Schuhmarkt

Frühlingserwachen in Düsseldorf

Frühlingserwachen in Düsseldorf. Die Messestadt zeigte sich von der sonnigen Seite. Die Veranstalter ziehen positive Bilanz und ignorieren den Messekrieg mit Berlin. Wermutstropfen in Düsseldorf: Die junge Streetwearmesse WEARe hat ihre Erwartungen nicht erfüllt, und die Body Look litt unter Besucherschwund. GDS-Special 05/08 Lisa Dartmann

Frühlingserwachen in Düsseldorf. Die Messestadt zeigte sich von der sonnigen Seite. Die Veranstalter ziehen positive Bilanz und ignorieren den Messekrieg mit Berlin. Wermutstropfen in Düsseldorf: Die junge Streetwearmesse WEARe hat ihre Erwartungen nicht erfüllt, und die Body Look litt unter Besucherschwund.

Die Modemessestädte Berlin und Düsseldorf liefern sich im Moment ein heftiges Duell. Wer gewinnt im Kampf um den ultimativen Standort? Wer ist die Schönste im Land? Beide Veranstalter versuchen, die Einkäufer auf ihre Seite zu ziehen. Berlin werde mehr und mehr Trendgeber, sagt Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf in der Welt Kompakt, während Düsseldorf die kommerzielle Mitte bediene. Das streiten wiederum die Düsseldorfer ab und planen künftig Modeschauen mit Boss, Puma, Michalsky oder Strenesse. Während des CPD-Wochenendes war der Rheinstadt zumindest Petrus wohl gesonnen. Der Andrang war schon am Sonntagmorgen, dem ersten Messetag, groß. Bei frühlingshaften Temperaturen ging es gleich in den Morgenstunden euphorisch zur Sache. Strahlende Gesichter und professionelle Gespräche in den Messehallen, das Informationsbedürfnis war groß und die Lage insgesamt entspannt, nicht nur bei den Partys, Szenetreffs und Catwalks.

Zu wenig Schuhmarken

Zu den Modemessen CPD,HMD, Body Look und Global Fashion (10. bis 12. Februar) kamen 33 500 Besuchern aus 59 Ländern, was einem Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Düsseldorf Fashion House zog zusätzlich 9500 Fachbesucher an und rund 20 000 Einkäufer kamen zum Ordern in die Showrooms im Stadtgebiet. Fast jeder dritte Einkäufer kam aus dem Ausland: Benelux, Österreich, der Schweiz, Spanien,Frankreich und Russland. Insbesondere die Herrenmode Düsseldorf (HMD) behauptete sich als ideale Plattform für das Exportgeschäft. Igedo-Messechef Frank Hartmann freute sich über die Internationalität. Ihn freute, dass die Messen trotz des relativen späten Termins und der Überschneidung mit den Messen in Kopenhagen erfolgreich waren.

Weniger euphorisch ist allerdings das Fazit für die Body Look und die Premiere der Streetwear-Messe WEARe in Halle 8 b. Auf der Bodylook (230 Aussteller und Kollektionen) mangelte es an Frequenz, weil einige große Namen wie Calida oder Triumph nicht mehr zu den Ausstellern zählten. Lange Gesichter zogen die rund 90 Aussteller vor allem am Freitag und Samstag, wo es deutlich an Besuchern mangelte.

Auch der Sonntag brachte nicht den erhofften Besucherstrom. Die junge Messe WEARe hat mit ca. 850 Besuchern die Erwartungen ebenfalls nicht erreicht. An dem Markenmix will das Messeteam weiter festhalten; ein früherer Termin im Sommer soll die Nachfrage ankurbeln. Die nächsten Igedo Fashion Fairs finden vom 27. bis 29. Juli statt. Die junge Messe WEARe läuft voraussichtlich Ende Juni in separater Halle und mit eigenem Auftritt. Ansonsten herrschte dafür eitel Sonnenschein. „Der Sonntag war der Knaller, die Stimmung in den Messehallen war nahezu euphorisch“, so Frank Hartmann.

