Schuhmarkt

Neue Messestruktur

Die französische Schuhmodemesse Midec sucht nach einer geeigneten Positionierung im internationalen Messespektrum und möchte zu den großen Vier gehören: Neues Management, neue Termine und neue Strukturen lassen aufhorchen. 20/06 Stephan Kühmayer

Ein frischer Wind wehte durch die Ausstellungshalle 4 auf dem Pariser Expo-Gelände am Porte de Versailles. Die jüngste Ausgabe der Mode international de la chaussure, die vom 2. bis 4. September in der französischen Hauptstadt stattfand, zeigte sich in einem gänzlich anderen Gewand. „Modern, dynamisch und aktiv“, so die Wortwahl der Veranstalter, sollte das veränderte Image der Messe sein. Besonderer Ausdruck der Neustrukturierung war eine stärkere Segmentierung des Angebots, wie sie schon lange in Fachkreisen gefordert wurde.

Moderne Cityschuhe für Damen und Herren, hier „Influence“ genannt, nahmen den meisten Platz ein. Die Master Class und der Komfortschuh-Bereich grenzten sich deutlich davon ab. Gewohnt stark vertreten waren auch diesmal Kinderschuhe, die unter „Just for Kids“. vorgestellt wurden Junge Schuhmode präsentierte sich – frech und auffällig inszeniert – in dem Areal mit dem Titel „Capture“. Innovative Newcomer stellten ihre neuesten Looks in einer Art Studio-Atmosphäre vor. Einen eigenen Bereich durften ebenfalls die Furnituren für sich beanspruchen.

Um internationalen Anschluss bemüht

Insgesamt stellten 650 Anbieter auf 18 000 Quadratmetern Fläche aus. Im Mittelpunkt standen die neuen Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2007. Neben einer Großzahl französischer Anbieter waren Länder wie Spanien, Italien und Portugal stark vertreten. Auch Indien gehört inzwischen zu den Ausstellerländern, die einen stark wachsenden Flächenumfang in Anspruch nehmen. Gute Resonanz über die Messe kommt auch von deutschen Unternehmen. Wortmann verzeichnete in Frankreich zuletzt ein Umsatzplus von knapp 50 Prozent. „Wir sind hierzulande gleichmäßig im Aufwind“, so Export Sales Manager Stefan Viehrig. Ursache dafür sei vor allem der Wegfall von Lieferanten mittlerer Preissegmente.

Auch seitens der Messeveranstalter gab es neue Gesichter. Die für die Vermarktung der Midec verantwortliche Agentur wurde ausgewechselt. Messechef Francois Browne de Kilmain, der seit einem Jahr die Messegeschicke lenkt, sieht es als künftige, wichtige Zielsetzung der Midec mehr Internationalität zu geben. In diesem Zusammenhang nannte er die Midec in einem Atemzug mit der Micam, der GDS und der Modacalzado. Im Verbund der großen Vier in Europa werde auch Paris künftig seinen Platz finden. Die sehr hoch gesteckten Erwartungen dürften schon bei der nächsten Auflage einer harten Bewährungsprobe unterliegen.

Der sehr frühe Termin am ersten Februarwochenende ist nicht nach dem Geschmack aller Hersteller. Goldene Zeiten Bronze, Silber und Gold sind im nächsten Sommer wichtige Trends für alle Arten von Schuhen. Metallictöne und glänzende Elemente ziehen sich durch viele Kollektionen. Dies gilt sowohl für sportive Sneaker als auch für offene Modelle. Bei Sandalen und Pumps sind Keilabsätze ein großes Thema, das sich durch die gesamte Messe zog. Oft sind die Absätze mit allen möglichen Materialien überzogen, bedruckt oder gemustert. Generell sind Absätze häufiger und gern gewählter Blickfang.

Als besonders trendy gelten auch Sandaletten mit markanten Fesselschnüren oder Zierbändern. Selbst bei luftigen Pumps sind Fesselspangen angesagt. Die flachen Modelltypen werden von Ethnothemen dominiert. Nordafrika und Vorderer Orient lassen grüßen. Viele aufwändige und kostbare Verzierungen erheben die Dame zur Prinzessin arabischer Nächte. Braun,Weiß und Naurtöne setzten auf der Midec wichtige Farbsignale. Kräftige Farben zeigten sich selektiv. Bei den Herren setzen Vintage-Optiken wichtige Akzente. Auch hier dominieren Naturfarben.Weiß entwickelt sich zu einer angesagten Männerfarbe für Modemutige. 20/06 Stephan Kühmayer

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