wie Master Class, junge Schuhmode, innovative Designer und Kinderschuhe bewies Professionalität. Trendinformationen, eine Ausstellung über Stiefel sowie die Vorstellung eines Projekts des Institut Français de la Mode (IFM) über Heimschuhe in modernen Designs ergänzten das Geschehen. Auf der Midec waren etwa 700 Marken präsent. Neben führenden französischen Schuhmarken gab es deutlich mehr internationale Aussteller, darunter aus Italien, Spanien, England und Portugal.

Bemerkenswert gut waren deutsche Firmen vertreten. Unternehmen wie beispielsweise die Wortmann KG haben längst erkannt, dass der französische Fachhandel die Vorteile deutscher Preis-Mode-Verhältnisse zu schätzen weiß. Es gebe zunehmend einen Markt für modische Bequemschuhe der mittleren Preissegmente, hieß es. Auch am Stand von Ara, erstmals seit zwei Jahren wieder auf der Midec, zeigte man sich zufrieden. „Unsere Marke entwickelt sich hierzulande sehr gut“, sagt Frankreich-Repräsentant Daniel Bootz. In den vergangenen fünf Saisons habe man das Händlernetz und auch die Umsätze kontinuierlich ausbauen können. Auch bei der Garant Schuh AG gehe es wieder aufwärts, ließ Vorstandssprecher Robert Natter auf einer Pressekonferenz verlauten. Mit 350 Kunden und 650 Verkaufsstellen erzielt Garant in Frankreich im ersten Halbjahr 2007 ein erfreuliches Umsatzplus von 4,3 Prozent.

Midec 08: Drei Wochen später

Die kommende Midec findet vom 24. bis 26. Februar 2008 statt. Der Termin liegt drei Wochen später, als in diesem Jahr. Damit reagieren die Veranstalter auf die Kritik zahlreicher Aussteller, für die das erste Februar-Wochenende deutlich zu früh lag. 21/07 Stephan Kühmayer

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