Geox hatte sich die Teilnahme in Düsseldorf ebenfalls gelohnt. Marcus Meyer von Geox: „Unser erster Messeauftritt war sehr positiv, Besucherfrequenz und -qualität sehr gut, alle wichtigen Kunden waren da.“ Schuhmarken waren auf der Messe nur rar vertreten. Für die meisten ist der Termin zu früh, viele hochwertige Marken waren in den Showrooms anzutreffen. Stefan Frank von Kennel & Schmenger zeigte sich in Halle 9 recht zufrieden. „Der Sonntag war gut, der Montag ruhiger.Wir sind hier, um Kontakte zu pflegen. Die Kunden schauen sich die Kollektionen an und ordern dann auf der GDS.“ Vor allem sei es für die Schuhleute wichtig, sich über die textilen Trends zu informieren. Auch für Thomas Stein, Unisa, ist die CPD aus modischen Gesichtspunkten wichtig: „Hier können wir sehen, was modisch läuft und noch Farbergänzungen vornehmen.“

Viel Layering mit Einzelteilen

Die Damenmode wird stark von Einzelteilen bestimmt. Dazu gehören vor allem Kleider und attraktiver Strick, couturige Jacken und Mäntel. Zu den Highlights gehören auch Accessoires wie Taschen, Handschuhe, Schals und Mützen bis hin zu strukturierten, wolligen Strumpfhosen. Bei den Materialien reicht die Spanne von warmen, wolligen Materialien bis hin zu kühlen, technischen Stoffen, von haarigen, soften Qualitäten, über gefilzte Kompaktheit und metallischen Schimmer bis zu lackierten Oberflächen. Der Winter ist keine Saison der lauten Farben und harten Kontraste. Neutrals beherrschen das Bild. Schwarz bleibt weiter attraktiv. Grau changiert in eisig kühlen getönten Varianten, von hell bis dunkel.

Als neue Aufsteiger strahlen Beige-, Karamel- und Honigtöne und Farben wie Navy, Khaki und Kitt. Auch Schwarz, Indigo und Grau bei Denim sorgen für verlässliche Konstanz. Damit der Winter nicht zu neutral wird, beleben Rotorange, Anisgelb, Violett, Kirschrot und Pink das Modebild.

Military-Looks und Boyfriend-Sakkos

 

Das Outfit für die modernen Alltagsheldinnen von heute sind Parkas, Biker- oder wattierte Military-Jacken in superleichten High- Tech-Stoffen. Darunter klarlinige Strickkleider mit gegürteten Blazern oder Strickcardigan über Rolli und kurzem Sportrock oder schmaler Röhre. Dieser Look wird ergänzt durch Bikerstiefel mit Schnallen, große Taschen,Gürtel und Lederhandschuhe mit Nieten und Steppereien. Androgyne Looks zeigen sich in Form von den neuen „Boyfriend-Sakkos“, die aussehen, als seien sie vom Liebsten geliehen. Aber sie müssen anders aussehen, denn sie werden zu weich drapierten Kleidern aus Jersey oder Satin kombiniert werden.

Kontrastreich sind auch feminine Blusen und weiche Wickelstrickjacken zu maskulinen Bundfaltenhosen oder tweedige Jacken über kurvigen Pencilskirts. Weiche Bags mit Krokoprägung und hochwertige Sneaker aus Lackleder oder Metallic sind die Begleiter. In der jungen Mode mischen sich Streetwear und Folklore zu einem individuellen Stil. Gestreifte Clubblazer treffen auf Jodphur-Hosen, Minikilts werden mit Ringelpullis kombiniert, bedruckte Kleider zu Army-Parkas.

Relaxte Casual-Modernität for Men

In der Männermode ist Casual-Modernität das Leitwort, denn formelle Bekleidung wirkt relaxter und zeitgemäßer. Kombi-Sakkos feiern ihr modisches Comeback als komfortable Cashmere-Pulloverjackets. Sie zeigen die ideale Verbindung von formellen Formen mit Casual-Appeal. Knielange Mäntel nehmen einen modischen Spitzenplatz ein – als edle schlanke Paletots, zweireihige Militarycoats oder coole Trenchs in wertigen High-Tech-Materialien.

GDS-Special 05/08 Lisa Dartmann

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