Schuhmarkt

Im Rausch der Romantik

Die Taschenmode bleibt romantisch. Glitzersteine, Blumenmuster, Rüschen beherrschten die Mipel in Mailand. Sie wandelt sich zur Accessoire-Messe, auf der Modeschmuck, Hüte und Schirme neben den klassischen Lederwaren eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. 11/05

Die Taschenmode bleibt romantisch. Glitzersteine, Blumenmuster, Rüschen beherrschten die Mipel in Mailand. Sie wandelt sich zur Accessoire-Messe, auf der Modeschmuck, Hüte und Schirme neben den klassischen Lederwaren eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Altrosa, Türkis und helles Olivgrün, glitzernde Dekors, Kroko- und Schlangeneinsätze, weiche Formen und phantasievolle Griffe – die italienische Taschenmode zeigte sich bei der 88. Mipel in Mailand von ihrer besten Seite. Der auch bei den Prêt-à-porter-Schauen gezeigte romantische Look, der Hang zu Schleifen, Rüschen und Spitzen, ist auch bei der Taschenmode groß im Kommen. Mädchenhafte Kurzgrifftaschen sind in der Sommersaison 2006 Trend. Die Griffe werden neuerdings aus edlen Materialien wie Kroko oder geflochtenem Nappa, aus Chanel-Ketten oder auch Bambus gefertigt. Auf dem neuen Messegelände in Mailand wurde ein innovativer Taschenlook gezeigt. Der Phantasie sind im Accessoires-Bereich keine Grenzen mehr gesetzt. Denn auf der Mipel werden schon längst nicht mehr nur Lederwaren, sondern auch Modeschmuck und Motorradhelme, Hüte und Schirme und damit der gesamte margenträchtige Accessoires-Bereich präsentiert. Auch Seidentücher mit romantischen Motiven erleben ihr Revival. Immer mehr Lederwarenfirmen, wie etwa Braccialini (Mariella Burani) engagieren sich neuerdings beim Modeschmuck. Auf mehreren Ständen waren auch schicke Motorhelme im gleichen Design wie die dazugehörenden Handtaschen zu sehen. Nach der Einführung der Helmpflicht in Italien auch für Mopedfahrer avanciert der modische Helm zum großen Thema.Swarovski-Taschen oder zumindest mit entsprechenden glitzernden Steinen versehene Handtaschen gehörten zu den neuen Romantik-Hits. Studio Design zeigte bezaubernde braune Handtaschen mit applizierten, glitzernden Schmetterlingen, Carlo Manifatture schmückte seine Taschen mit glänzenden Hufeisen-Formen. Vintage-Look, florales Design, Patchwork im Materialbereich, restrukturierte Oberflächen geben im Frühjahr/Sommer den Ton an. Der von Roberto Cavalli bei den Modeschauen gezeigte Cowgirl-Look spiegelt sich im sportlichen Bereich auch in der Taschenmode wider. Im Farbbereich dominieren weiterhin die verschiedensten Rosa- sowie helle Olivgrün-Töne. Newcomer in der Farbpalette sind Türkis und verwaschene Blautöne. Weiß kommt groß in Mode, allerdings werden auf den weißen Taschen Vintage-Motive (auffallend das Engel-Teufel-Motiv bei Free up) gezeigt. Helle Brauntöne bleiben jedoch weiterhin gefragt. Schwarz ist hauptsächlich als Basisfarbe zu sehen: Auf schwarzem Untergrund werden verschiedenste florale Designs gezeigt. Bei den Formaten dominieren Querformen. Die Linie ist meist abgerundet, geometrische Formen sind in der Minderheit. Daneben bestimmen softige Beuteltaschen wie etwa bei Europea Pelleteria den Ton. Thesy Kness-Bastaroli Messeverlauf: Besser als befürchtet Auf der Mipel zeigten 335 Aussteller (davon 96 aus dem Ausland) auf einer Fläche von 30 000 qm ihre Kollektionen Frühjahr/Sommer 2006. Dabei gewannen die Präsentationen durch die neuen Messestände und die lichtdurchfluteten Hallen. Neue Angebote wie etwa die den Trend-Firmen gewidmete Fashion-Trend-Halle oder die Luxus-Schau mit Krokotaschen von Cartier und Van Cleef aus den fünfziger Jahren zählten zu den Attraktionen. Auch wenn der Mipel renommierte Aussteller verloren gingen (Mandarina Duck, Cocinelle, Furla), behauptet sie weiterhin ihre Position als größte europäische Lederwarenmesse. Ein Feuerwerk innovativer Ideen junger Firmen bestätigte die Gültigkeit der Messe. So nahm auch die Besucherzahl während der vier Messetage im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 20 614 Interessenten zu. Vor allem bei den italienischen Einkäufern war eine kräftige Zunahme von 8 Prozent zu verzeichnen. Mipel-Präsident Giorgio Cannara zeigte sich nach den vier Ausstellungstagen zufrieden, auch wenn er zugab, dass das Messedebut auf dem neuen Gelände von Startschwierigkeiten begleitet war. Man könne zwar nicht von Euphorie sprechen, charakterisierte Cannara das Kaufverhalten, doch das Messegeschäft sei besser verlaufen als befürchtet. Cannara verwies auf den Wettbewerb aus China und auf das wachsende Phänomen der Raubkopien, welche Industrie und Handel wichtige Marktanteile kosteten. Hand in Hand mit den Schuhherstellern fordert deshalb auch der Lederwaren-Herstellerfachverband Aimpes die Einführung einer kontrollierten Ursprungsbezeichnung sowie Schutzmaßnahmen gegen den Importboom aus der VR China. Die Mipel lässt augenblicklich keine chinesischen Aussteller zu. Die Kandidaten aus China müssten sich vorerst mit der Warteliste begnügen, hieß es auf der Mipel. Dafür waren 28 indische Aussteller präsent. DAS FIEL UNS AUF Furore machte bei Santi auch die neue Portofino-Linie, die mit ihrer Schwarz-Weiß-Geometrie vom Courrèges- Stil der sechziger Jahre beeinflusst war. Börsenstar Mariella Burani zeigte hochromantische Taschen im Blüten-Look. Oxus faszinierte mit handbeschlagenen weißen Wildwest-Taschen. Den Clou der Mipel stellte wieder einmal Braccialini aus Florenz mit ihren „Clown“-Taschen, würdiger Nachfolger der Auto-Taschen, dar. Braccialini hat kürzlich ein Abkommen mit der Filmgesellschaft Warner Brothers geschlossen und stellt künftig die Figuren des Zeichentrickfilms „Looney Tunes“ in Taschenformat her. Marco Rossi hat seine Moon-Taschen-Kollektion um Modelle in Nylonjacquard erweitert, das nicht nur für die Taschenkollektion, sondern auch für Jacken und Hüte verwendet wird. Schillernde Pfauenaugen zeigte Roberta di Camerino auf ihrer Schuh- und Taschenkollektion. Die Designerin aus Venedig, die zu den Gründern des Mailänder Modeerfolgs zählt, erlebt derzeit ein modisches Comeback. 11/05

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