Schuhmarkt

Spaniens Schuhexport im Aufwind

Ein neuer Name und eine neue Struktur sollen die spanische Schuhmodemesse Modacalzado wieder in die Erfolgsspur bringen. Die Voraussetzungen stehen nicht schlecht, denn die Schuhindustrie auf der iberischen Halbinsel kann nach einigen schwierigen Jahren wieder positive Zeichen setzen. 22/07 Stephan Kühmayer

Ein neuer Name und eine neue Struktur sollen die spanische Schuhmodemesse Modacalzado wieder in die Erfolgsspur bringen. Die Voraussetzungen stehen nicht schlecht, denn die Schuhindustrie auf der iberischen Halbinsel kann nach einigen schwierigen Jahren wieder positive Zeichen setzen.

Der Verband der spanischen Schuhproduzenten (FICE) konnte nach seiner jüngsten Analyse der Branchenkonjunktur Positives berichten. Die Schuhindustrie des Landes hat ihre Krise überwunden, so lautete die zentrale Aussage der Verantwortlichen.

Zwar sei die Branche insgesamt etwas geschrumpft, aber solider geworden. Man hätte zuletzt ein größeres internationales Prestige erzielt und neue Kunden im Ausland gewinnen können, verlautete am Rande der Modacalzado. „Während der ersten Monate des Jahres 2007 hat sich die progressive Erholung der spanischen Schuhbranche, die bereits Ende 2006 zu erkennen war, bestätigt“, wusste Rafael Calvo, Vorsitzender der FICE, zu berichten. Die vorgelegten Zahlen unterstrichen dies, wobei insbesondere auf die Exporte verwiesen wurde.

In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres erreichten die Ausfuhren von 48 Millionen Paar Schuhen einen Wert von 858,17 Millionen Euro. Dies bedeutete eine wertmäßige Steigerung um 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Lederschuh sei dabei zwar weiterhin die wichtigste Trumpfkarte, so hieß es in einer Presseerklärung. Die Statistiken zeigten aber auch, dass die größten Wachstumsraten bei Schuhen im Bereich von Textil- und Kunststoffmaterialien erzielt wurden. Der Durchschnittspreis eines spanischen Schuhs betrug zuletzt 18 Euro und lag damit acht Prozent über dem Vergleichswert von 2006.

Besondere Erwähnung fanden in den Statements der FICE die Exportzahlen nach Deutschland, das nach Frankreich zweitwichtigster Abnehmer ist. Das deutsche Interesse stieg – wohlgemerkt von Januar bis Mai 2007 – im Volumen um 7,1 Prozent und im Wert gar um 11,8 Prozent. Im besagten Zeitraum waren dies insgesamt rund sechs Millionen Paar spanische Schuhe für den deutschen Markt.

Die halbjährliche internationale Schuhmesse in Madrid, die sich selbst nach Düsseldorf und Mailand als drittgrößte Veranstaltung in Europa sieht, versuchte sich bei ihrer mittlerweile 20.Auflage vom 27. bis 29. September 2007 noch professioneller darzustellen. Die Angebote wurden mehr als bisher nach Segmenten gegliedert. Dabei gab es eine deutliche Zweiteilung. Auf der einen Seite, dem südlichen Teil des Messegeländes, präsentierten sich die lässigen und sportiven Marken.

Sie waren noch einmal in die Bereiche Urban- und Streetlook, hier „Metro“ genannt, und Sport und Freizeit („Casual“) aufgegliedert. Auf der anderen Seite, in den nördlichen Ausstellungshallen, versammelten sich die eleganten Linien. Sie firmierten unter den beiden Überschriften „Chic“ und „Glamour“. Wer sich hier nirgendwo einordnen wollte, der durfte seine aktuellen Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2007 in der Halle 6 offerieren. Dort lautete das Motto – mehr oder minder ausdrucksstark – „Colours“.

Auch die Lederwaren zeigten sich nach Segmenten sortiert. Dabei, so die zweite wichtige Neuerung, gab es erstmals keine strikte Trennung mehr zwischen beiden Veranstaltungen. Unter dem neuen Messetitel „Modacalzado+ Iberpiel“, auch MCI abgekürzt, sollen zukünftig beide Bereiche unter einem gemeinsamen Dach bedient werden. Die Umstrukturierungen waren sicherlich eine Notwendigkeit, denn beide Messen verzeichneten zuletzt einen Rückgang der Ausstellerzahlen. Die Besucherresonanz schwächelte gleichfalls.

Der spanische Schuh- und Lederwarensalon habe es auf dem internationalen Parkett nicht einfach, ließ eine Ausstellerin gegenüber dem SchuhMarkt durchblicken. Im Terminkalender liege man ziemlich weit hinten. Nach GDS und Micam gebe es nur noch unzureichendes Orderinteresse über die Ländergrenzen hinaus. Für den spanischen Fachhandel, der übrigens überwiegend aus kleinen und mittelständischen Unternehmen besteht, sei der Modesalon dagegen ein wichtiger Marktplatz. Die nächste MCI wird vom 7. bis 9. März 2008 stattfinden.

Modacalzado+Iberpiel

Ort: Feria de Madrid

Fläche: 33000 qm

Aussteller: 650, davon 570 des Schuhsektors

Länderbeteiligungen: 15 Nationen

Besucher: 17212, davon 14119 Spanier (-7%)

Angebot: Damen-, Herren- und Kinderschuhe, Lederwaren

22/07 Stephan Kühmayer

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