Schuhmarkt

Pariser Impressionen

Anfang Februar setzte die französische Metropole erste Zeichen für die kommende Saison. Kurz nach den Haute-Couture-Schauen fanden dann gleich mehrere Modemessen auf einen Schlag statt. Fazit: Die Tradition wird neu interpretiert. 06/06 Stephan Kühmayer

Anfang Februar setzte die französische Metropole erste Zeichen für die kommende Saison. Kurz nach den Haute-Couture-Schauen fanden dann gleich mehrere Modemessen auf einen Schlag statt. Fazit: Die Tradition wird neu interpretiert. Von besonderem Interesse für die Schuhbranche ist der Salon Mode international de la chaussure, kurz „Midec“ genannt. Die Veranstaltung mit fast 20-jähriger Tradition, die jetzt erstmals Anfang Februar stattfand, verfügt mit über 500 Ausstellern über das bei weitem größte Angebot in Sachen Schuhmode. Namhafte Marken aus dem französischen Inland sowie aus dem Ausland zeigen hier ihre aktuellen Kollektionen für die kommende Saison. Kompetenz bei Schuhen bewiesen aber auch die elegante Première Classe und die eher auf sportiven Chic und Streetwear ausgerichtete Who’s next. Dabei dominiert zurzeit selbst im Land der Galanterie das Modethema Stiefel. Reiter-, Western-, Biker- oder Ethnomodelle sind zahlreich im Angebot und machen den femininen Formen starke Konkurrenz. Materialkombinationen scheinen immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Einfach nur Glatt- oder Veloursleder ist out. Egal, ob Pelz oder flauschige Wolleinsätze, ornamentale Prägungen oder folkloristische Stickereien, Flicken, Filz oder Samteinsätze – der Mix macht’s. Auffällige Schnallen und Zierbänder spielen ebenfalls eine bemerkenswerte Rolle. Wichtig bei den Stiefelvarianten sind auch die Reminiszenzen an frühe Zeiten des vergangenen Jahrhunderts. Sie kommen insbesondere durch Vintageoptiken zum Ausdruck. Auf alt getrimmt sind besonders die Modelle für junges Publikum. Die Farben der Natur aus Wald und Flur sind bei den Retroboots von herausgehobener Bedeutung. Erdiges Braun und gedecktes Grün geben ihre Visitenkarte ab. Stein- und Sandfarben ergänzen die Farbpalette. Bei den Ethnovarianten finden auch Winterweiß und Multicolor ihre Berechtigung. Ornamente dürfen glitzern. Elegante Stiefel greifen oft auf opulente Barockoptiken zurück. Pumps und Sandalen, in Frankreich auch im Winter nicht zu vernachlässigen, definieren sich häufig über verkürzte Leisten und verrundete Spitzen. Peep Toes lassen hin und wieder selbst in der kalten Jahreszeit die Zehen ein wenig Frischluft schnuppern. Bei den Böden beherrschen Keilplateaus, gern bezogen, die Szenerie. Holzclogs könnten, glaubt man den Auguren, ein Revival erleben. Softe Mokassins, von Nomaden oder Indianern inspirier t, ergänzen die Angebote im Damenschuhbereich. Bei den Herrenschuhen sind Modeprognosen deutlich schwieriger. Besonders auffällig ist einzig das Antikfinish, das inzwischen nicht nur bei den Casualtypen, sondern auch bei den eleganteren Modellvarianten, etwa Derbyformen,Verwendung findet. Historische Einflüsse aus dem Arbeiter- und Straßenmilieu werden gerne neu interpretiert. Selbiges gilt für die Kinderschuhe, die wie ein Spiegel der Erwachsenenmode wirken. Vintage heißt auch hier das Zauberwort – Oliver Twist lässt grüßen. 06/06 Stephan Kühmayer

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