Schuhmarkt

Nanotech auf dem Vormarsch

Kleine Teilchen ganz groß – Nanotechnologie gewinnt in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit. Auch bei Schuhen wird dieses Verfahren immer häufiger eingesetzt. Die Hersteller Hitec und Holmenkol haben dazu interessante Entwicklungen auf den Markt gebracht. 07/08 Andreas Stowasser

Kleine Teilchen ganz groß – Nanotechnologie gewinnt in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit. Auch bei Schuhen wird dieses Verfahren immer häufiger eingesetzt. Die Hersteller Hitec und Holmenkol haben dazu interessante Entwicklungen auf den Markt gebracht.

Mittelengland, ein Wintertag, der grau und regnerisch ist. So weit, so bekannt. Überraschend ist hingegen, dass hier das Forschungsunternehmen P2I ein Verfahren entwickelt hat, das etwa von Toilettenpapier Wasser abperlen lässt.

Eine Technologie, die sich jedoch auch sinnvoll einsetzen lässt: Sportschuster Hitec bringt laut eigener Angaben exklusiv einen Schuh mit diesem System auf den Markt. Vertreter des Forschungsunternehmens und des Schuhschneiders haben sich versammelt, um der Presse das Verfahren namens „Ion-Mask“ zu demonstrieren.

Entwicklung für das Militär

Wie so oft in der Vergangenheit, hat auch in diesem Fall das Militär den Anstoß für eine Neuentwicklung gegeben. P2I ist eine Ausgründung des britischen Verteidigungsministeriums. Ursprünglich sollte das Forschungslabor in der Nähe von Oxford britische Soldaten vor chemischen Angriffen schützen.

Der patentierte Ansatz „Ion-Mask“ arbeitet mit Hilfe von ionisiertem Gas, so genanntem Plasma. Das Plasma überzieht die Oberfläche von Produkten wie Schuhen oder Bekleidung mit einer einige Nanometer dünnen Schicht. Dadurch soll das Material sehr wasserabweisend werden. Sowohl die inneren als auch die äußeren Oberflächen würden beschichtet. Dies führe dazu, dass das Absorbieren von Flüssigkeiten und Feuchtigkeit beidseitig minimiert würden.

Die mit Hilfe des Plasmas aufgetragene Schicht ist laut Hitec molekular mit der Oberfläche gebunden und kann anschließend nicht mehr gelöst werden. Das Verfahren soll sich jetzt in der zivilen Praxis bewähren. Hitec verwendet laut eigener Angaben das Ion-Mask-Verfahren als erster Schuhhersteller.

Das Outdoor-Modell „V-Lite Altitude IV“ kommt in den Genuss der Technologie. Ergebnis soll ein wasserdichter und atmungsaktiver Schuh sein, der nicht mehr wiegt als vergleichbare Modelle. Das Ion-Mask-Verfahren sei besonders interessant für Schuhe, da nicht nur die äußere Oberfläche behandelt, sondern auch jede Faser im Inneren. Dies ist laut Hitec gerade bei Schuhen interessant, die neben Leder auch synthetische Materialien verwenden. Diese würden durch Ion-Mask sehr wasserresistent und atmungsaktiv. Das Wasser pralle von der Oberfläche des Schuhs ab wie Quecksilberperlen.

Und das ist zumindest beim Pressetermin in England der Fall: Die mit Ion-Mask präparierten Materialien entwickeln diese Eigenschaft – selbst das Toilettenpapier. Der Ansatz soll bei Schuhen Gewicht sparen. Bei anderen Waterproof-Verfahren müssen laut Hitec zusätzliche Materialschichten während der Herstellung zwischengenäht werden. Dies sorge für mehr Gewicht und eine schlechtere Passform. Ion-Mask kommen hingegen erst zum Einsatz, wenn die Produktion des Schuhs abgeschlossen ist. Der Ion-Mask-Ansatz soll laut Hitec bereits im Prozess Vorteile bieten. Für den Behandlungsprozess würden nur sehr geringe Mengen an Chemikalien benötigt. Außerdem soll das Ion-Mask-Verfahren energieeffizient sein. Verglichen mit Tauchbädern und Membran-Technologien soll der Energieverbrauch von Ion-Mask zwei Drittel niedriger sein. 07/08 Andreas Stowasser

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