Schuhmarkt

Highnoon für Western

Die Rückkehr der Western in Film und Musik geben der Modeszene frische Impulse. Sie liefern außerdem schöne Vorlagen für Dekorationen und Aktionen am Point of Sale. 10/06 Ilona Sauerbier

Cowboystiefel waren bereits im letzten Winter ein Hotseller im Handel. In diesem Sommer sind sie immer noch ein starkes Umsatzthema. Nun haben auch die kultigen Modedesigner ihren Spaß am Wilden Westen gefunden und spielen mit dem Thema.

Am Anfang war Madonna. In einem Video, das vor fünf Jahren abgedreht wurde, trug die Popikone Flanellhemd und Cowboyhut: Kurze Zeit später wurde dieser Look von ihren Fans imitiert. Danach folgte Britney Spears. Sie schob sich am Strand von Malibu einen Cowboyhut ins Gesicht, streifte ihre Westernstiefel über, schon war der nächste Trend kreiert. Die Britney-Fotos waren noch nicht richtig in der Presse, da war der Look bereits in den Läden.

Die großen Profiteure der ersten Western-Strömung waren die Schuhhändler. Da ging es Ende letzten Jahres richtig los. „Wir haben bereits ab November Cowboy-Stiefel hoch und runter verkauft“, heißt es bei Görtz in Hamburg. Nur wenige Anbieter aus der Industrie hatten sich so schnell auf diesen Trend eingeschossen. „Kein Mensch hätte gedacht, dass sich Western auf einmal so gut entwickelt“, sagt Uwe Janzen von Marc O’Polo-Shoes.

Jetzt sind die Western-Styles ein handfestes Thema und zum Winter 2006 erhofft sich die Branche, den Look in modifizierter Form weiterzuführen. „Allerdings etwas gemäßigter, nicht so überzogen und authentisch“, beschreibt es Janzen aus der Sicht von Marc O’Polo. Die neuen Modellen seien mit Bikerelementen ausgestattet und stellten kein Hardcore-Western dar.

Auch Kirsten Walter von Bartu in München setzt zum Winter eher auf die neuen Stiefel-Styles im Farmer- oder Gaucho- Look mit verrundeten Leisten im Stil der Frye-Boots.

Typisch Western war gestern. „Wir sehen den jetzt aufblühenden Western-Hype mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, ergänzt Kathy Wenderoth, Produktmanagerin bei Görtz. Eigentlich ist die Hochphase für die authentischen Formen durch, doch durch den Film und die Schauen in Mailand werden sie vielleicht noch einmal gepusht. Mit den sehenswerten Kinofilmen „Walk the Line“, der Lebensgeschichte von Johnny Cash, sowie „Brokeback Mountain“, einer Liebesgeschichte zwischen zwei Viehtreibern, sind die Cowboy-Looks auch bei Fashion angekommen.

Die Mode folgt dem Trend. Dank Hollywood und Musikindustrie wurde die Westernromantik auf den Laufstegen in Paris und Mailand romantisch umgesetzt: Rüschenkleider mit bunt eingefärbten Cowboystiefeln, Stetson und breite Coltgürtel. Die Designer-Zwillinge Dan Caten von D’Squared ließen in ihrem aktuellen Katalog die Männer in Cowboyhut und mit kräftigen Pferden fotografieren.

Valentino schickte zwei kernige Cowboys Händchen haltend über den Catwalk. Rei Kawakubo von Comme des Garçons entwirft Hemden in Western-Manier mit Fransen und den typischen Schnürsenkeln am Kragen. Paul Smith inszenierte darüber hinaus eine fulminante Schau im Western-Stil, untermalt mit Musik von Johnny Cash.

Dass Kinofilme Trendsetter sein können und sich damit durchaus gute Ideen im Handel umsetzen lassen, zeigte unlängst Görtz. Der Hamburger Filialist strickte um den Film „In den Schuhen meiner Schwester“ eine POS-Aktion. Verbunden mit Einladungen an Kundinnen zur Preview und einem Gewinnspiel. Eine super Resonanz, heißt es aus Hamburg. Seit im 18. Jahrhundert der Wilde Westen erschlossen wurde, ist das Outfit der Viehtreiber mit Emotionen besetzt. Western steht für den Traum von Freiheit, Abenteuer und Männlichkeit: Ideale Vorgaben, um auch daraus ein interessantes Handelsthema zu machen. 10/06 Ilona Sauerbier

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